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    Thüngersheim

    Leserforum: Nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen

    Eine nicht genehmigte Entnahme von Grundwasser durch die Firma Benkert im Steinbruch in Thüngersheim wäre, wenn sich der Tatbestand bestätigt, nicht in Ordnung und müsste durch die zuständigen Behörden geahndet werden.

    Nicht in Ordnung ist aber auch die Berichterstattung, die mit der Effekt haschenden Zahl von drei Millionen Liter die Bevölkerung in die Irre führt. Wenn man in der Schule aufgepasst hat weiß man, dass drei Millionen Liter umgerechnet „nur“ 3000 m³ ergeben. Übrigens eine Menge, die ein Fußballverein in etwa jährlich für die Bewässerung von zwei Sportplätzen benötigt. Bei einer Entnahme dieser Menge Wasser aus dem örtlichen Trinkwassernetz, müsste man dafür in Thüngersheim knapp 6000 Euro bezahlen.

    Es kann deshalb davon ausgegangen werden, dass die Nutzung des vorhandenen Oberflächen- und vielleicht auch Grundwassers in erster Linie keine auf Gewinnerzielung gerichtete Maßnahme darstellt. Die Firma Benkert vermeidet offensichtlich bisher die Wasserentnahme aus einem Ortsnetz und verwendet dagegen das im Steinbruch zulaufende Oberflächenwasser. Umweltpolitisch möglicherweise sogar zu begrüßen.

    Weiter muss erwähnt werden, dass das Grundwasser in Thüngersheim schon seit Jahrzehnten nicht als Trinkwasser verwendet werden darf, da die Nitratbelastung bei Probeentnahmen immer über dem gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert lag.

    Mein Fazit: Nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen und spektakuläre Forderungen stellen, sondern in Ruhe die behördlichen Prüfungen und Entscheidungen abwarten.

    Jürgen Weid
    97291 Thüngersheim

    Bearbeitet von Lena Berger

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