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    Leinach

    Letzte Ruhestätte unter Kirschbäumen 

    Auf reges Interesse der Bevölkerung stieß die Friedwiese auf dem Friedhof St. Laurentius. Bürgermeister Uwe Klüpfel erklärt die Gestaltungsidee. Foto: Herbert Ehehalt

    Noch näher an der für das Leinachtal so typischen Natur, als auf der neuen Friedwiese auf dem  Friedhof St. Laurentius, können Menschen ihre letzte Ruhe nicht finden. Unter Kirschbäumen, umgeben von einer Margaritenwiese, entstand auf einer Fläche von 500 Quadratmetern ein Naturidyll zur alternativen Bestattung.

    Die Ansaat der Blumen freilich fiel zumindest für dieses Jahr dem ungewöhnlichen trockenen Extrem-Sommer zum Opfer. Nach Überzeugung von Landschaftsarchitektin Ulrike Faust (Erlabrunn/Karlstadt) und Bürgermeister Uwe Klüpfel (CFW) bei der Segnung durch Ortspfarrer Andreas Bosl, wird die Fläche jedoch ab dem Frühjahr in voller Pracht blühen.

    Nach den Erfahrungen der Gemeindeverwaltung gehören gewöhnliche Erdbestattungen mittlerweile eher zur Ausnahme. Entsprechend des christlichen Glaubens zeugen zum Jahresausklang abgeblühte Blumen, Bäume im herbstlichen Gewand und bunte Weinberge auch vom vorübergehenden Ende der Vegetation. Und dennoch verleiht der optische Eindruck der neuen Friedwiese auf dem Friedhof St. Laurentius einen besonderen Charme.

    Als Folge einer zunehmend veränderten Bestattungskultur schuf die Gemeinde auf einer Erweiterungsfläche am Rande der bestehenden Gräber die Möglichkeit für naturnahe Urnenbestattungen. Statt der häufig verbreiteten Urnenwände oder gewöhnlicher Urnengräber entstand auf einer Fläche von rund 500 Quadratmetern ein Bestattungsfeld. Dort bietet sich Platz für etwa 50 Urnen. "In Anlehnung zum Friedhof als Bezeichnung einer letzten Ruhestätte entschied sich der Gemeinderat bei der Namensgebung der Fläche für Friedwiese", verdeutlichte Bürgermeister Uwe Klüpfel.

    Die Initiative zu der schon länger geplanten Friedhoferweiterung in der nun entstandenen naturnahen Form, ging von Gemeinderätin Silvia Schmitt (CFW) aus. Gefallen innerhalb des Gemeinderates fand schließlich die Gestaltungsidee von Landschaftsarchitektin Ulrike Faust. In einem weiten Bogen führt ein befestigter Fußweg durch eine mit Margeriten eingesäte Grünfläche. Unterbrochen wird der Rundweg von einem kleinen runden Platz. Dieser ist mit Steinquadern aus Muschelkalk eingefasst, die gleichzeitig als Sitzmöglíchkeit zum Innehalten dienen.

    Abgetrennt mit Cordenstahl, entstanden entlang des Fußrundweges vier Flächen für Urnenbestattungen. Die betreffenden Grabstätten werden lediglich durch kleine Steinplatten mit der Namensinschrift des jeweiligen Verstorbenen gekennzeichnet sein. Dies macht keine Grabpflege durch Angehörige erforderlich.

    "Nach einer Entscheidung des Gemeinderates sollen sich die Gebühren an den üblichen Grabnutzungsgebühren für ein gewöhnliches Urnengrab orientieren", erklärte Klüpfel bei der Übergabe der neuen Friedwiese. In dem gerade erst fertig gestellten neuen Bestattungsbereich im Friedhof St. Laurentius werde noch in dieser Woche die erste Beisetzung erfolgen, kündigte Klüpfel an.

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