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    Würzburg

    Leserforum: Strategien ohne Rattengift erforderlich

    Zum Artikel "Ratten keine Gefahr für Kinder?" vom 11. März erreichte uns folgender Leserbrief.

    Vermutlich hat das Städtische Gartenamt bei seiner Rattenbekämpfung im Glacis nicht bedacht, daß der Gifteinsatz erhebliche Risiken für Natur und Umwelt in sich birgt. Tiere können Köder verschleppen oder auch an einer frisch vergifteten Ratte fressen. Sekundärvergiftungen sind die Folge. Die Giftstoffe reichern sich in den Nahrungsketten an und bleiben lange in der Umwelt. Eichhörnchen, Krähen und andere dürften betroffen sein.

    Übrigens haben auch Ratten ihren Platz im natürlichen Nahrungsnetz. Sie wirken als Aasfresser und Abfallverwerter.

    Aus ethischen Gründen verbietet sich ebenfalls ein Einsatz von Rattengift, das die Blutgerinnung verzögert und zu inneren Blutungen führt. Diese können bei Ratten wie bei uns Menschen Schmerzen verursachen, Angst und Panik auslösen.

    Der einzig sinnvolle Weg, eine stärkere Vermehrung von Ratten im Glacis zu vermeiden, heißt Vorbeugung. Sorgfältig wahrgenommene Abfallvermeidung und Abfallentsorgung sind notwendig. An "Hot Spots" könnten Schilder aufgestellt werden, die Glacisbesucher auffordern, organische Abfälle in den vorgesehenen Tonnen zu entsorgen. Vielleicht sollte auch die Dönerbude nicht im Glacis betrieben werden.

    In unserer aufgeklärten Gesellschaft wächst langsam die Einsicht, dass der Einsatz von Giftstoffen auf Grund irgendwelcher Nützlichkeitserwägungen Natur und Umwelt und damit auch uns Menschen großen Schaden zufügt. Die Agrarindustrie führt uns diese Problematik mit dem Einsatz von Pestiziden im großen Stil vor. Intelligente Strategien ohne Gift sind erforderlich.

    Rainer Mathes
    97461 Hofheim

    Bearbeitet von Carolin Schulte

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