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    Würzburg

    Lückenschluss durch ein Hotel in der Martinstraße

    Die Martinsklause in der Würzburger Innenstadt soll abgerissen werden. Stattdessen plant Inhaber Ralf Barthelmes ein Boutique-Hotel. Was heißt das für die Stadt?
    Diese kriegsbedingte Baulücke soll ab dem kommenden Jahr geschlossen werden: In der Martinstraße entsteht ein Boutique-Hotel mit rund 80 Betten.
    Diese kriegsbedingte Baulücke soll ab dem kommenden Jahr geschlossen werden: In der Martinstraße entsteht ein Boutique-Hotel mit rund 80 Betten. Foto: Patrick Wötzel

    Die Tage der "Martinsklause" und des "Martinz" sind gezählt: Inhaber Ralf Barthelmes will im kommenden Jahr seinen gastronomischen Betrieb in der Martinstraße 21 schließen, das Gebäude teilweise abreißen und ein Boutique-Hotel mit rund 40 Zimmern und 80 Betten bauen. Weil dadurch nach über 70 Jahren eine Baulücke geschlossen wird, erteilte der Notfall-Ausschuss des Würzburger Stadtrats die Baugenehmigung für das Projekt einstimmig.

    In der B-Lage zwischen den Fußgängerzonen "hat die Frequenz in den letzten Jahren nachgelassen und das a-la-Carte-Geschäft ist schwierig geworden", berichtet Barthelmes im Gespräch mit der Redaktion. Er plant ein fünfgeschossiges Hotel,  dessen Lobby sich an Stelle des derzeitigen Wintergartens zur Martinstraße hin öffnet. Mit dem Auto anreisende Hotelgäste können dort ihr Gepäck ausladen und finden einen Stellplatz in der Marktgarage, "die nachts meistens sehr leer ist", sagt Barthelmes.

    Baubeginn bereits 2021 geplant

    Er setzt als Hauptgeschäft auf Übernachtungen mit Frühstück in einem modernen Wohlfühl-Ambiente, denkt aber auch an kleinere Tagungen oder Vorstandstreffen von Unternehmen in einer multifunktionellen Hotel-Lobby. "Und Touristen möchten auch gerne kurze Wege in die Innenstadt haben", weiß der erfahrene Gastronom.

    Erste Überlegungen und Skizzen stammen schon aus den 2000er-Jahren, jetzt wird es konkret: "Wir möchten gerne im kommenden Jahr mit dem Bau beginnen", sagt Barthelmes, der nach eigenen Worten "einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag" investieren wird. Boutique-Hotels zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie vom Inhaber selbst geführt werden und mit individuellen Design-Elementen gestaltet werden.

    Stadtheimatpfleger Hans Steidle bewertet das Projekt als positiv 

    Barthelmes setzt außerdem darauf, dass durch die geplante Umgestaltung und Neuentwicklung des Paradeplatzes mit einem weiteren Hotel und zwei gastronomischen Betrieben "das gesamte Areal um den Dom herum einen komplett anderen Charakter bekommen und wesentlicher attraktiver werden wird. Im Moment dient es ja hauptsächlich dem Parksuchverkehr".

    Stadtheimatpfleger Hans Steidle hat den Lückenschluss durch das Projekt als "uneingeschränkt positiv" bewertet. Die Traufhöhe des neuen Hotels orientiert sich an der umliegenden Bebauung, das Walmdach mit dem Obergeschoss wird etwas über die Firsthöhe der Nachbarn hinaus ragen. Die Eigentümer sämtlicher Nachbargrundstücke sind informiert und haben den Plänen zugestimmt.

    Die Schiestlstube und der historische Gewölbekeller der Martinsklause werden beim Abbruch übrigens nicht angetastet: "Wir möchten sie der Nachwelt erhalten und getrennt vom Hotelbetrieb der Öffentlichkeit in irgendeiner Form zugänglich machen", verspricht Ralf Barthelmes.

    Rückansicht der Martinsklause: An Stelle des Traditionslokals wird von Inhaber Ralf Barthelmes ab dem kommenden Jahr ein Boutique-Hotel mit rund 80 Betten gebaut.
    Rückansicht der Martinsklause: An Stelle des Traditionslokals wird von Inhaber Ralf Barthelmes ab dem kommenden Jahr ein Boutique-Hotel mit rund 80 Betten gebaut. Foto: Patrick Wötzel
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