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    Würzburg

    Leserforum: Eine beträchtliche Bausünde

    Zum Artikel „Anwohner fürchten um grüne Idylle - Ein möglicher Neubau bei einer historischen Wohnanlage in der Sanderau bedroht einen beliebten Hinterhof" vom 18. Dezember.

    Zum Artikel „Anwohner fürchten um grüne Idylle - Ein möglicher Neubau bei einer historischen Wohnanlage in der Sanderau bedroht einen beliebten Hinterhof" vom 18. Dezember.

    Es ist kaum zu fassen, dass eine derart absurde Bebauungsplanung ernsthaft in Erwägung gezogen werden kann. Nach meiner Auffassung würde mit der Errichtung eines zusätzlichen massigen Gebäudes auf dieser angedachten Fläche eine wirklich beträchtliche Bausünde getätigt werden. Dieser denkmalgeschützte Wohnkomplex, schön und großzügig angelegt, architektonisch gelungen, lebt und atmet durch die großzügige Außenanlage. Würde diese wegfallen, wäre dies eine Zerstörung des Gesamtkonzeptes. Es käme einer Amputation gleich.

    Es mag stimmen, dass aktuell zusätzliche Kindertagesstätten benötigt werden. Es ist nachvollziehbar, dass der Gedanke verlockt, keine große Summe für den Erwerb eines Grundstückes ausgeben zu müssen, weil dieses genannte sich schon im Besitz der Würzburger Kratz Immobilien GmbH & Co befindet. Und auch, dass zusätzlicher Wohnraum benötigt wird ist wohl zutreffend. - aber bitte nicht hier an dieser Stelle!

    Hans Steidle, der Stadtheimatpfleger, er findet meine volle Zustimmung wenn er sagt, dass dieser schöne, schützenswerte Wohnkomplex aus den 20er Jahren in Würzburg besonderen und singulären Charakter besitzt und diese unbedingt dazugehörende Grünanlage (als Außengestaltung) erhalten bleiben muss.

    In der Zeitung lese ich die Bezeichnung „Hinterhof'? Das ist es nicht. Auch die praktischen Überlegungen, nämlich dass sich der hufeisenförmig angelegte Komplex im Sommer in unerträglicher Weise aufheizen würde, auch sie sind nicht von der Hand zu weisen.

    Es handelt sich hier um ein Gesamtensemble, die Erteilung einer Baugenehmigung für dieses Vorhaben rechtfertigte nach meinem Dafürhalten den Zuruf: „Bravo, Sie haben die goldene Palme gewonnen beim Wettbewerb: „Lasst uns unsere Städte hässlicher machen!"

    Verzeihen Sie bitte die Polemik in meinen Worten, aber ich erfreue mich immer an guter Architektur. Kleines Denken, Sparsamkeit an der falschen Stelle und damit Zerstörung von Schönheit, von Größe, von Harmonie, das bringt mich auf die Palme.

    Monika Nagel 

    90469 Nürnberg

    Bearbeitet von Michaela Stumpf

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