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    GERBRUNN

    Mangels Insekten brauchen Igel zusätzliches Futter

    Katzendosenfutter und Wasser in Schälchen - nicht wie hier in der Igelstation drinnen, sondern draußen im Garten - helfe... Foto: Traudl Baumeister

    Der Beginn der Traubenblüte im Mai, reife Kirschen und Zwetschgen Anfang Juni und eine sensationelle Spargelernte prägten das Frühjahr 2018. Doch Hitze und Trockenheit haben noch andere, weniger schöner, sondern eher dramatische Auswirkungen. Bei Gudrun und Herbert Martin von der Gerbrunner Igelauffangstation steht in diesen Tagen selbst nachts das Telefon nicht still, geben sich besorgte Igelfreunde die Türklinke in die Hand.

    Kaum Insekten oder Würmer unterwegs

    Und das, obwohl die „Saison“ für die Igelstation, die normalerweise ab Ende August verwaisten oder erkrankten Jungigeln hilft, noch gar nicht begonnen hat. In diesem Jahr leiden Igel, egal ob längst erwachsen oder im Herbst geboren, aber den Kinderschuhen mittlerweile auch entwachsen, unter den extremen Klimaverhältnissen, sagt die Naturschützerin.

    „Leider sind momentan wegen der massiven Trockenheit kaum Insekten, Käfer oder Würmer unterwegs“, erläutert Martin. „Und so verhungern die Tiere mangels Nahrung einfach.“ Die Situation sei wirklich dramatisch, berichtet Martin. Selbst in ihrem eigenen großen Garten am Gerbrunner Ortsrand, direkt am Haslachtal gelegen, beobachte sie anders als sonst kaum noch Schmetterlinge, Bienen, Grillen, Käfer oder andere Insekten. Neun von zehn Igeln, die in den letzten Tagen zu den Martins gebracht wurden, musste sie selber weiterbringen, „zum Einschläfern in die Tierklinik“, berichtet die in der ganzen Region als Igel-Mama bekannte Gerbrunnerin mit einem tiefen Seufzer.

    Dringender Appell an alle Gartenbesitzer

    Aus dieser traurigen Erfahrung heraus, richtet sie einen dringenden Appell an alle Gartenbesitzer, die wissen oder vermuten, dass in ihrem Garten oder dessen Umfeld Igel leben: „Bitte stellen Sie Schüsselchen mit Katzendosenfutter draußen auf und Schälchen mit Wasser!“ In diesen Notzeiten den Stacheltieren einfach zusätzliche Nahrung anzubieten, sei momentan die einzige Möglichkeit, den bedrohten Kleinsäugern mit dem stacheligen Rücken wirklich zu helfen. Ansonsten gilt wie immer: Hände weg von der bedrohten Tierart.

    Fürs Wasser eignen sich einfache, möglichst unbenutzte Blumentopfuntersetzer. „Auf keinen Fall darf dort vorher Gift in Form von Dünger oder ähnlichem durchgelaufen sein“, rät Martin. Damit das Katzenfutter auch beim Igel landet und nicht bei der streunenden Katze des Nachbarn, empfiehlt es sich, das Futter weit nach hinten unter Kisten zu stellen, deren Eingangsloch zu klein für die Samtpfoten ist.

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