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    Veitshöchheim

    Mit 80 Jahren auf Pilgerreise: Auf dem  Drahtesel nach Rom

    Nach 32 Tagen, davon 25 Tage im Sattel und 1600 Kilometer in den Beinen, erreichte der 80-jährige Radpilger Günter Röhm die Ewige Stadt Rom. Foto: Günter Röhm

    Nach 32 Tagen, davon 25 Tage und 1600 Kilometer im Sattel, erreichte der 80-jährige Radpilger Günter Röhm aus Veitshöchheim die Ewige Stadt Rom. Die Reise sei erlebnisreich und schön gewesen, aber auch sehr anstrengend, "vor allem der Gebirgszug Apennin hat es in sich gehabt", erzählt er. Nicht zuletzt dank seines neuen Fahrrades, ein Geschenk seiner Frau, sei die Reise vollkommen pannenfrei verlaufen.

    Vor der Reise hatte Neupriester Frank Elsesser Röhms Fahrrad gesegnet.  Foto: Christa Röhm

    Die allabendliche Quartiersuche gestaltete sich seinen Worten nach oft nicht einfach, aber dank seines "Santiago-Schutzpatrons St. Jakobus" immer erfolgreich. Einmal habe er auf einem Camping-Platz in einem Bungalow für vier Personen übernachtet - ohne Bettwäsche und Handtücher. Die interessanten und herrlichen Landschaften und Bauwerke, die er unterwegs sah, hätten ihn aber für alle Strapazen mehr als entschädigt. Auch sei die Hilfsbereitschaft vieler Menschen groß gewesen, wie schon zuvor auf seinen bisherigen fünf Pilgerreisen.

    Beeindruckende Via Aurelia 

    In der Nähe von Bruneck im Südtiroler Pustertal legte der 80-Jährige drei Ruhetage, in Verona und Marina di Massa je zwei Ruhetage ein. Ein Genuss war für ihn die Via Aurelia auf den Spuren der Römer, eine historische Handelsroute entlang der italienischen Riviera. Auf dieser recht wenig befahrenen Straße in ganz unterschiedlichen Ausbaustufen, sei er viele Tage unterwegs gewesen, sagt Röhm. Er musste allerdings auch auf autobahnähnlich ausgebauten, sehr gefährlichen Straßen mit starkem Verkehr entlang radeln. Röhm: "Radwege sind vielfach nur schwer zu finden, weil sie schlecht beschildert sind."

    Am Trevi-Brunnen.  Foto: Günter Röhm

    Höhepunkt seiner Reise war natürlich Rom mit seinen "unendlich vielen Sehenswürdigkeiten und meiner Teilnahme an einer Generalaudienz des Papstes". Ergreifend sei aber auch eine Messe in San Pietro in lateinischer Sprache gewesen. Daran erinnere ihn nun ein Stempel in seinem Pilgerpass. 

    Unterkunft in Rom fand der Veitshöchheimer in einer kirchlichen, hotelähnlichen Einrichtung in klösterlicher Atmosphäre. Die Gründerin dieses "Institutes Casa Tabor" und weiterer Einrichtungen und Klöster war die 1844 in Mellrichstadt (Lkr. Rhön-Grabfeld) geborene "Mutter Franziska Streitel". 

    Bestens umsorgt 

    Betreut und umsorgt wurde Röhm hier von der "Suora  Antonia", einer in Bamberg geborenen Nonne, die 20 Jahre in der Mission in Brasilien tätig war, ein großes Betätigungsfeld dieser Klöster.

    Eines seiner Höhepunkte: Das Kolosseum in Rom.   Foto: Günter Röhm

    Röhm zeigte sich angesichts der Reise dankbar. Schon vor dreißig Jahren - anlässlich seines 50. Geburtstages - war Rom das Reiseziel gewesen, erzählt er. Zudem hatte der ehemalige Tiefbauingenieur nach seiner Pensionierung  in den Jahren 2002, 2005, 2007 und 2014 auf vier unterschiedlichen Wegen das Apostelgrab des Heiligen Jakobus im Wallfahrtsort Santiago de Compostela im Nordwesten Spaniens aufgesucht. Dabei legte er - immer allein auf sich gestellt - über 12 000 Kilometer auf seinem Drahtesel zurück.

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