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    Würzburg / Schweinfurt

    Mariä Himmelfahrt: Wer hat am Feiertag frei?

    Tradition an Mariä Himmelfahrt: Mädchen in Tracht tragen Kräuterbüschel bei einer Prozession in Kochel am See in Oberbayern vor zwei Jahren.
    Foto: Andreas Gebert

    Mariä Himmelfahrt wird am 15. August als gesetzlicher Feiertag gefeiert, allerdings nur in zwei Bundesländern: im Saarland und in Bayern. Im Freistaat haben die Gemeinden jedoch nicht flächendeckend frei. Was bedeutet das für Unterfranken? Die wichtigsten Infos zum Feiertag im Überblick.

    Wo ist Mariä Himmelfahrt in Unterfranken ein Feiertag?

    Mariä Himmelfahrt feiern nur Katholiken. Ein gesetzlicher Feiertag ist es deshalb nur in den Gemeinden, in denen die Einwohner überwiegend der katholischen Kirche angehören. Grundlage sind die Ergebnisse des Zensus 2011 des Bayerischen Landesamts für Statistik.

    In Unterfranken leben laut Landesamt in 268 der 308 Gemeinden überwiegend Katholiken. Dort gilt Mariä Himmelfahrt als Feiertag. In den übrigen 40 Gemeinden haben die Geschäfte geöffnet. Im Landkreis Würzburg sind das zum Beispiel Reichenberg oder Uettingen, im Landkreis Schweinfurt Schwebheim und Sennfeld. Der Landkreis mit den meisten Gemeinden, in denen am 15. August kein Feiertag ist, ist der Landkreis Kitzingen: Dort sind in 17 Gemeinden die Geschäfte geöffnet.

    Was feiern die Katholiken an Mariä Himmelfahrt?

    Anlass des Feiertags ist die "Aufnahme Mariens in den Himmel", schreibt die Diözese Würzburg in einer Pressemitteilung. Seinen Ursprung hat das Fest in der Ostkirche im Jahr 431. In der römischen Kirche wird es seit dem siebten Jahrhundert gefeiert, in Deutschland seit dem neunten. In der Bibel steht über die Himmelfahrt übrigens nichts. Papst Pius XII. verkündete es aber nach Befragung aller Bischöfe im Jahr 1950 als Dogma und führte Mariä Himmelfahrt als katholisches Hochfest ein.

    Auf dem Ehrenberg feiern an Mariä Himmelfahrt in jedem Jahr Tausende Katholiken.
    Foto: Marion Eckert

    Welche Bräuche gibt es?

    An Mariä Himmelfahrt ist es Tradition, dass Kräuterbüschel geweiht werden. Zwischen sieben und 77 Kräuter werden dafür gesammelt, zusammengebunden und gesegnet. Die Büschel werden laut der Diözese Würzburg auf dem Dachboden aufgehängt, verbrannt oder im Essen oder Viehfutter verwendet. So sollen sie vor Unwettern oder Krankheiten schützen.

    Der Brauch stammt aus der Zeit der Ägypter, Griechen, Römer und germanischen Völker. Sie nutzten die Heilkraft bestimmter Pflanzen. Nach christlichem Glauben sollen Apostel in Marias Grab anstelle ihres Leichnams duftende Blumen und Kräuter gefunden haben.

    Wo wird das Fest in Unterfranken gefeiert?

    Feiern zu Mariä Himmelfahrt gibt es laut der Diözese in vielen Wallfahrtsorten im Bistum Würzburg. Besonders sei die Feier an der Wallfahrtskirche Maria Ehrenberg in der Rhön. Dort treffen sich schon am Vorabend Tausende Katholiken zur Vigilfeier am Freialtar. Auch am 15. August kommen Wallfahrer zu Messfeiern in die Rhön.

    Neben Mariä Himmelfahrt gibt es noch viele weitere katholische Feiertage. Wissen Sie, was sie bedeuten? Wir haben eine Auswahl zusammengestellt:

     

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