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    Veitshöchheim

    Malerin Gudrun Harth stellt in Bücherei im Bahnhof aus

    "In meiner Kindheit und Jugend hatte ich mit Malen überhaupt nichts am Hut", sagt die 1947 in Würzburg geborene und in einem kleinen Dorf in Unterfranken aufgewachsene Gudrun Harth. Im inzwischen erreichten Alter von über 70 Jahren kommt es dagegen des Öfteren vor, so verrät sie, dass sie über einer Bleistiftzeichnung schon mal an die 16 Stunden fast die ganze Nacht durch sitzt und einfach nicht aufhören kann.

    Die seit über fünf Jahren in Veitshöchheim in der Mozartstraße wohnende Malerin hat eine Vorliebe für verfremdete Tiermotive, die sie verkleinert auch für Kinder-Glückwunschkarten als Unikate fertigt. Dies alles präsentiert sie nun in einer eigenen Ausstellung noch bis zum 8. September im Lesecafé der Bücherei im Bahnhof einer breiten Öffentlichkeit.

    Lehrerin legte Wert aufs Malen

    Nach der mittleren Reife am Gymnasium Gemünden absolvierte Gudrun Harth noch ohne große künstlerische Ambitionen mehr oder weniger zufällig die Würzburger Werkkunstschule, weil diese auch ihre Schwester besuchte. Sicherlich auch, wie Gudrun Harth rückblickend sagt, weil ihre Lehrerin am Gymnasium viel Wert aufs Malen legte und ihr ihre Bilder gefallen hatten. An der Werkkunstschule lehrten damals auch so renommierte Künstler wie Wolfgang Lenz und der Veitshöchheimer Leo Dittmer, denen sie ihr Faible für Bleistiftzeichnungen verdanke. Doch ihren hier 1968 erlangten Beruf als Fachlehrerin für Zeichnen und Werken übte sie nicht weiter aus, die Gründung einer Familie und der eingestellte Nachwuchs hatten Vorrang.

    Erst als Harth ab 1995 privat eigene Wege ging, nahm die Malerei sie so richtig in Beschlag, half diese ihr, die für sie damals schwere Zeit zu bewältigen. Harth: "Besonders angetan war ich damals von der veränderten Naturwahrnehmung, die die Werke des Malers Caspar David Friedrich prägen, dem bedeutendsten Künstler der deutschen Frühromantik." Das Geheimnisvolle naiver Bilder vor Augen, habe sich in ihr der Wunsch verfestigt, sich auch die Aquarell- und die Pastellkreide-Malerei anzueignen. In diesen Techniken habe sie sich dann in den letzten 20 Jahren autodidaktisch durch das Studium von Büchern und durch Experimentieren selber weitergebildet.

    Erste Ausstellung 1995

    So arbeitet Gudrun Harth auch heute noch gleichermaßen gerne mit Aquarellfarben, Pastellkreide, Bleistift und Tusche, wobei sie die Materialien auch gerne vermischt; zum Beispiel Bleistift und Pastellkreide. Ihre Motive findet sie in der Natur und verändert diese nach ihrer Vorstellung.

    Mit ersten kleineren Ausstellungen begann sie 1995 in der Rhön. Inzwischen blickt die Künstlerin auf unzählige Ausstellungen unter anderem in Bad Neustadt und diversen Kulturevents im Würzburger und Schweinfurter Raum zurück. Seit drei Jahren ist Gudrun Harth Mitglied der Vereinigung Kunstschaffender Unterfrankens.

    Bevor sie 2013 in Rente ging und nach Veitshöchheim umzog, arbeitete sie ab 1997 viereinhalb Jahre lang als pädagogische Zweitkraft an einer Montessorischule in Schweinfurt, wo sie Kindern das Malen beibrachte. Ab 2002 wirkte sie dann zehn Jahre lang als Ganztagstherapeutin und Dozentin für Malerei an der Klinik Heiligenfeld in Bad Kissingen, genau so lang im selben Zeitraum auch als Dozentin für Malkurse an der Volkshochschule Schweinfurt.

    Rhönschaf als Markenzeichen

    "Als sich an der Klinik Heiligenfeld ein Kollege anlässlich der Geburt seines vierten Kindes einen mit Pastellkreide gemalten Teddybären wünschte, bin ich nicht mehr davon losgekommen, Figuren und Tiere zu malen, die es so nicht gibt", erzählt die Neu-Veitshöchheimerin.

    Mit so verfremdeten Tiermotiven kreiert Harth im größeren Format nicht nur gerahmte Bilder. Diese verkleinert die Künstlerin auch zu originellen Kinder-Glückwunschkarten, die sie nun ebenso wie die gerahmten Bilder in der Ausstellung präsentiert.

    So wie auf dem Rhönschaf "Rhönhilde" ist als Markenzeichen von Harth überall der Käfer mit drauf. "Der Betrachter der Bilder soll sich wohlfühlen", so lautet die Devise von Gudrun Harth. Ihre Motive sollen die Kinder mögen und zum Schmunzeln anregen. So habe ein Vater von zwei Kindern beim Besuch ihrer Ausstellung gleich zehn Bilder mitgenommen, um damit die Kinderzimmer zu schmücken.

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