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    Würzburg

    Mainfranken Theater: Wird über Trabusch-Vertrag neu entschieden?

    Intendant Markus Trabusch soll laut Beschluss des Not-Stadtrates keinen neuen Vertrag erhalten. Die Entscheidung ist heftig umstritten - auch wegen einer falschen Stimme.
    Bleibt es beim Nein zur Vertragsverlängerung? Um die Zukunft von Mainfranken Theater-Intendant Markus Trabusch wird im Würzburger Stadtrat zurzeit gestritten.
    Bleibt es beim Nein zur Vertragsverlängerung? Um die Zukunft von Mainfranken Theater-Intendant Markus Trabusch wird im Würzburger Stadtrat zurzeit gestritten. Foto: Thomas Obermeier

    Es geht um nicht weniger als um einen der Top-Jobs in der Stadt Würzburg: Markus Trabusch, seit 2016 Intendant des Mainfranken Theaters, soll nach einer Entscheidung des Stadtrats-Notausschusses vom Donnerstag kein neues Vertragsangebot erhalten. Das würde bedeuten, dass der 58-Jährige nur bis Ende August 2021 im Amt bleiben kann und dann seinen Posten räumen muss. 

    Allerdings ist die Entscheidung des 17-köpfigen Gremiums stark umstritten. Am Mittwoch hatte sich der Werkausschuss Mainfranken Theater als zuständiger Fachausschuss mit der Personalie beschäftigt. Dem Gremium gehören neben OB Christian Schuchardt und Kulturreferent Achim Könneke 16 Stadträte an. Nach mehrstündiger, nichtöffentlicher Beratung sprach sich der Werkausschuss mit deutlicher Mehrheit für eine Vertragsverlängerung aus.  

    Ein Stadtratsmitglied stimmte versehentlich falsch ab

    Tags darauf wurde dann im 17-köpfigen Not-Stadtrat erneut beraten, ebenfalls über mehrere Stunden hinweg. Das Gremium traf dann mit denkbar knapper Mehrheit von neun zu acht Stimmen die Entscheidung, Trabuschs Vertrag nicht zu verlängern – trotz des klaren gegenteiligen Votums aus dem Fachausschuss am Vortag. Die Sache vollends pikant macht der Umstand, dass ein Stadtratsmitglied am Donnerstag wohl versehentlich falsch abgestimmt hat. Gleichwohl blieb es beim mit einer Stimme Mehrheit getroffenen Beschluss.  

    Übers Wochenende gab es dann unter einem Teil der Stadträte offenbar einen lebhaften Austausch.  "Die Entscheidung ist höchst umstritten", sagte SPD-Fraktionschef Alexander Kolbow auf Anfrage dieser Redaktion. "In einer normalen Stadtratssitzung hätte es höchstwahrscheinlich ein anderes Ergebnis gegeben", meint Kolbow mit Blick auf die Tatsache, dass nur 17 Stadträte die wichtige Personalentscheidung trafen. Und nicht das mit Oberbürgermeister 51-köpfige Gesamtgremium.

    Die SPD hat deshalb einen interfraktionellen Dringlichkeitsantrag zur nächsten Stadtratssitzung an diesem Donnerstag initiiert. Das Ziel: die Entscheidung über ein neues Vertragsangebot für Trabusch noch einmal auf die Tagesordnung zu setzen. "Es geht ja hier nicht um ein Bauprojekt, sondern um die berufliche Zukunft eines Menschen", argumentiert Kolbow.

    Dringlichkeitsantrag will Aufhebung des Stadtratsbeschlusses

    In dem Antrag heißt es: "Der Stadtrat hebt den Beschluss vom 2. April, den Dienstvertrag mit dem Intendanten des Mainfranken Theater Würzburg nicht zu verlängern, wieder auf und stellt diese Entscheidung im Stadtrat erneut zur Abstimmung." Unterzeichnet ist das Papier von 28 Stadträten verschiedener Fraktionen und Gruppierungen. Stadträte von CSU, FDP und Bürgerforum sind nicht darunter.

    Wie es zur Begründung heißt, entspreche das Abstimmungsergebnis vom Donnerstag "nicht dem tatsächlichen Willen der Stadtratsmehrheit". Das Ergebnis sei allein dadurch entstanden, "dass ein Stadtratsmitglied versehentlich und irrtümlich dafür stimmte, den Vertrag nicht zu verlängern". Das betreffende Stadtratsmitglied habe seinen Irrtum sofort bemerkt und sich  durch "Rufe und Gesten" bemerkbar gemacht. Das Stadtratsmitglied habe sich "in dieser so aufwühlenden Situation"  zwar nicht sofort zur Geschäftsordnung, dafür aber nach der Abstimmung gleich noch mal zu Wort gemeldet. "Nach Ansicht der Antragsteller hätte der Oberbürgermeister die Abstimmung wiederholen müssen, um jeden Zweifel am Mehrheitswillen des Stadtrates auszuräumen", heißt es im Antrag.

    Die Stadt Würzburg verwies am Montag gegenüber dieser Redaktion lediglich auf die Entscheidung vom Donnerstag und ließ wissen, dass der Beschluss laut Gemeindeordnung verbindlich und umzusetzen sei. OB Schuchardt  gab mit Verweis auf die Nichtöffentlichkeit der Sitzung zunächst keine Stellungnahme zum Dringlichkeitsantrag ab.

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