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    Leinach

    Leinach demonstrierte Dorfgemeinschaft bei "Streetfood statt Festzelt"

    In Kooperation mit dem von Würzburgs ehemaligen Oberbürgermeisterin Pia Beckmann initiierten Projekt "pics 4 peace" schi...

    Eindrucksvoller als ein Helferheer aus einem Dutzend Ortsvereinen zur Bewirtung von tausenden an Besuchern über ein Wochenende beim 40er-Jubiläum der Gemeinde Leinach, kann eine Dorfgemeinschaft eine solche nicht präsentieren. Schulter klopfen, Lob und Anerkennung von allen Seiten prasselte zuhauf auf die Organisatoren nieder. Anders noch als bei der "Silberhochzeit" zum 25-jährigen Bestehen der Gemeinde nach der Gebietsreform, hatten die drei jungen Ideengeber Thorsten Fuchs, Tobias Lang und Fabian Schmitt für die Veranstaltung mit "Streetfood statt Festzelt" ein vollkommen neues Festformat gewählt. Freilich bedeutete dies einen immensen Mehraufwand, sowohl bei der Vorbereitung als auch im Ablauf. Denn zur Ausrichtung verwandelte sich die neue Ortsmitte zwischen oberen und unteren Leinach in eine üppige Genussmeile. An den liebevoll aufgebauten Ständen wurde ausschließlich handgemachtes, ausgefallenes Food (Speisen) mit den entsprechenden Getränken angeboten.

    "Man hat gesehen: wir sind EIN Leinach, auch wenn uns das bisweilen von außen gerne anders zugeordnet wird", zeigte sich Altbürgermeister Andres Oestemer "stolz darauf, wie sich die Gemeinde vor allem den außergewöhnlich vielen auswärtigen Gästen präsentiert hatte." Oestemer war es, der als damaliger Bürgermeister 1978 die Umsetzung bewerkstelligen sollte, der von politischer Seite angeordneten Gemeindegebietsreform. Und mit dem Hinweis auf seinen Nachfolger Uwe Klüpfel zeigte sich der Altbürgermeister und Ehrenbürger überzeugt: "wir haben Leinach zusammengebracht." "Überwältigt von der offensichtlichen Eintracht" staunte auch Weinbaupräsident Artur Steinmann, was der Heimatort seines Vorgängers auf die Beine gestellt hatte.

    Alleine der viel versprechende Slogan "Streetfood statt Festzelt" hatte offensichtlich die Neugier zahlloser Besucher geweckt. "Schattenseite" des niemals zu erwartenden Erfolges war lediglich, dass an beiden Veranstaltungstagen jeweils alle Stände bis auf den letzten Krümel ausverkauft waren. Craft-Beer und Burger in vielen Variationen, oder Wildbratwurst und Pullet Pork zog die Besuchermassen an. Jung, dynamisch und kreativ wollte sich der Ort in erster Linie der Bevölkerung präsentieren. Und entsprechend des vorwiegend jugendlich orientierten neuen Festformats, rekrutierte sich auch der Großteil des Helferpools aus der jungen Generation.

    Abgestimmt auf das Jugend-Festival war auch das Programm. Zum Festauftakt rockte Steffi List Steffi List mit ihrer Unplugged-Band das Leinachtal, bis zum Toten-Hosen-Song "An Tagen wie diesen" zum großen Finale ein Feuerwerk die Nacht erhellte. Beinahe bis zum Sonnenaufgang feierten die Menschentrauben an Cocktail-, Craft-Beer- und Wein-Bar. Als besonderer Anziehungspunkt kristallisierte sich an beiden Tagen der "Leinacher Brückenschoppen" heraus. Hierzu wurde beim Festaufbau die Holzbrücke über den Leinach-Bach von Herbert Ehehalt ideenreich mit alten Rebstöcken an den Brückengeländern in Weinbergszeilen verwandelt.

    Musik-Kabarett der "3 Franken mit dem Kontrabass" zog schon am Sonntagvormittag erneut in Scharen die Besucher zum Festgelände. Daran anschließend gab Gotthard Väth eine humoristische Lehrstunde, in der er über die allzu häufig verkannten Vorzüge des Leinachtals philosophierte. Brechend überfüllt waren die Plätze spätestens als sich die "Schule mit Herz" präsentierte. Als Demonstration für gegenseitige Toleranz, Frieden, Freiheit und Demokratie setzten die Grundschüler ein buntes Ausrufezeichen zur Unterstützung der von Würzburgs ehemaligen Oberbürgermeisterin Pia Beckmann initiierten Projekt "pics 4 peace". An Luftballons schickten die Schüler ihre Wünsche und Ideen für eine bessere, friedvollere Zukunft in die weite Welt. Überwältigt von dem, was Leinach und die Schüler auf die Beine gestellt haben, zeigte sich die Ex-Oberbürgermeisterin "tief beeindruckt".

    Mit ihrer bunten Demonstration für das Projekt "pics 4 peace" hatten die Schüler echten Fernsehstars auf der Bühne fast die Schau gestohlen. Begleitet von der vollzählig vertretenen Führung des Fastnachtverband Franken präsentierten die "Meefischli" der Fastnachtsjugend Franken ihren "Leinach-Hit" Dieser entstand einmal bei der seit 2000 im örtlichen Jugendgästehaus jährlich stattfindenden Nachwuchsschulung. Auch die jungen "Franken-Rapper" Josepha & Pheline lernten dort das Einmaleins des Frohsinns. Und zum verfrühten Kehraus fegte Frankens bekannteste Putzfrau Ines Procter übers Festgelände, ohne jedoch die Besucher zum Nachhausegehen bewegen zu können.

    "Ein riesiges Kompliment" zollte nicht zuletzt Landrat Eberhard Nuß den Organisatoren und der Gemeinde. "Ich komme aus dem Staunen nicht heraus, was ihr aufgebaut und abgezogen habt. Von Kindern über Jugendliche bis zu den feierfreudigen Erwachsenen war zwei Tage lang alles geboten. Die Ideen und deren Durchführung waren einmalig und genial", lobte der Landrat beinahe überschwänglich. "Ausgepowert, einfach nur sprachlos, überwältigt und dankbar für das, wie sich Leinach seinen Gästen präsentiert hat", äußerte sich Bürgermeister Uwe Klüpfel in knappen Worten am Sonntagabend, als bereits der Abbau begann.

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