• aktualisiert:

    WÜRZBURG

    Landrat Nuß will in den Bezirkstag

    Landrat Eberhard Nuß will als Direktkandidat in den Bezirkstag einziehen. Foto: Gerhard Meißner

    Der Tod der Ochsenfurter Bezirksrätin Elisabeth Schäfer am 26. Juni hat innerhalb der CSU eine große Lücke hinterlassen, die der Kreisverband nun schleunigst schließen muss. Es geht dabei vorrangig um die Bezirkstagswahl am 14. Oktober, für die Elisabeth Schäfer erneut als Direktkandidatin nominiert war.

    Im kleinen Kreis hat in der vergangenen Woche Landrat Eberhard Nuß seine Ambitionen auf das Direktmandat kund getan. Das bestätigte er auch auf Nachfrage dieser Redaktion. Für manchen kam diese Bewerbung unerwartet, nachdem der inzwischen 65-Jährige seit langem angekündigt hatte, sich nach der nächsten Landratswahl 2020 aufs politische Altenteil zurückziehen zu wollen. Die Amtszeit im Bezirkstag würde erst 2023 enden.

    Landräte wollen Einfluss nehmen

    Zusammen mit seinen unterfränkischen Kollegen sei Nuss sich aber einig, dass Landräte Sitz und Stimme im Bezirkstag anstreben sollten, nachdem sich der Bezirk über die Bezirksumlage zum Großteil über die Landkreise finanziert. „Von den 60 Millionen Kreisumlage, die wir von den Gemeinden bekommen, reichen wir die Hälfte an den Bezirk weiter. Da ist es wichtig, dass wir auch mitentscheiden können“, so Eberhard Nuß.

    Nuß ist ohnehin Listenkandidat für die Bezirkstagswahl, allerdings ohne echte Chance auf einen Einzug ins Gremium. Das war in jüngerer Zeit lediglich seinem Vorgänger Waldemar Zorn gelungen – bei der letzten Landtagswahl unter Edmund Stoiber mit einem Stimmenanteil für die CSU von über 60 Prozent. Von diesem Traumergebnis ist die Partei derzeit Lichtjahre entfernt.

    Hat Rosa Behon Interesse?

    Als Interessentin für die Nachfolge von Elisabeth Schäfer wird auch die Kreisrätin und zweite Bürgermeisterin von Ochsenfurt, Rosa Behon, genannt. Auf Nachfrage bestätigt sie: „Ich habe meinen Hut in den Ring geworfen.“ Ebenso wie Kreisvorsitzender Thomas Eberth wollte Behon am Montagnachmittag aber den Beratungen des Kreisvorstands nicht vorgreifen.

    Am Montagabend beriet das Vorstandsgremium nicht nur über die Nachfolge im Bezirkstag. Es ging auch um die zahlreichen weiteren Ehrenämter, die Elisabeth Schäfer bekleidet hatte. Unter anderem war sie stellvertretende CSU-Kreisvorsitzende und Vorsitzende der Frauen-Union.

    Außerdem will Thomas Eberth nicht ausschließen, dass sich weitere Bewerber melden. Einer davon könnte der Röttinger Bürgermeister Martin Umscheid sein. Er hatte von 2008 bis 2013 bereits das Direktmandat im Bezirkstag inne, stellte sich aber nach parteiinterner Kritik nicht mehr der Wiederwahl und macht damit den Weg für Elisabeth Schäfer frei.

     

    Abhängig von den Erfolgsaussichten

    Die Empfehlung des CSU-Kreisvorstands hänge vor allem von den Erfolgsaussichten des Bewerbers ab, betont Kreisvorsitzender Eberth. „Nicht jeder Bewerber wird automatisch gewählt, und wir wollen das Direktmandat auf keinen Fall verlieren“, so Eberth. Nach dem Kreisvorstand wird sich Mitte Juli die Konferenz der Ortsvorsitzenden mit dem Thema befassen, bevor am 27. Juli die Nominierungsversammlung zusammentritt, um den Bewerber offiziell zu küren. Falls die Wahl auf Eberhard Nuß fällt, würde zumindest sein Listenplatz für einen weiteren Kandidaten frei.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!