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    Würzburg

    Laserscanner: Würzburg zieht im Advent die Massen an

    Seit einigen Monaten misst ein Laser Passanten in der Würzburger Innenstadt. Wie viele es genau sind und ob der Einzelhandel damit zufrieden sein kann.
    Vor allem an Adventssamstagen misst ein Lasergerät in der Innenstadt besonders viele Passanten. Foto: Patty Varasano

    Wer an einem der vergangenen Samstagen an einer Kasse stand, braucht keine Statistiken, um zu merken: Weihnachten naht und lockt viele Passanten in die Würzburger Innenstadt. Dennoch existieren Zahlen, die genau dieses Gefühl bestätigen.

    Seit einigen Monaten misst ein unauffälliger Laser die Fußgänger in der Schönbornstraße – somit an einem Punkt, an dem besonders viel los ist. In dieser Straße befinden sich viele Läden und Cafés. Der Laser ist an der Fassade des s.Oliver-Gebäudes angebracht. Er misst die Anzahl der Menschen, die eine unsichtbare Linie auf der Einkaufsstraße überschreiten. Die Messung erfolgt 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche und zählt Passanten in beide Gehrichtungen. Mit der Zählung sollen Einzelhändler, Investoren, Stadt-, Verkehrsplaner oder beispielsweise auch Handelsforscher herauslesen können, wie attraktiv die Innenstadt zu welcher Zeit ist.

    Doch nicht nur in Würzburg wird fleißig gemessen. Mittlerweile zählt das Unternehmen an über 100 Standorten die Passanten. "Mit diesen Daten können erstmals verlässliche Vergleiche von Frequenzen in Einkaufsstraßen gemacht werden“, erklärt Nico Schröder Geschäftsführer des Unternehmens schriftlich.

    Kaum erkennbar der Laser an einer Fassade in der Schönbornstraße angebracht, der die Passanten in der beliebten Einkaufstraße misst. Foto: Lucas Kesselhut

    Was bei den Zahlen in Würzburg auffällt: Die Innenstadt entwickelt in der Vorweihnachtszeit und speziell an den Adventssamstagen eine starke Anziehungskraft auf Gäste und Kunden. Das freut Volker Wedde, Bezirksgeschäftsführer des Handelsverbands Bayern, der die Zahlen – die das Lasergerät auf den Tag genau anzeigt – regelmäßig anschaut. "Es ist gut, dass die Menschen weiterhin in die Innenstadt kommen", sagt er. Die Zahlen könne er mit den Aussagen der Händler vergleichen, um so herauszubekommen, wie attraktiv die Stadt ist und auch bleibt. "Aber nicht jeder Passant ist gleichzeitig ein Kunde", gibt er zu bedenken.

    "Es ist gut, dass die Menschen weiterhin in die Innenstadt kommen."
    Volker Wedde, Handelsverband Bayern

    Doch die hohe Anzahl an Passanten, die der Laser in der Vorweihnachtszeit bereits gemessen hat, gleicht sich mit den Umsatzzahlen aus dem Handel. "Wir können bereits ein kleines Plus im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen", so Wedde auf Nachfrage dieser Redaktion. Früher sei es zudem viel schwieriger gewesen, diese Zahlen zu bekommen. Damals sei mehr geschätzt worden. Wedde würde es begrüßen, wenn der Laser noch an weiteren Standorten in Würzburg messen würde. Laut Smart City-Konzept der Stadt Würzburg ist das auch geplant.

    Hilfreich findet den Laser auch Wolfgang Weier, Geschäftsführer des Stadtmarketings „Würzburg macht Spaß“. Im Verein analysiert sein Team die Zahlen und wertet sie zusammen mit Wetterdaten und besonderen Anlässen aus. "Das ist absolut hilfreich und sehr wichtig", meint Weier auf Nachfrage der Redaktion. Zwar bestätige das Werkzeug oft das Gefühl, es gebe aber auch Überraschungen. So hätten sich viele Einzelhändler über einen extrem umsatzstarken "Super Shopping Friday" (29. November) gefreut, doch die Zahlen des Lasers sind laut Weier nicht unbedingt extrem hoch gewesen.

    "Insgesamt braucht sich Würzburg nicht zu verstecken", meint der Geschäftsführer des Stadtmarketing-Vereins. Dennoch müsse man aufpassen, die Attraktivität der Innenstadt zu halten. Leerstände würden sich heute auch immer öfter im Stadtkern finden lassen, so Weier.

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    Wann besonders viel oder wenig los war
    Im Jahresverlauf gab es einige besonders auffällige Messtage. Mit fast 70 000 gemessenen Fußgängern fällt der 14. September auf. Hier feierten viele Würzburger und Gäste unter anderem das Stadtfest. Am 27. Oktober stach der Mantelsonntag mit 40 327 gemessenen Fußgängern heraus. Zum Vergleich: Am Sonntag davor wurden nur rund 20 000 Personen im gemessenen Bereich unterwegs. Auch ein Negativ-Rekord fällt am Sonntag, 6. Oktober, auf: An keinem anderen Tag hat der Laser weniger Menschen in dem Bereich gemessen. Es waren nicht einmal 5000.

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