• aktualisiert:

    Veitshöchheim

    Martin Schulz besucht künftigen EU-Mittelpunkt in Gadheim

    Eine europäische Lehrstunde gab der ehemalige SPD-Kanzlerkandidat bei seinem Besuch im Veitshöchheimer Ortsteil. 
    Der frühere Präsident des Europäischen Parlaments und der frühere SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz informiert sich über den künftigen EU-Mittelpunkt Europas im Veitshöchheimer Ortsteil Gadheim. Mit dabei waren (von links) Jürgen Götz, Martin Schulz, Volkmar Halbleib, Andreas Halbig und Rudi Hepf. Foto: Dita Vollmond
    Der frühere Präsident des Europäischen Parlaments und der frühere SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz informiert sich über den künftigen EU-Mittelpunkt Europas im Veitshöchheimer Ortsteil Gadheim. Mit dabei waren (von links) Jürgen Götz, Martin Schulz, Volkmar Halbleib, Andreas Halbig und Rudi Hepf. Foto: Dita Vollmond

    Der frühere Präsident des Europäischen Parlaments, SPD-Vorsitzender und Kanzlerkandidat sowie jetziger SPD-Bundestagsabgeordneter Martin Schulz besuchte am Dienstag den künftigen Mittelpunkt Europas, der nach dem angekündigten Brexit ab dem Jahr 2019 auf einem Acker in der Nähe des Veitshöchheimer Ortsteiles Gadheim liegt.

    Im Ausbildungshotel des Markushofes hielt Schul im Anschluss nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde Veitshöchheim ein leidenschaftliches Plädoyer für die europäische Wertegemeinschaft.

    Schulz hält erneutes Brexit-Referendum für denkbar

    Schulz war in die Region gekommen, um den SPD-Landtagsabgeordneten Volkmar Halbleib auf seiner Wahlkampftour zu unterstützen. Bürgermeister Jürgen Götz verwies bei der Vorstellung seiner Gemeinde auch auf die vier Partnerstädte. Götz: "Wir sind hier schon seit Jahrzehnten europäisch unterwegs."

    Martin Schulz (links) im Gespräch mit dem SPD-Landtagskandidaten Volkmar Halbleib.  Foto: Dita Vollmond
    Martin Schulz (links) im Gespräch mit dem SPD-Landtagskandidaten Volkmar Halbleib.  Foto: Dita Vollmond

    Der Weg des vom Personenschutz des Bundeskriminalamtes begleiteten Politikers führte zunächst zu einem Acker westlich von Gadheim, der im Frühjahr 2017 überregionale Aufmerksamkeit durch die Bekanntgabe eines französischen Geographie-Instituts erregt hatte, dass hier der zukünftige EU-Mittelpunkt nach dem vollständigen Brexit liegt.

    Schulz merkte allerdings in seinem Buch-Eintrag an, dass er dies für offen hält. "Ich hoffe, dass sich der Brexit in letzter Minute doch noch abhalten lässt," sagte er. Aufgrund der derzeitigen offenen Kontroversen bei den Torys seien ein Kollaps der britischen Regierung und vorgezogene Neuwahlen und dann ein erneutes Brexit-Referendum durchaus denkbar. Für den eventuellen Fall eines Nicht-Brexits werde laut Bürgermeister Götz die nun als EU-Mittelpunkt ausgebaute Fläche als Naherholungspunkt genutzt.

    In seiner Rede bezeichnete Schulz alle als Brandstifter, die erzählen, dass in einer Zeit der Globalisierung, die Re-Nationalisierung und die Hochziehung von Grenzen die Lösung der Probleme sei. Wer dies vorhabe, verspiele die Zukunftschancen der nächsten Generation.

    Für Europa kämpfen

    Es gehe um die einfache Frage, ob wir die Schotten dicht machen und sagen "Mein Land zuerst" oder die Lösung in der Kooperation von Staaten und Völkern über Grenzen hinweg in der gemeinschaftlichen Stärke liege. Schulz appellierte deshalb an seine Genossen: "Dies ist das Europa, wofür wir kämpfen müssen."

    Angesichts der niedrigen Umfragewerte müsse die SPD wieder um Vertrauen kämpfen nach dem Ja zur Großen Koalition in Berlin. Das hierbei durchgesetzte Regierungsprogramm sei stark von seiner Partei geprägt worden. Schulz hofft, dass es nach der Landtagswahl in Bayern wieder zur Sacharbeit und zu konkreten Problemlösungen für die Menschen komme.

    Andreas Halbig (Direktor der Caritas Don-Bosco-Bildungswerk Würzburg) nutzte die Gelegenheit, dem Bundespolitiker seine Einrichtung kurz vorzustellen.

    Zum Abschied gab es für Schulz vom Bürgermeister ein kleines Präsent und für die Genossinnen vom Ortsverein ein Foto zur Erinnerung an den Besuch des berühmten SPD-Mannes, der wie er sagte, vorher Veitshöchheim weder vom Karneval noch vom künftigen EU-Mittelpunkt in Gadheim kannte, sondern einfach nur über die Geschichte der Fürstbischöfe von Würzburg.

    Drei Mal wöchentlich bequem per E-Mail:
    Abonnieren Sie jetzt den kompakten Würzburg-Newsletter!

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!