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    Röttingen

    Leerstand in Röttingen sinkt: Von 42 auf 22 Häuser im Ort

    Im sanierten "Schwarzmannhaus" wurden jetzt drei Wohnungen geschaffen. Foto: Markhard Brunecker

    Röttingens Bürgermeister Martin Umscheid ist stolz, dass die Anzahl der leerstehenden Hauptgebäude im Ort von 42 im Jahre 2008 auf 22 reduziert werden konnte. Seit 2002 sind im Rahmen der Städtebauförderung insgesamt 17,8 Millionen Euro für Sanierungen verbaut worden, die mit knapp 10 Millionen Euro gefördert wurden. Darunter auch der kürzlich ausgezeichnete neue Ostflügel der Burg Brattenstein. Weitere Projekte wie "Alte Schule" sind in Planung.

    Für den unterfränkischen Regierungspräsidenten Eugen Ehmann, ist Röttingen ein gutes Beispiel für andere Orte, die sich solche Herausforderungen stellen. Er sieht das Taubertalstädtchen im positiven Sinn als "guten Kunden" der Städtebauförderung. "Die Altstadt ist fühlbar lebendiger und attraktiver geworden." 

    Chronik des "Schwarzmannhauses"

    Ein Beispiel dafür ist das historischen Schwarzmannhaus aus dem Jahre 1584, das mit öffentlicher Förderung zu einem Mietshaus mit drei günstigen Wohnungen wurde.  1999 hatte die Stadt Röttingen das Haus in der Hauptstraße 23 für 100 000 DM gekauft und vermietet. Knapp zwanzig Jahre später wurde die Nutzung des zweiten Obergeschosses aufgrund des schlechten Zustandes aufgegeben. Bis 2015 war ein Blumengeschäft im Erdgeschoss, danach stand dieses leer.

    Der unterfränkische Regierungspräsidenten Eugen Ehmann (dritter von links) und Röttingens Bürgermeister Martin Umscheid (Mitte) durchschneiden mit anderen das Abserrband. Foto: Markhard Brunecker

    2011 wurde das Anwesen voruntersucht, da es als Außenstelle des gegenüberliegenden Rathauses angedacht war. Die Kosten für eine Gesamtsanierung wurden damals auf cirka 1,4 Millionen Euro geschätzt. Ein Abriss kam aus Sicht der Denkmalpflege nicht in Betracht, da es im Einzugsbereich des angrenzenden historischen Marktplatzes das Ortsbild prägt.

    Vor dem Hintergrund der steigenden Nachfrage nach Wohnungen bot sich dank einer Sonderförderung durch den Freistaat Bayern "Ort schafft Mitte 2" die Chance, mit außergewöhnlichen Mitteln aus der Städtebauförderung das Anwesen zu sanieren und drei Wohnungen zu schaffen. 

    Drei Wohnungen mit sozailverträglichen Mieten  

     390 Quadratmeter Wohnfläche zu 4,50 Euro pro Quadratmeter sind so entstanden. Die Wohnungen sind für anerkannte Flüchtlinge und den sozialen Wohnungsbau mit Mietpreisobergrenze gedacht und haben eine siebenjährige Bindungsfrist. Die Gesamtkosten für die Sanierung betragen rund 1,5 Millionen Euro, davon werden vom Freistaat 1.1 Millionen gefördert. Der Stadt Röttingen bleiben etwa  380 000 Euro.

    Das Anwesen Taubergasse 1 war bereits von einer Erbengemeinschaft an einen Privatinvestor verkauft, doch machte die Stadt Röttingen in Nachhinein von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch. Im Februar 2016 wurde dies für 30 200 Euro gekauft. Auch hier entstanden drei neuen Wohnungen mit insgesamt 205 Quadratmetern. Die Gesamtkosten mit dem Abriss eines benachbarten Gebäudes betrugen 840 000 Euro, der Zuschuss 621 000 Euro, der Eigenanteil der Stadt 220 000 Euro.

    Segnung vom Pfarrer

    Landrat Eberhard Nuß lobte bei der Einweihung den guten Wurf, der den Röttingern gelungen sei. Röttingen biete Lebensqualität und sei eine tolle Stadt. CSU-Bundestagsabgeordneter Paul Lehrieder stellte fest, dass man hier sieht, was man aus Steuergeldern alles machen kann und gratulierte zu den gelungenen ortsbildprägenden Häusern. Anwesend waren außerdem Baudirektor Manfred Grüner, von der Städtebauförderung, Architektin Corinna Urban vom Architekturbüro Reiner Roßbach und  Architekt Stefan Schlicht vom Architektenbüro Schlicht/Lamprecht. Bevor die Röttinger Bürger vom "Tag der offenen Haustür" regen Gebrauch machten, segnete Pfarrer Gerhard Hanft die beiden neuen Häuser.

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