• aktualisiert:

    Würzburg

    Missbrauch: Bischof Jung für Kooperation mit Ermittlern

    Der Würzburger Bischof Franz Jung verteidigt den Anti-Missbrauchsgipfel gegen Kritiken (die Aufnahme entstand im Oktober 2018 bei seinem Besuch in der Redaktion der Main-Post). Foto: Daniel Peter

    Würzburgs Bischof Franz Jung findet es "höchst bemerkenswert" und als wohl "historisch einmalig", dass die katholische Kirche versucht habe, "Repräsentanten der ganzen Welt zusammenzurufen und für das Thema Missbrauch zu sensibilisieren". Damit reagierte er auf die Kritikenund enttäuschte Erwartungen vieler Menschen zum am Sonntag in Rom zu Ende gegangenen Kinderschutz- beziehungsweise Anti-Missbrauchsgipfel. Mit diesen Urteilen tue er sich eher schwer.

    Bischof Jung spricht von größtmöglicher Transparenz

    Der Bischof verweist in einer Video-Botschaft auf Maßnahmen, die im Bistum Würzburg angelaufen sind. Dazu gehöre die Übergabe von Strafakten an die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg. Dies hatte er im Dezember beim Podiumsgesprächüber "Sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche" im Würzburger Burkardushaus angekündigt.

    Video

    Darüber hinaus werden, so Bischof Jung, aufgrund einer "Selbstverpflichtung" derzeit rund 3000 Akten aus den Jahren 1945 bis 2000 extern gesichtet. Dies geht über den in der Missbrauchsstudie ausgewerteten Zeitraum (1946 bis 2015 bei zehn Bistümern sowie 2000 bis 2015 bei 17 Bistümern) hinaus.

    Erneut erwähnt Jung, dass auch Akten der drei Kilianeen, der früheren Knaben-Internate des Bistums, durchgesehen werden. "Auf jeden Fall kooperieren wir sehr eng mit den Strafverfolgungsbehörden und versuchen hier größtmögliche Transparenz walten zu lassen."

    Zur lange Zeit üblichen Praxis, Missbrauchstäter in andere Bistümer zu versetzen, sagt Bischof Jung: Das sei seit 2010 nicht mehr der Fall und "kann sich heute keiner mehr leisten, und es ist auch zum Schutz der Kinder eine unmögliche Vorgehensweise".

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!