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    Landrat Nuß muss sich nicht hinter einem Anwalt verschanzen

    Landrat Eberhard Nuß hat einen Anwalt beauftragt, der sich mit der Mobbing-Berichterstattung dieser Redaktion auseinandersetzt. Eine Ausgabe, die nicht sein muss.
    Eine brisante E-Mail an Mitarbeiter und Mobbing im Würzburger Landratsamt setzen Landrat Eberhard Nuß unter Druck. 
    Eine brisante E-Mail an Mitarbeiter und Mobbing im Würzburger Landratsamt setzen Landrat Eberhard Nuß unter Druck.  Foto: Daniel Peter

    Im Würzburger Landratsamt konnte ein Abteilungsleiter womöglich jahrelang Psychospielchen mit seinen Mitarbeitern treiben, sie schikanieren und unter Druck setzen. Beschwerden der Betroffenen wurden nicht ernst genommen. Der Landrat erklärt, von alledem nichts gewusst zu haben – und verdächtigte einen bestimmten Mitarbeiter, einen anonymen Brief geschrieben zu haben. Das alles wirft Fragen auf. Und auch das Verhalten des Landrats, ein gewählter Politiker und Vertreter des Freistaats, muss hinterfragt werden. Diese Redaktion hat dies immer wieder getan, um die Öffentlichkeit zu informieren, denn die Vorgänge im Würzburger Landratsamt sind von öffentlichem Interesse. Journalisten obliegt aber auch eine Kritik- und Kontrollfunktion. Ebenso wie den Mitgliedern des Kreistages. 

    Landrat Eberhard Nuß hält sich sehr bedeckt. Als es für ihn brisant wurde, hat Nuß einen Kölner Medienanwalt beauftragt, der jetzt den Landkreis Würzburg in der sogenannten "Mobbing-Berichterstattung" vertritt und aus der Landkreis-Kasse bezahlt werden soll. Nötig ist diese Ausgabe öffentlicher Gelder nicht. Denn es gibt keinen Anlass dafür. 

    Die Höhe der Anwaltskosten hängt nicht vom weiteren Verhalten dieser Redaktion ab. Diese kommt lediglich ihrer Funktion in einer demokratischen Gesellschaft nach. Landrat Nuß kann einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dass die Anwaltskosten nicht so hoch werden. Er muss einfach die Fragen dieser Redaktion beantworten. 

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