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    Thüngersheim

    Leibgericht vegan: Was bei der Galeristin in den Auflauf kommt

    Auf dem Weg zum veganen Auflauf: Künstlerin Sylvia Peter achtet auch in der Küche auf Pflanzliches. Foto: Sylvia Peter

    Mit dem Forum Botanische Kunst in Thüngersheim hatte Sylvia Peter, Absolventin der renommierten Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle, eine kühne Idee: eine Galerie für Gegenwartskunst mit dem Thema Pflanze. Ein ruhiges Thema, dem der biedere Ruch der Blümchenmalerei anhaften könnte. Umso überraschender dann der Einblick in die Ausstellungen: Hier sind alle Spielarten der Gegenwartskunst vertreten. Im Herbst hängt Sylvia Peter ausnahmsweise auch mal eigene Bilder. In einer Drei-Künstler-Ausstellung, die sich ab 21. September ganz gezielt mit den Bewegungen der Pflanzen befasst.

    Für das Café der Galerie für Botanische Kunst an der Thüngersheimer Stadtmauer backt sie Kuchen, für das "Leibgericht" kocht sie mit Mangold: Sylvia Peter.

    Foto: Sylvia Peter

    Seit zehn Jahren gibt es das Forum Botanische Kunst, dessen kleines Café Sylvia Peter auch als hervorragende Kuchenbäckerin zeigt. Sie überschlägt die Geschichte rückwärts: "Nachdem ich nun seit 20 Jahren nur noch Pflanzen male, bin ich vor einem halben Jahr dazu übergegangen, nur noch Pflanzen zu essen." Und als leidenschaftliche Köchin hat sie inzwischen einige vegane Gerichte "selbst entwickelt". Eins davon, und ein besonders sommerliches, ist ihr mediterraner Mangold-Auflauf.

    Das wird gebraucht:

    1200 g festkochende Kartoffeln

    800 g Mangold

    2 Zwiebeln

    2 Knoblauchzehen

    Olivenöl

    2 Prisen Chiliflocken

    2 EL Limettensaft

    2 EL Majoran, getrocknet

    20 schwarze Oliven

    1 rote Paprika

    80 g Walnüsse

    So wird’s gemacht:

    Die Kartoffeln schälen, in Scheiben schneiden und zehn Minuten in kräftig gesalzenem Wasser vorkochen. Den Mangold gründlich waschen, Stiele von den Blättern schneiden und beides separat in drei Zentimeter lange Streifen schneiden. Dann werden Zwiebel und Knoblauch fein gewürfelt und in Olivenöl zusammen mit den Mangoldstielen zehn Minuten angedünstet. Hinzu kommt das Mangoldgrün zusammen mit der Säure und dem Chili – für weitere fünf Minuten. Diese Gemüsemischung mit Salz abschmecken.

    Da es sich um einen Ein-Schichten-Auflauf handelt, empfiehlt sich eine nicht zu kleine Auflaufform für das zweite endgültige Garen. Hierzu kommen die Kartoffeln auf den Boden, und zwar in folgender Mischung: Die Pflanzenkünstlerin entsteint die trocken eingelegten Oliven, hackt sie grob, mischt sie mit den Kartoffeln, dem Majoran und sechs Esslöffeln Öl. Je nachdem wie salzig die Oliven schon sind, alles noch etwas nachsalzen. Der viele Majoran ist für Sylvia Peter "das aromatische Gegengewicht" zum Mangold. Er "verleiht dem Gericht etwas Unblumiges". Dank des herben Krauts könne man auch Rotwein dazu servieren.

    Der Auflaufform-Boden muss kaum mehr eigens gefettet werden, das Olivenöl in den Kartoffeln dürfte ein Anbrennen verhindern. 

    Peters Tipp: beim Olivenöl nicht sparen. "Da bei einem veganen Auflauf ja kein Fett durch Käse, Sahne oder Speck vorkommt, muss man eine für Nicht-Veganer ungewohnte Menge Öl verwenden. Sonst wird man nicht satt, und es wird zu trocken." So verstreicht man das Gemüse auf der Kartoffelmischung. Dann noch die in Streifen geschnittenen roten Paprika und grob gehackten Walnüssen "auf dem Auflauf schön anrichten", bittet die Ästhetin des Botanischen. Und ab in den Ofen: eine halbe Stunde bei 200 Grad genügt.

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