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    LENZENBRUNN

    Kunst im Kuhstall

    In Lenzenbrunn bewohnt der 52-jährige Vater von zwei Kindern mit seiner Frau Manuela seit 1992 ein jahrhundertealtes bäuerliches Anwesen. Hier – oberhalb der Straße zwischen Röttingen und Riedenheim – öffnet er am Samstag, 26. August, die Tür, um seine Werke zu zeigen. Die Ausstellung beginnt mit einem Bieranstich um 18 Uhr. Um 21 Uhr wird der Hausherr zusammen mit der Gruppe DA die Gäste musikalisch unterhalten. Auch Manuela Weber wird einige ihrer Fotografien präsentieren.

    Felix Weber wurde in München geboren und wuchs in Röttingen auf. Als Künstler passt er in keine Schublade. Er malt Bilder, zeichnet Comics und ist HipHop-Musiker. Mit der Band „Schlockmaster“ veröffentlichte er zwei Maxis- und eine Langspielplatte. Einige seiner Titel wie „Echte Künstler“ und „Rap Wigga“ wurden in dieser Sparte inzwischen zu Klassikern. „Schlockmaster“, wie sich Felix Weber nennt, begreift seine vielschichtigen Arbeiten in der bildenden Kunst, den Comics, den Texten und der Musik als zusammengehörendes Ganzes.

    „Schlock“, was so viel wie Schund oder „niedere Kunst“ bedeutet, bringt der Künstler nicht nur in seinen seit 1992 veröffentlichten gleichnamigen Comics zu Papier. Mit seinem primären Anliegen, das die persönliche, politische und künstlerische Freiheit ist, fasst er diesen Freiheitsbegriff so weit, dass in seinen Werken Gegenstand und Abstraktion nebeneinander stehen.

    In seinem, zum Atelier umfunktionierten ehemaligen Kuhstall entstehen die teilweise großformatigen Werke. Von Lenzenbrunn aus, gehen die Bilder auf die Reise zu Ausstellungen nicht nur in Deutschland. Galerien in Wien, London, Prag und Los Angeles zeigen seit langem Webers Bilder zusammen mit den Werken von namhaften Künstlern wie Martin Klippberger, Franz West, H.C. Artmann, Tobias Rehberger und Jonathan Meese. Bilder, auf denen sich wie bei dem Werk „Die Badenden“ sehr oft nackte Menschen tummeln, sind fast ein Markenzeichen für den Lenzenbrunner.

    Die Zusammenhänge mit Gesellschaft und Politik, die beim näheren Betrachten erkennbar sind, erklärt der Maler so: „Ich lese Zeitung und ärgere mich“. Und wenn er sich gerade über Bundeskanzlerin Angela Merkel geärgert hat, dann werden seine Gedanken dazu in einem Bild verarbeitet. Neben den großen Bildern, auf denen sich einiges um die Wurst dreht, nehmen sich die Landschaftsbilder nahezu bescheiden aus.

    Die Umgebung von Lenzenbrunn und darum herum, alle Plätze, die er (am liebsten zu Fuß) erreichen kann, hat Felix Weber festgehalten.

    Wie gerne er sein Zuhause hat, dass zeigt die Zukunftsvision in der neuesten Ausgabe seines „Schlock.“ Da ist über den bunten Bildern zu lesen: „Lenzenbrunn ist eine tolle Attraktion für Touristen. Futuregilda und Maddalena (Gestalten aus seiner Erzählung) nehmen die Grand Tour.“ Ausgerüstet mit einem 3-D Guide machen sich die Comicfiguren auf zur Besichtigung von Lenzenbrunn. Da haben sie, nach der Sprechblase des Künstlers „einen guten Tag erwischt, weil es sonst hier normalerweise immer rappelvoll ist.“

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