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    Uettingen

    Kulturweg Uettingen: Signal-, Post- und Jagdhorn

    Gefragt waren die Informationen zum neuen Europäischen Kulturweg "Waldsassengau 6 - Signalhorn-Posthorn-Jagdhorn" bei der Eröffnungsfeier in Uettingen. Foto: Mechtild Buck

    Drei fröhliche Signale aus dem Signalhorn Leon Stollbergers eröffneten Sonntagmittag in Uettingen den ersten Teil des  110. Europäischen Kulturweges Waldsassengau 6 mit dem Titel "Signalhorn-Posthorn-Jagdhorn". Die Feier startete mit einem Gottesdienst mit Pfarrerin Gudrun Mirlein und dem Männerchor im Schlosspark.

    Bürgermeister Heribert Endres erläuterte danach die Entstehung des neuen Kulturwegs, der seit dem 27. April 2017 von zwei Arbeitsgruppen unter der Leitung von Dr. Gerrit Himmelsbach (Projektleiter Landschaftsmanagement/Europäische Kulturwege, Unterfränkisches Institut für Kulturlandschaftsforschung an der Universität Würzburg/Archäologisches Spessart-Projekt e.V.) ausgearbeitet wurde. Das Motto des Kulturweges "Signalhorn-Posthorn–Jagdhorn" leitet sich für Uettingen aus den Ereignissen des preußisch-österreichischen Krieges von 1866, für Roßbrunn aus der ehemaligen Poststation und für Mädelhofen von einem  vergessenen fürstbischöflichen Jagdschloss  ab. Endres dankte sich den Helfern und insbesondere Organisator Thomas Hoffmann.

    Leon Stollberger eröffnete in Uettingen mit Fanfaren aus dem Signalhorn den 110. Europäischen Kulturweg. Foto: Mechtild Buck

    Vom Gelbvieh bis zum Schwimmbad

    Luitpold Graf Wolffskeel schloss sich an und meinte: "Wandern und Kultur zu verbinden ist ein genialer Gedanke. Man tut etwas für die Gesundheit und erfährt gleichzeitig etwas über die Kultur." Landrat Eberhard Nuß betonte: "Ich bin stolz, dass nun schon zehn Kulturwege in unserem Landkreis liegen."  Jetzt kamen Informationen über den Bruderkrieg von 1866 mit der Mahnung hinzu, sich für Frieden in der Welt einzusetzen. Außerdem spanne der Kulturweg den Bogen von der Tradition und Geschichte zur Moderne, indem er Themen vom  Gelbvieh bis zum Uettinger Schwimmbad behandelt.

    Der "Bruderkrieg-Spezialist" Walter Hamm aus Uettingen erläuterte, dass die Kommune am 8. Juli 1866 direkt betroffen war: 50 000 Soldaten aus Preußen und Bayern waren beteiligt, 600 Verwundete wurden in Uettingen versorgt und 319 Gefallene auf einem Notfriedhof bestattet. Projektleiter Gerrit Himmelsbach betonte: "Das Konzept zeigt, wie vielfältig und spannend unsere Heimat ist (…) Es zeigt sich dabei, dass es in jedem noch so kleinen Weiler etwas gibt, was andere nicht haben." Das gelte auch für die Kulinarik sagte Himmelsbach und verwies auf die Uettinger Spezialität "Schnickerli", ein Gericht aus Pansen.

    Auf den Spuren der Uettinger Geschichte. Foto: Mechtild Buck

    Am 29. September in Mädelhofen und Roßbrunn

    Die Regionalentwicklerin der Allianz Waldsassengau,  Julia Gerstberger, erklärte, dass die seit 1999 entstandenen 110 Kulturwege allen Bürgern zu Gute kommen und Gelegenheit bieten, andere Gemeinden kennenzulernen. Sie lud die Gäste zur Eröffnung des zweiten Teils des Kulturwegs am 29. September in Mädelhofen und Roßbrunn  ein.

    Im Anschluss an die Festreden und das Mittagessen, bei es auch Schnickerli gab, starteten die Besucher am Kirchplatz zum 6,5 Kilometer langen Rundweg über die Stationen des Uettinger Kulturwegteils. Bürgermeister Endres erzählte zur Ortsgeschichte und Bohlenkirchweih, Himmelsbacher zu den Hintergründe eines Reliefs in der Kirchenmauer. An der Station am  Friedhof ging Walter Hamm auf die Grabmäler der Gefallenen des Bruderkrieges von 1866 ein, am Kirchberg auf das Gefecht bei Uettingen.

    Bei der Eröffnungsfeier gab's viele Fotomotive. Foto: Mechtild Buck

    Eine Kuh namens Chokolade

    Bei einem Glas Domina  berichtete Altbürgermeister Roland Triebig über den Uettinger Wein. Der Trachtenverein und ein preußischer Soldat gaben den Rahmen. Wieder im Ort, erfuhren die Gäste von Altbürgermeister Karl Meckelein allerlei übers Uettinger Gelbvieh, und die Wanderer wurden mit einer süßen Überraschung belohnt, einer Bioschokolade mit einem Bildnis der Kuh "Chokolade" des Züchters Andreas Flohr von 1920. Uettingen war im Jahr 1899 Gründungsmitglied des Zuchtverbands für Gelbes Fleckvieh, das heute fast ausgestorben ist.

    An der letzten Station erläuterte Thomas Hoffmann die Geschichte der Oberen Mühle und ging Bürgermeister Endres auf das idyllische Uettinger Schwimmbad ein. Die Veranstalter der Kulturwegeröffnung waren die Gemeinde Uettingen, die Allianz Waldsassengau im Würzburger Westen und das ASP mit der Universität Würzburg. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung vom Schneesenger Trio, vom Männerchor und von der Aalbachtaler Bläserklasse.

    Informationen im Internet: www.allianz-waldsassengau.de (Freizeitwege) und www.spessartprojekt.de

    Die Eröffnungsfeier für den neuen Kulturweg in Uettingen stieß auf großes Interesse. Foto: Mechtild Buck

    Mechtild Buck

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