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    Würzburg

    Markanter Baustein im Stadtteil der kurzen Wege

    Das Hubland entwickelt sich als neuer Stadtteil rasant. Jetzt ist auch ein Ärzte- und Gesundheitszentrum geplant. Ein besonderer Gebäudekomplex.
    Bei der Präsentation des Wettbewerbsergebnisses: Oberpflegamtsdirektor Walter Herberth (Juliusspital), links, mit Architekt Herwig Spiegl, der das Modell seines Architekturbüros für ein „Ärzte- und Gesundheitszentrum im Stadtteil Hubland“ präsentiert.
    Bei der Präsentation des Wettbewerbsergebnisses: Oberpflegamtsdirektor Walter Herberth (Juliusspital), links, mit Architekt Herwig Spiegl, der das Modell seines Architekturbüros für ein „Ärzte- und Gesundheitszentrum im Stadtteil Hubland“ präsentiert. Foto: Silvia Gralla

    Im Stadtteil Hubland sollen in naher Zukunft 4000 bis 5000 Menschen leben, sagt Würzburgs Baureferent Benjamin Schneider. Das Hubland soll ein "Stadtteil der kurzen Wege" sein, und: Es werde einen markanten Baustein erhalten. Die Stiftung Juliusspital plant dort ein Ärzte- und Gesundheitszentrum. Es soll im sogenannten Quartier I, direkt neben dem zentralen Stadtteilplatz, dem Hublandplatz entstehen. Jetzt hat sie die Ergebnisse eines Architektenwettbewerbs präsentiert und den Sieger bekannt gegeben.

    Der Siegerentwurf für ein Ärzte- und Gesundheitszentrum des Juliusspitals am Hubland.
    Der Siegerentwurf für ein Ärzte- und Gesundheitszentrum des Juliusspitals am Hubland. Foto: Silvia Gralla

    Die Stiftung Juliusspital hatte von der Stadt Würzburg im März 2018 ein rund 5000 Quadratmeter großes Grundstück am Hubland erworben. Gedacht ist das Ärzte- und Gesundheitszentrum zur Versorgung des neuen Stadtteils mit ausschließlich ambulanten Angeboten wie Arztpraxen, Therapiepraxen, Apotheke und Sanitätshaus - zumindest sollten im Entwurf all diese Möglichkeiten vorgesehen sein, bis hin zu Büroeinheiten und Wohnungen und auch einem Cafè, erläuterte Oberpflegamtsdirektor Walter Herberth (Juliusspital) bei der Bekanntgabe der Siegerentwürfe. Gefragt waren "Qualität, Funktionsfähigkeit und Flexibilität" - eine Konstruktion mit circa 8000 Quadratmetern Bruttogrundfläche, außerdem Freianlagen und Tiefgarage. Neben der Vorgabe durch die Stadt war es auch die Vielzahl von unterschiedlichen Nutzungen und darüber hinaus eine "städtebaulich sehr anspruchsvolle Örtlichkeit", welche den Bauherrn veranlasst haben, für die Planungen einen sogenannten Realisierungs-Wettbewerb auszuloben. Zehn namhafte regionale und überregionale Architekturbüros beteiligten sich.

    Der Siegerentwurf kommt vom Architektenbüro "AllesWirdGut Architektur ZT GmbH Wien München", mit dem Landschaftsarchitekten "Toponauten Landschaftsarchitektur GmbH" in Freising. Der zweite Preis ging an "H2M Architekten und Ingenieure GmbH", München und Kulmbach, mit "Adler und Olesch Landschaftsarchitekten GmbH", Nürnberg, und der dritte an "baum-kappler architekten GmbH" mit "Johannes Kappler Architektur und Städtebau GmbH",  Nürnberg. Alle Wettbewerbsteilnehmer erhielten ein Entgelt, die ersten drei Gewinner mit 35 000 Euro, 21 000 und 13 000 Euro vergleichsweise hohe Summen, alle weiteren eine Anerkennung. 

    Sieger-Ensemble aus drei unterschiedlich großen Kuben

    Der Entwurf des Siegers, des Büros "AllesWirdGut Architektur ZT GmbH", zeigt ein Ensemble aus drei unterschiedlich großen Kuben, würfelartige Gebäude also, versetzt angeordnet. In Vertretung der Preisrichter würdigte Christian Brückner (Brückner & Brückner Architekten Würzburg) das Modell des Siegers. Den Bauherrn, die Juliusspitalstiftung, sehe man hier gut repräsentiert. Sie solle mit dem Hublandprojekt selbstbewusst auftreten können; gleichzeitig gehe es darum, den Dialog mit der Umgebung zu finden. Das Ensemble aus drei Bauteilen öffne sich zum Hublandplatz hin; gleichzeitig sei das Durchqueren des Areals möglich. Durch die Arkadengänge im Parterre kann man Geschäfte und Café erreichen. 

    Die drei Bauten werden nach Themen sortiert

    Architekt Herwig Spiegl erläutert den erfolgreichen Entwurf seines Büros vor allem dahingehend, dass trotz unterschiedlich angelegter Bereiche der Ensemble-Charakter gewahrt sei. Das Architekturbüro sortiert die vorgegebenen Raumprogramme. So hat jeder der drei Bauten ein Thema. Im Mittelbau mit Arztpraxen ("ÄrzteHub") versorgt eine Bandfassade mit etwas zurückliegenden Fenstern die Räume mit genügend Tageslicht, behält aber dennoch die Privatsphäre bei. Das benachbarte Bürogebäude erhält ein strenges Raster mit großzügigen (Fenster-) Öffnungen. Das dritte Gebäude - der Wohnbau - ist geprägt von privatem Freiraum, der sich als Balkonband um das Gebäude legt. Die Fassade aller drei Kuben wie auch das Straßenpflaster aus Rot und Grau spielen auf den Main-Sandstein an.

    Seinen Kollegen aller am Wettbewerb beteiligten Architekturbüros machte Brückner viele Komplimente: "Alle haben die funktionalen Kriterien erfüllt", alle hätten Hunderte von Arbeitsstunden in die Entwürfe gesteckt. Bei der Bewertung sei es um Bauqualität und Wirtschaftlichkeit, aber ebenso um "Atmosphäre, Herz und Seele" gegangen. Die weiteren Entwürfe zeigen beispielsweise Bauten, die in L-Form angelegt sind - zwei ineinander greifende L - wie der Entwurf des Zweitplatzierten, oder als einstöckige Ladenzeile mit drei angegliederten Rechtecken dahinter (Drittplatzierter).

    Die Kosten "in zweistelliger Millionenhöhe" schultere allein das Juliusspital, erklärte  Oberpflegamtsdirektor Walter Herberth. Das Ensemble zu erstellen benötige etwa drei bis vier Jahre, so Architekt Herwig Spiegl.  Ob das Juliusspital den Siegesentwurf tatsächlich umsetzen wird, entscheidet dessen Leitung bis etwa April dieses Jahres, so Walter Herberth.

    Das Oberpflegamt
    Das so genannte Oberpflegamt hat den Auftrag, pfleglich mit dem Stiftungsvermögen der Juliusspitalstiftung umzugehen. Dem Oberpflegamt gehören an: Als Vorsitzender Walter Herberth und darüber hinaus die beiden Oberpflegamtsräte Pfarrer Bernhard Stühler und Chefarzt Dr. Rainer Schäfer (Anästhesie, Intensiv- und Palliativmedizin).
    Wie der künftige Bau am Hubland aussehen soll - ob also der Siegerentwurf umgesetzt wird, ist eine von vielen Entscheidungen, die letztlich dem Oberpflegamt obliegt. 
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