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    BURGGRUMBACH

    Kriegsgerät der Rittersleut'

    Laut und deutlich war am Samstagnachmittag die Stimme des Herolds Dietrich von Hemberg alias Dirk Hemberger im Burggraben zu vernehmen, als er dem erlauchten Publikum verkündete, dass die vier Herren Ritter Sigmund von Dewald, Wulfrich von Waldenburg, Simon von Hettingen und Gernot von Hewen zum Turnier angetreten seien. In vier Durchgängen wurde nach ritterlicher Manier der Sieger des Tages ermittelt.

    Die Knappen wurden angewiesen, den Herren Rittern beim Anlegen der Rüstung und beim Besteigen der Pferde behilflich zu sein. So ging in Erfüllung, was Tage zuvor Land auf, Land ab von den Herolden in den Burgen, Städten und Dörfern verkündet wurde: dass wieder einmal die Burg Grumbach im Mittelpunkt eines Ritter-Spektakulums stehe.

    Heerlager im Burggraben

    Von Freitag an verwandelte sich die Burg in Burgrumbach in den Lager- und Trainingsplatz einer rund dreißigköpfigen Gruppe von Rittern des Hospitaliten-Ordens. Mit Zelten, Waffengerüst und Pferdkoppel verwandelten sie den Burggraben in ein richtiges Heerlager. Schon am Abend waren leichtes Gezeter und Waffenklappern im Burggraben zu hören.

    Dass dabei auch der Fehdehandschuh zwischen Wulfrich von Waldenburg und Gernot von Hewen geworfen wurde, machte die Runde im Lager, was der Stimmung für das Turnier am nächsten Tag nicht besonders dienlich war.

    Am Samstagnachmittag dann trafen die Ritter und hier ganz besonders die zwei Kontrahenten im Turnierplatz aufeinander. Unter den Augen des langjährigen und erfahrenen Ritter Siegfried von Neidenstein und den wohlwollenden Blicken seiner liebreizenden Frau Elke, die deutlich einen Blick auf den Ritter Wulfrich von Waldenburg geworfen hatte, begann das Turnier.

    Mit der Lanze aus dem Sattel gestoßen

    Im den Durchgängen Würfelschlagen, Mann gegen Schild und Lanze gegen Drehschild gab es keinen Sieger. Erst beim letzten Durchgang, dem Versuch den Gegner mit der Lanze aus dem Sattel zu stoßen, entschied sich der Kampf. Denn Wulfrich von Waldenburg wurde so unglücklich getroffen, dass er aus dem Sattel geworfen wurde und jammernd und wehklagend von seinen beiden Knappen weggetragen werden musste. Und so ging Gernot von Hewen als Sieger vom Platz.

    Nach dem Turnier verabschiedenden sich die Ritter von den Zuschauern und diese sparten nicht mit lang anhaltendem Applaus. Dabei hat sich die von Komtur Andreas von Stape (Andy Stapf, Winterhausen) geführte Gruppe zum Ziel gesetzt, die Geschichte und Lebensart des Johanniterordens aus dem 12. bis 14. Jahrhundert bis ins Detail sichtbar und erfahrbar zu machen.

    Mittelalter erfahrbar machen

    Von Stapf und seine Ritter waren richtig begeistert von der Grumbachburg und meinten, dass es mit einer solch historischen Kulisse ein Leichtes sei, den Besuchern das Ritterleben erfahrbar zu machen. Außerdem konnte das nebenan liegende Lager während der Trainingstage besichtigt werden. Die Vorführungen der Ritterspiele des Hospitaliten-Ordens (Johanniter) wurden von Andreas von Stape erläutert. Außerdem gab es auch detaillierte Informationen zu Rüstung und Waffen der Ritter im 12. bis 14. Jahrhundert.

    Doch nicht genug damit, denn neben dem mittelalterlichen Trainingslager hatte sich auch das Projekt des P-Seminars des Siebold-Gymnasiums Würzburg unter Leitung von Martin Mais eingefügt. In Kooperation mit der Pleichach-Mittelschule und der Mittelschule in Rimpar haben Schüler im Werkunterricht, mit tatkräftiger Unterstützung von Zimmermeister Edmund Röder, vier große mittelalterliche Belagerungsmaschinen nachgebaut, die sie oben im Burghof vorführten.

    Wildschwein vom Lagerfeuer

    Und noch ein weiteres Spektakulum wurde weiter oben auf der Burgwiese dargeboten. Denn die Chors-Castellum-Hospitalis zeigte Ritterrüstungen und Waffen aus der Ritterzeit. Der von der mittelalterlichen Geschichte begeisterte Lehrer Martin Mais erläuterte seinen Zuhörern Bauweise und Entstehungsgeschichte der Burg. Diese Besonderheit hat der Kulturgeschichtliche Arbeitskreis Burgrumbach ausgedacht.

    Am Samstagabend gab es als Besonderheit noch ein gegrilltes Wildschwein vom Lagerfeuer. Dazu herzhaftes Brot und wer wollte, Sauerkraut aus dem Schwenktopf über dem Feuer.

    Rachegelüste

    Leider wurde am nächsten Tag berichtet, dass sich im Burggraben die beiden Ritter Wulfrich von Waldenburg und Gernot von Hewen weiter befeindet hätten und den ganzen Abend schon knurrend gegenüber gesessen haben. „Ja, das sieht ganz nach Rache aus“, meinte Simon von Hettingen dazu.

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