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    Höchberg

    Matthias Windolf ist jetzt auch Lektor

    Auch das Austeilen des Abendmahles gehört zu den Aufgaben des neuen Höchberger Lektors Matthias Windolf. Foto: Matthias ...

    "Mann, ist das warm unter dem schwarzen Talar", stöhnt Matthias Windolf. Er hat gerade seinen Einführungsgottesdienst zum Lektor der evangelischen St. Matthäus Gemeinde im Bonhoefer-Gemeindehaus gehalten, bei über 30 Grad am Vormittag sicher kein Vergnügen. Windolf war natürlich aufgeregt, was ihn denn in dem Gottesdienst erwarten würde. Auch dieser Umstand hat sicher zu seiner erhöhten Temperatur beigetragen.

    Über ein Jahr hat sich der neue Lektor auf seine zukünftige Aufgabe gewissenhaft vorbereitet. Einmal im Monat machte er sich nach Heilsbronn oder auf den Schwanberg auf. In Heilsbronn ist das Religionspädagogischen Zentrum der Evangelisch Lutherischen Kirche in Bayern. Hier wurde er umfassend in Theologie, Rhetorik und Glaubensvermittlung unterrichtet. "Seine Prüfung hat Matthias Windolf bestanden", verkündete Pfarrer Matthäus Wassermann im Gottesdienst, als er Windolf feierlich als Lektor in die Gemeinde aufnahm.

    Mentor Matthäus Wassermann

    Wassermann ist sonst Pfarrer der evangelischen Studentengemeinde in Würzburg, lebt aber in Höchberg und ist mit Windolf zusammen im Hauskreis der Gemeinde aktiv. Außerdem war Wassermann der Mentor für die Zeit der Ausbildung. Zusammen erarbeiteten sie die verschiedenen Themenfelder, die die Lektorenarbeit in der evangelischen Kirche ausmachen.

    Ein Lektor ist ein ehrenamtliches Gemeindemitglied, das eine längere Ausbildung hinter sich hat und dadurch berechtigt ist, Gottesdienste zu halten und Verkündigungen zu tun. "Es ist wirklich nicht selbstverständlich, dafür Menschen zu finden, die dazu bereit sind, und wir sind froh, dass Matthias Windolf den Lektorendienst übernimmt", hatte Kirchenvorstand Thomas Hansen in der Einladung zum Gottesdienst geschrieben.

    Im Einsatz, wenn der Pfarrer frei hat

    Lektoren kommen in einer Gemeinde vor allem dann zum Einsatz, wenn der Pfarrer oder die Pfarrerin frei hat, und der Sonntagsgottesdienst trotzdem gehalten werden muss. In St. Matthäus sind derzeit nur Luise Wiesheu Lektorin und Gisela Kohl Lektorinnen. Beide freuen sich, dass Matthias Windolf sie zukünftig unterstützen wird. "Willkommen in unserem Kreis", begrüßte Gisela Kohl spontan den neuen Lektor.

    "Vor Gott kann man nicht davonlaufen, deshalb stehe ich heute vor euch", sprach Windolf in Richtung seiner zukünftigen Gemeinde, die er schon lange Jahre kennt. Angesprochen auf die Lektorenausbildung wurde Windolf noch von Höchbergs ehemaliger Pfarrerin Antje Biller. Sie hatte das Talent von Windolf erkannt und ihn gefördert, wo immer es ging. Dafür dankte ihr Windolf im Gottesdienst sehr herzlich, ebenso wie dem Kirchenvorstand, der die Ausbildung finanziert hatte und seiner Familie, die so oft auf den Vater und Ehemann verzichten musste. Die umschloss ihr Familienmitglied nach dem Gottesdienst ganz fest, denn in der Familie findet Windolf die Kraft für seine Predigten und Gottesdienste.

    Großer Halt durch die Familie

    "Mir geht es darum Gottes Wort weiter zu tragen", beschriebt Windolf seine Motivation, das Amt des Lektors zu übernehmen. Wie gut ihm das gelingt, konnte man in seiner ersten Predigt im Gottesdienst erleben. Hier steht ein Mann, der geerdet ist und weiß, wo die Menschen der Schuh drückt. In seiner Predigt zitierte er den katholischen Papst Frankiskus und sprach von Hoffnung und Zuversicht, die die Menschen dringend brauchen. "Es muss doch mal wieder besser werden", war seine Kernaussage. Der Gottesdienst sei ein "Anderort" an dem man Zuversicht tanken kann. Dies sei wichtig für die Menschen, die auf der Suche nach Halt in der Gesellschaft seien.

    Sein Halt ist die Familie, denn nicht nur Matthias Windolf selbst, sondern auch seine Kinder Paul Louis und Emma Maria, sowie seine Frau Bianca sind in der Kirchengemeinde aktiv; die Kinder im Konfirmations-Vorbereitungsteam, seine Frau im Hauskreis. Wie oft Windolf in Zukunft auf der Kanzel steht und predigt, entscheidet der Kirchenvorstand in seinen Sitzungen. Bis zur Ende der Vakanzzeit Mitte September ohne eigenen Pfarrer in der Gemeinde wird es sicher öfter sein, da die offiziellen Vertretungen selbst in ihren eigenen Gemeinden Gottesdienst halten müssen.

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