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    Würzburg

    LGS-Defizit: ÖDP stellt Fragen an den OB

    Die Landesgartenschau am Hubland in Würzburg ist Geschichte. Es bleiben ein hohes Defizit und viele Fragen. Foto: Silvia Gralla

    In einem offenen Brief wendet sich Raimund Binder als Vorsitzender der ÖDP-Fraktion im Stadtrat an Oberbürgermeister Christian Schuchardt. Wie bereits berichtet, wird das Defizit der Schau mit rund fünf Millionen Euro deutlich höher ausfallen, als zunächst erwartet. Noch vor kurzem waren die Verantwortlichen von "nur" 3,5 Millionen Euro ausgegangen. Als Grund hatte LGS-Geschäftsführer Klaus Heuberger den heißen Sommer und daraus resultierend zu wenige Besucher ausgemacht.

    Binder hat nun einen ganzen Fragenkatalog erstellt, den er vom OB beantwortet habe möchte. Schuchardt selbst hatte bereits im Vorfeld angekündigt, dass über das Defizit noch im Stadtrat zu sprechen sei. Die beiden LGS-Geschäftsführer Klaus Heuberger und Claudia Knoll werden an diesem Donnerstag den Stadträten Rede und Antwort stehen. Die LGS-Abrechnung und ihre Finanzierung sollen im Hauptausschuss besprochen werden.

    Gab es einen Imageschaden für die Stadt?

    Die ÖDP möchte unter anderem folgende Fragen geklärt haben, schreibt Binder:  Wie stelle sich das rein wirtschaftliche Ergebnis der Gartenschau gesamt und für die Stadt Würzburg im Besonderen dar?  Wie schätze man in der Stadtverwaltung, insbesondere im Eigenbetrieb Congress-Tourismus-Würzburg (CTW), den Imageschaden für die Stadt ein, der durch viele negative Stimmen in Würzburg und Umgebung immer wieder sichtbar und deutlich geworden sei? Was wolle man dagegen tun?

    Zudem interessiert die Fraktion, was Schuchardt und  der Aufsichtsrat mit der Geschäftsführung unmittelbar nach den ersten kritischen Stimmenim Mai unternommen hätten, um die bereits damals schlechte Stimmung zur LGS noch zu ändern. Speziell fragt die ÖDP, warum die Idee hinter der LGS nicht offensiver beworben und erklärt worden sei. Weiter fragt man, welche Maßnahmen – außer der LGS-Bahn auf dem Gelände – noch konkret vorgeschlagen worden seien, und welche davon umgesetzt worden seien, beziehungsweise aus welchen Gründen Projekte abgelehnt wurden.  

    Schonungslose und ehrliche sowie umfassende Analyse

    Auch Facebook & Co. bewegen die ÖDP.  Sie möchte wissen, wie für die Akzeptanz der LGS in den Sozialen Netzwerken geworben und wie mit dortiger Kritik umgegangen worden sei. Auf Facebook war die Würzburger Schau oft deutlich kritisiert worden, es gab aber auch Verteidiger. Weiter wird der OB als Chef des LGS-Aufsichtsrates gefragt, welchen Maßnahmen sich die LGS-Gesellschaft verwehrt habe und warum dies nicht mit der Mehrheit im Aufsichtsrat überstimmt werden konnte.

    "Im Sinne eines Lernens aus Fehlern, gerade bei Großereignissen, halten wir eine schonungslose und ehrliche, umfassende Analyse für unabdingbar", schreibt Raimund Binder. Die ÖDP verkenne dabei nicht, dass viele Menschen sehr positiv von der LGS gesprochen hätten, dass einzelne Aussteller mit dem Besuch sehr zufrieden gewesen seien und dass die zukünftige Nutzung ein wesentliches Kriterium für die Gestaltung der LGS gewesen sei.

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