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    UENGERSHAUSEN

    Lesergarten: Neue Liebe im alten Bauernhof

    Es geschah an einem Tag der offenen Gartentür. Vor Jahren schon, bei den Vorbesitzern. Als Yvonne Eitel den ehemaligen Thorwarths-Hof sah, war es um sie geschehen. Für sie war der Hof ein Traum-Objekt. Mutter Irene Skupch ging es nicht anders. Als das Anwesen dann zum Verkauf stand, mussten sie also nicht lange überlegen.

    Seit drei Jahren wohnt Yvonne Eitel nun schon mit ihrem Mann Jürgen Lutz und ihren Eltern Irene und Klaus Skupch in Uengershausen – und seitdem sind sie unermüdlich am Schaffen.

    Perfekte Arbeitsteilung

    Vor allem in Stall und Garten wird zurzeit gearbeitet. Zwar waren die Vier vorher keine großen Gärtner, aber nun hat es die ganze Familie gepackt. Dabei kümmert sich jeder um etwas anderes: Yvonne Eitel gärtnert, Jürgen Lutz ist für die Holz- und Klaus Skupch für die Steinarbeiten zuständig. Er pflastert gerade einen Weg in Puzzle-Manier aus Natur-Bruchsteinen zwischen dem neuen Tomaten-Gewächshaus und einem der neuen Hochbeete.

    Die Hochbeete hat Irene Skupch für Salat und Gemüse bekommen – und kann nun mitmachen, ohne dafür in die Knie gehen zu müssen. Sie ist außerdem fürs Konservieren zuständig. Mit großem Erfolg, wie der köstliche Rhabarber-Sirup, der zur Erfrischung bereit steht, beweist.

    Hier ist definitiv ein Traum-Team am Werk, das seine gesamte Freizeit und den Urlaub in das Anwesen investiert. Yvonne Eitel hat gefunden, was ihr gut tut. Sie geht darin auf, vor sich hin zu gärtnern, alles wachsen zu sehen und zu gestalten.

    Erst einmal ging es in die Bibliothek

    Dabei gab und gibt es eine Menge zu lernen und auszuprobieren. Yvonne Eitel fing praktisch von vorne an, mit Stapeln von Büchern aus der Bibliothek und unzähligen Stunden Recherche im Internet. Inzwischen sind mehr oder weniger alle Pflanzen identifiziert. Die Neu-Gärtnerin geht behutsam vor.

    Immerhin hatte ihr das Anwesen ja auch genau so gefallen, wie der historische Bauernhof sich präsentierte: ein Bruchstein-Haus, rote Sandstein-Fenstergewände, ein angebauter ehemaliger Stall, der nun zu einer Werkstatt umgebaut wird. Das Dachgeschoss wird Wohnraum werden. Die Hofanlage mit Walnussbaum ist geschlossen. Hinter der Scheune mit dem Gewölbekeller liegt der Garten, für den alle Dächer das Wasser anliefern.

    Wohnen im Grünen

    Aufgeteilt ist er in einen grünen Wohnbereich und den Nutzgarten im ehemaligen Hühnerhof. Mauern umgeben den Garten an drei Seiten, kaschiert von Weigelie, Eibe, Felsenbirne, Holunder, Farn. Ein schöner, großer Walnussbaum dominiert. Der Wohnbereich ist also eher schattig.

    Der Garten ist dennoch groß genug, um trotzdem freundlich zu erscheinen und auch sonnige Bereiche zu haben. Seine geschützte Lage dürfte außerdem die Chance für den jungen Tellerpfirsich bedeuten, der erstmals Früchte angesetzt hat – und leider doch wieder die Kräuselkrankheit an den Blättern zeigt.

    Die Verbindung von Altem und Neuem

    Die behutsame Weiterentwicklung mit sehr viel Wertschätzung für Vorhandenes, für natürliche und alte Bauelemente, macht die Hof- und Gartenanlage stimmig und reizvoll. So sind zwar oft die Sorten-Namen nicht überliefert, aber der Pracht und dem Duft der herrlich gesunden Rosenbüsche tut dies keinen Abbruch.

    Vor allem Rosen, Pfingstrosen, Akelei und Mohn sind überall im Garten in vielerlei besonders reizenden, nicht alltäglichen Sorten zu finden. Edle Besonderheiten sind die Rockii-Strauchpfingstrosen. Große weiße Blüten mit dunklen Basalflecken kennzeichnen „Joseph Rock“ – die Pflanze ist nach ihrem Entdecker benannt. Ein buschiger Wuchs und große Robustheit zeichnen sie aus. Außerdem wird sie nicht geschnitten.

    Wo auch Wildkräuter wachsen

    Manche Beete sehen schon so aus, als ob eine Floristin sie sich für ihre Arrangements angelegt hätte. Dabei werden auch Wildkräuter und Ackerblumen nicht unbedingt ausgeschlossen. Bärlauch, Löwenzahn, Brennnesseln und Giersch muss man nur erst als Delikatesse entdecken – oder als Sud zur Abwehr von Parasiten und zur Stärkung der Pflanzen.

    Ergänzt wurden vor allem einige Obstbäumchen und jede Menge Beeren-Sträucher. Der blühende japanische Schneeball, weißer und schwarzer Duftholunder „Black Lace“ sowie Rosen sorgen im Hühnergarten mit seinen vielen Blüten für Höhenstruktur.

    Platz zum Faulenzen

    Die strikte Trennung zwischen Nutz- und Wohngarten ist ohnehin aufgelockert, seit es das Gewächshaus für die Gurken im Halbschatten und das große Hochbeet für Erbsen, Salat und Möhren neben der Terrasse gibt. Frei nach dem Motto: wo gearbeitet wird, muss es auch Platz zum Faulenzen geben, hat Jürgen Lutz alle Bereiche mit Sitzen und Schaukeln ausgestattet.

    Zudem laden im Halbschatten Hängematte und Terrasse wunderbar zum Erholen ein. Und es gibt noch ein paar Hingucker, die er geschaffen hat: Am Scheunentor lehnt neuerdings beispielsweise eine Etagere für Pflanzkübel, wo Paprika, Rosmarin und Zitronengras wachsen. Daneben fällt eine dekorative Tür ins Auge, an der natürlich gewachsene Haselruten verbaut wurden.

    Tierische Gartenliebhaber

    Die Hunde der Familie wissen die hübschen Accessoires womöglich gar nicht zu schätzen. Der Wohngarten ist aber dennoch auch ihr Bereich. Der Husky-Mischling Denjo liebt es im Schatten zu lümmeln, Schäferhündin Elly mit dem Ball herum zu fetzen. Das alte Eisentor hält sie von den zarteren Pflanzen fern.

    Nachbars Katzen versucht Yvonne Eitel mit Schälchen voller Kaffee-Satz in den Hochbeeten zu vergrämen. Das mögen sie angeblich nicht und würde ihnen den vierlagigen weichen Boden für ihr Geschäft vermiesen. Doch zum Bedauern aller Hundefreunde werden Elly und Denjo am Tag der offenen Gartentür frei haben!

    Lesergarten zum Besichtigen

    Der Garten von Yvonne Eitel, Uengershauser Straße 50, in Uengershausen ist am Sonntag, 3. Juni, von 10 bis 18 Uhr für Interessierte geöffnet.

    Rosen-Gärten als Tipp:

    Um die Rosenblüte auskosten zu können, die zum eigentlichen Tag der offenen Gartentür am 24. Juni ihren ersten Zenit bereits überschritten haben wird, laden Gärten mit dem Schwerpunkt Rosen zu Sonderöffnungstagen, jeweils 10 bis 17 Uhr, ein:

    9. und 24. Juni: Marina Wüst, Geheusteige 9, Frickenhausen

    9. und 24. Juni: Anita Rau, Ochsenfurter Straße 46, Frickenhausen

    9. und 24. Juni: Rosa und Siegfried Hamann, Sonnenstraße 20, Ochsenfurt-Kleinochsenfurt

    10. Juni: Marianne und Peter Kraus, Lindenweg 8, Uettingen

    17. und 24. Juni: Liselotte Scherer, Versbacher Röthe 125, Würzburg-Versbach

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