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    Reichenberg

    Mehrheit will neue Radwegtrasse außerhalb des Waldes

    Es ging um die Zukunft des Radweges zwischen Reichenberg und Würzuburg. Im Bild: (von links) Bürgermeister Stefan Hemmer...

    Die Reichenberger SPD hatte die Bürger eingeladen, gemeinsam die Zukunft des Radweges im Reichenberger Grund zu erkunden. In einer eindrucksvollen Kolonne fuhr man zunächst zum Radweg nach Rottenbauer am Fuß der Giebelstadter Steige, berichtet die SPD in einer Pressemitteilung. Dort erwartete der Würzburger SPD-Stadtrat Udo Feldinger die Radler mit guten Nachrichten: Ab Frühjahr 2019 wird in zwei Bauabschnitten ein Radweg von der Giebelstadter Steige bis zur Talbrücke der B 19 entlang des Reichenberger Baches errichtet. Bei einigen Stopps auf der Rückfahrt nach Reichenberg erläuterte Feldinger die Pläne der Stadt Würzburg noch genauer.

    Spannend aus Reichenberger Sicht ist natürlich, wie es ab der B 19-Brücke bis zur Walter-Dosch-Sportanlage mit dem Radweg weitergeht. Bürgermeister Stefan Hemmerich wies darauf hin, dass Zuständigkeit des Marktes Reichenberg erst wenige  hundert Meter vor der Reichenberger Sportanlage beginnt. Im TSV-Heim präsentierte Gerhard Hartmann vom SPD-Ortsverein die wesentlichen Planungs- und Verfahrensschritte für einen gemeinsamen Geh- und Radweg , der einen Lückenschluss nach Reichenberg bilden würde, nach dem „Radwegeprogramm an Bundes- und Staatsstraßen des Freistaates Bayern“.

    Wichtig, so Hartmann, sei eine gute Begründung für die Maßnahme. Hierzu zählte er unter anderem die Verbindung in den südlichen Landkreis Würzburg bis ins Taubertal, die Bedeutung für die Nutzung des Fahrrades auf dem Schul- und Arbeitsweg, in der Freizeit und für den Tourismus. Auch die bessere Erreichbarkeit des Walderlebnispfades und des Naturwaldreservates im Guttenberger Wald mit dem Rad sprächen dafür. Hartmann hielt ein gemeinsames Projekt von Stadt Würzburg und Markt Reichenberg unter der Federführung des Staatlichen Bauamtes für erstrebenswert.

    SPD-Landtagsabgeordneter Volkmar Halbleib war beeindruckt von der guten Resonanz dieser Radl-Tour. Das spreche für den Bedarf dieses Radweges. Er bestätigte Hartmanns Ansicht, dass dieses Projekt gut unter die Leitung des Staatlichen Bauamtes passen würde, wie zum Beispiel auch der Radweg zwischen Randersacker und Theilheim. Halbleib bot Bürgermeister Stefan Hemmerich seine Unterstützung an. Für 2019 seien die Fördermitteln allerdings schon ausgeschöpft. Bürgermeister Stefan Hemmerich erläuterte, dass der Markt Reichenberg bereits ein Planungsbüro mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt habe. Auch Jörg Roth, Leitender Baudirektor der Stadt Würzburg, unterstützt diese interkommunale Zusammenarbeit als wünschenswert.  

    Die abschließende Diskussion ergab den Wunsch nach einem durchgehenden, ordentlich befestigten Radweg von Reichenberg nach Würzburg, der „für alle sicher und ganzjährig nutzbar“ sein muss. Das Für und Wieder des Trassenverlaufes im Wald oder außerhalb des Waldes wurde abgewogen. Es gab Hinweise auf gefährliche Situationen für Radfahrer, wenn sie notgedrungen auf der kurvenreichen Staatsstraße 511 unterwegs sind. Mütter verwiesen auf die Sorge um ihre Kinder, wenn diese bei Dämmerung auf dem Weg zur Schule durch den Wald fahren. Regelmäßige Fahrrad-Berufspendler berichteten von ihren Erfahrungen mit zeitweise glitschigem Laub auf der jetzigen Waldtrasse und äußerten den Wunsch nach einer möglichst kurzen, schnellen Verbindung. Eva Liebig von der Reichenberger Agenda 21-Gruppe wies darauf hin, dass man auch die anderen Verkehrsteilnehmer im Blick haben müsse: Ein gemeinsamer Rad- und Wanderweg sei für die Wanderer bei einer großen Anzahl von Radfahrern nicht mehr wirklich idyllisch.

    So erklärt sich letztlich das Ergebnis einer auf Wunsch der Gäste am Ende spontan durchgeführten Probeabstimmung. Bei wenigen Enthaltungen stimmten rund 84 Prozent der Anwesenden für eine neue Trasse außerhalb des Waldes und nur etwa sieben Prozent für die Beibehaltung der bisherigen Trasse im Wald. Ein Ergebnis, das Bürgermeister Stefan Hemmerich als interessanten Fingerzeig empfand. 

    Robert Menschick

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