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    STEINBACH

    Künstler, Enthusiasten und Experimentierer

    Garten satt zum Beginn des Sommers: Egal wo man sich im Landkreis befindet, es gibt am 24. Juni überall in der Nähe einen privaten Garten, den seine Besitzer für andere Gartenfreunde öffnen. Der Tag der offenen Gartentür ist ein geschätzter und ein ganzes Jahr lang mit Vorfreude erwarteter Besuchermagnet. Im Jahr der Landesgartenschau ist das Angebot besonders üppig: Über die Saison verteilt sind es in diesem Gartenjahr 24 Teilnehmer, die zu sich einladen, in etwa doppelt so viele wie in den Jahren zuvor. 17 davon sind am kommenden Sonntag mit von der Partie.

    Als Startpunkt bietet sich die offizielle Eröffnung im Rosengarten in Steinbach an. Der Garten am Schlossberg, direkt am Gemeindehaus, wurde gemeinschaftlich angelegt und auch so gepflegt. Außerdem sind drei weitere Gärten in dem kleinen, zu Altertheim gehörenden Dorf zu sehen – dazu viele Rosen. Die Arbeit im Rosengarten am Schlossberg hat nämlich beflügelt, sodass es in Steinbach wahrscheinlich mehr Rosensorten als Einwohner gibt.

    Seltenes Gemeinschaftsprojekt

    Ein weiteres, interessantes und seltenes Gemeinschaftsprojekt ist der vereinseigene Garten des Obst- und Gartenbauvereins in Thüngersheim. Vereinsvorsitzender Werner Boé gibt gerne Auskunft, wie der Verein vitalisiert und der Garten über die Jahre eine neue Bestimmung erhalten hat. Denn: wofür braucht man einen Vereinsgarten, wo in Thüngersheim doch jeder einen eigenen Garten haben kann? In der weitläufigen Anlage liegt der Schwerpunkt auf Obstbäumen, von der Aprikose über die Nashi-Birne und den Speierling bis zur Zwetschge. Die ganze Vielfalt an Sorten zeigt der Bepflanzungsplan auf der Homepage www.ogv-1909.de. Auch in punkto Jugendarbeit gibt es funktionierende Ideen, wie das Ferienprogramm und die regelmäßigen Besuche des Kindergartens. Die Zufahrt zum Vereinsgarten am Fuße des Fischberg ist ab der Friedhofstraße ausgeschildert.

    Stichwort Rosen: Sie blühen ja noch, auch wenn die erste Pracht bei vielen Sorten schon vorüber ist. Ausgesprochene Rosengärten finden sich, außer in Steinbach, auch bei den ausgewiesenen Liebhabern Lieselotte Scherer in Würzburg-Versbach und Siegfried Hamann in Kleinochsenfurt. Beide haben erst mit dem Ruhestand zu dieser Passion gefunden, dafür umso leidenschaftlicher. Hier gibt es Sortenvielfalt in allen Gestaltungsformen und Tipps von erfahrenen Enthusiasten. Siegfried Hamann ist außerdem Imker. Rosen sind aber auch bei Corinna Seubert-Kohrmann in Uettingen prägend. Ihr Gartenreich ist im englischen Stil mit verschiedenen Gartenräumen angelegt. Sie hat das Gärtnern professionalisiert und zeigt auf 1700 Quadratmetern auch seltene Stauden – nicht nur am Tag der offenen Gartentür.

    Exoten in der „Fränkischen Toskana“

    Wer bei Seubert-Kohrmann ins romantische Schwärmen kommt, sollte sich unbedingt auch die Gärten von Anita Rau und Marina Wüst in Frickenhausen/Main ansehen. Ganze Busladungen machen hier bei ihren Gartenreisen Halt. Es vereinen sich in fränkischen Trockenmauern Buchs und Palme, englische und italienische Gartenkunst sowie unermüdliche Gestaltungsfreude.

    Mediterrane Exoten wie Zypressen, Feigen, Pinie, Oliven und Hanfpalme, sämtlich ausgepflanzt, machen den Garten von Tatjana Splett und Martin Weiland in Zell am Main zu einem Exempel von „Fränkischer Toskana“. Denn auch typisch fränkisches Ambiente wie Weinlauben, Obstbäume, Trockenmauern und heimische Wildgehölze mischen mit.

    Barrierefrei durch technische Unterstützung

    Drei der präsentierten Gärten sind von ihrer Anlage her herausragend als Spezialisten: der Stadtmauer-Garten von Rebekka Geißel in Eibelstadt, der Sequioa-Schaugarten von Höfners in Gaukönigshofen und der barrierefreie Hausgarten von Harald Eck, ebenfalls Gaukönigshofen. Barrierefrei meint hier auch technisch unterstützt, unter anderem durch ein Bewässerungssystem, durch Mähroboter und Hochbeete.

    Als naturnah ausgezeichnet sind der Familien-Garten von Wibke Salomon-Karl in Sulzdorf, der mit wenig Zeitaufwand klar kommen und robust genug für Kinder und Hund sein muss. Anna Maria Reich in Obereisenheim hat auf mehreren Ebenen Oasen für Mensch und Tier geschaffen, akzentuiert mit getöpferten Skulpturen. In Unterpleichfeld zeigt Carsten Hagemann, wie nach dem Tabula Rasa eines Neubaugebietes wieder die Vielfalt an natürlichen Lebensräumen, heimischen Wildpflanzen und Tieren mit einer sich selbst erhaltenden Balance zwischen Nütz- und Schädlingen einziehen kann.

    Tag der offenen Gartentür

    Der Tag der offenen Gartentür, am Sonntag, 24. Juni, findet von 10 bis 17 Uhr statt. Eröffnung ist um 10 Uhr im Rosengarten, Gemeindehaus am Schlossberg in Altertheim-Steinbach.

    Die Teilnehmer im Landkreis Würzburg sind: Barbara und Karl Grünewald, Schloßberg 1 in Altertheim-Steinbach: Rosengarten.

    Herta und Elmar Kuhn, Wenkheimer Straße 9 in Altertheim-Steinbach: kleiner Rosen- und Staudengarten am Bach.

    Helga und Günter Schätzlein, Wenkheimer Straße 5 in Altertheim-Steinbach: Garten am Bach.

    Corinna Seubert-Kohrmann, Raiffeisenstraße 27 in Uettingen: großer Garten im englischen Stil mit unterschiedlichen Gartenräumen, Rosen und seltene Stauden.

    Tatjana Splett & Martin Weiland, Antonia-Werr-Straße 9 in Zell am Main: Thema „Fränkische Toskana“ mit ausgepflanzten, mediterranen Exoten.

    Obst- und Gartenbauverein Thüngersheim, am Fischberg in den Weinbergen (Wegweiser ab Friedhofstraße): Vereinsobstgarten

    Wibke Salomon-Karl, Vogelstraße 10 in Giebelstadt-Sulzdorf: naturnah gestalteter Familiengarten mit altem Baumbestand.

    Harald Eck, Mühlstraße 2 in Gaukönigshofen: barrierefreier Hausgarten und Gartentechnik.

    Martina und Wolfgang Höfner, Mühlstraße 19a in Gaukönigshofen: Sequoia-Schaugarten, Teich, Bachlauf, Bambus, Mammutbäume.

    Anita Rau, Ochsenfurter Straße 46 in Frickenhausen: romantischer Garten als Fest für alle Sinne.

    Marina Wüst, Geheusteige 9 in Frickenhausen: romantischer Landhausgarten in Hanglage.

    Rosa und Siegfried Hamann, Sonnenstraße 20, Ochsenfurt-Kleinochsenfurt: Rosengarten mit Bienenvölkern.

    Rebekka Geißler, Unterer Graben 30 in Eibelstadt: Kleinod an der Stadtmauer.

    Liselotte Scherer, Versbacher Röthe 125 in Würzburg - Versbach: Rosengarten mit verschiedenen Begleitpflanzen. Ein Parkplatz befindet sich in unmittelbarer Nähe des Hauses.

    Dr. Carsten Hagemann, Calvadosstraße 12 in Unterpleichfeld: naturnah gestalteter Garten im unter dem Motto „Vielfalt“.

    Anna Maria Reich, Bühlweg 6 in Eisenheim-Obereisenheim: naturnaher Garten, auf mehreren Ebenen angelegt, eigene Tonskulpturen.

    Weitere Infos bei Günter Gerner, Fachberater für Gartenkultur und Landespflege, Tel. (09 31) 8003-458, E-Mail: g.gerner@lra-wue.bayern.de.Teilnehmende Gärten in ganz Unterfranken unter: www.bv-gartenbauvereine-ufr.de

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