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    GELCHSHEIM

    Lebensraum in der alten Kläranlage

    Die alte Kläranlage in Gelchsheim soll als Biotop unter Schutz gestellt werden. Diesen Antrag, der mit 162 Unterschrifte... Foto: Klaus L. Stäck

    Die ehemalige Kläranlage in Gelchsheim an der Rippach wird als solche nicht mehr genutzt, seit der Ort an die Anlagen des Abwasserzweckverbands Ochsenfurt (AVO) angeschlossen ist. Im Lauf der Jahre habe sich dort ein wertvolles Biotop entwickelt, das unter Schutz gestellt werden sollte, meint eine Initiative, der sich eine Reihe von Bürgern angeschlossen hat. Im April wurde der Antrag an die Gemeinde gestellt, Schritte zum Schutz der ehemaligen Kläranlage zu unternehmen. Bürgermeister Hermann Gessner zeigte sich in der Sitzung, in der der Antrag behandelt wurde, nicht abgeneigt, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass erst etwas unternommen werden könne, wenn das Einvernehmen mit den zuständigen Behörden hergestellt ist. In diesem Sinne fiel auch der damalige einstimmige Beschluss des Gemeinderates aus.

    Alexander Grimm, Sprecher der Initiative, erläuterte in der Sitzung die Beweggründe und die bisherigen Aktionen. Die ehemalige Kläranlage sei ein wertvolles Biotop geworden, das vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum biete. Es sollte deshalb dauerhaft erhalten und geschützt werden. Zudem gäbe es in Gelchsheim sowieso nur sehr wenig unberührte Natur. Im Gemeinderat war auch darauf hingewiesen worden, dass das Biotop auch einer gewissen Pflege bedürfe. Grimm versicherte, dass dies ein Arbeitskreis aus freiwilligen und Helfern übernehmen könnte.

    Sorge um den Lebensraum des Bibers

    Das Anliegen fand in der Bevölkerung eine so große Unterstützung, die selbst die Initiatoren überraschte. Sie waren von Tür zu Tür gegangen, um Unterschriften zu sammeln, die den Antrag zur Unterschutzstellung der ehemaligen Kläranlage untermauern sollten. Es kamen insgesamt 162 Unterschriften zusammen. „Es hätten noch mehr werden können, wenn wir mehr Zeit gehabt hätten,“ sagte Alexander Grimm.

    Gemeinsamer Termin vereinbart

    In der jüngsten Gemeinderatssitzung berichtete Bürgermeister Hermann Gessner von einem Ortstermin mit dem zuständigen Sachbearbeiter der unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt, der bereits im Oktober 2016 stattgefunden hatte. Dabei sei festgestellt worden, dass die Gemeinde berechtigt sei, den Biberbau so niedrig zu halten, dass die Dränagen funktionieren können und dass von der Rippach kein Wasser auf Äcker überläuft, so dass dort die Früchte eingehen. Vollständig entfernt werden dürfe der Biberbau aber nicht.

    Weiterhin kündigte Gessner an, dass ein gemeinsamer Termin mit Vertretern der zuständigen Sachgebiete im Landratsamt und des Wasserwirtschaftsamts stattfinde. Dabei sollen möglichst alle Unklarheiten beseitigt werden. Auch die Frage einer Verfüllung, die schon einmal im Raum stand, solle dabei geklärt werden. Ergebnisse der Besprechung würden bis zur nächsten Sitzung des Marktgemeinderates vorliegen, so dass dann über das weitere Vorgehen beraten werden könnte.

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