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    WINTERHAUSEN

    Lärmschutz lässt auf sich warten

    Die aktiven Maßnahmen zum Bahnlärmschutz in Winterhausen lassen noch weiter auf sich warten. Diese Mitteilung musste Bürgermeister Wolfgang Mann dem Gemeinderat machen, nachdem er ein Gespräch mit der Deutschen Bahn AG geführt hatte.

    Demnach würde der Bau der längst geplanten und seit 2016 planfestgestellten Lärmschutzwand auf der Seite des Altorts „mit Glück“ im Jahr 2020 beginnen. Mit dem Aktionskreis Bahnlärm sei er sich einig, dass dies „nicht hinnehmbar“ sei. Mann erinnerte daran, dass schon bei seinem Amtsantritt im Jahr 2002 der Bahnlärm ein Thema gewesen sei und auch seine Vorgänger hätten sich schon damit befassen müssen.

    Das einzige, was bisher wirklich geschehen sei, ist die Entdröhnung der Brücke über die Fuchsstadter Straße, die im Jahr 2011 vorgenommen wurde. Dies sei aber nur dem glücklichen Umstand eines Konjunkturpakets im Gefolge der internationalen Finanzkrise zu verdanken gewesen.

    Enttäuscht zeigte sich Mann auch deshalb, weil sich die Gemeinde bei den Planungen für die Lärmschutzwand stets kooperativ verhalten habe. Es habe keine Einwände gegeben und beispielsweise bei der Farbgestaltung habe die Gemeinde konstruktiv mitgewirkt. „Die Termine schreien nach Protest“, meinte Mann, der erneut die Mandatsträger, insbesondere des Bundestags einschalten will. Völlig ergebnislos waren bisher die langjährigen Bemühungen um eine Wand auch auf der Seite der Neubausiedlungen und des Bürgerhauses.

    Der Versuch, über ein Zukunftsinvestitionsprogramm des Bundes gefördert zu werden, wenn völlig neuartige Maßnahmen durchgeführt würden, ist gescheitert. Dabei hatte die Gemeinde selbst für Planungen ein Fachingenieurbüro eingeschaltet und dafür einen fünfstelligen Betrag ausgegeben.

    Ein kleiner Strohhalm der Hoffnung könnten nun Absichten der Politik sein, die Förderrichtlinien zu ändern. Bei der Berechnung der Schall-Isophonen wurden bisher nur Wohngebäude berücksichtigt, die vor Inkrafttreten des Bundesimmissionsschutzgesetzes im Jahr 1974 errichtet wurden. Dieser Passus soll nun angeblich fallen.

    Damit würde sich das Kosten-Nutzen-Verhältnis zumindest auf einer Seite günstiger gestalten. Dies werde aber relatiiviert, wenn man die inzwischen stark gestiegenen Baupreise einrechnet. Dennoch sollen sich die Mandatsträger in Berlin für die Änderung der Richtlinie einsetzen. Wolfgang Mann sagte: „Die Winterhäuser wollen Gesundheit und höhere Lebensqualität. Sie warten sehnlichst auf den Lärmschutz. Einige fragen mich jede Woche, wann es denn endlich losgeht.“

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