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    Rimpar

    Mit Magnetresonanzspulen zum Erfolg

    Gründer, die unmittelbar aus der Universität heraus, ein Unternehmen erfolgreich an den Markt führen, sind selten. Mit der Entwicklung und Anfertigung von Magnetresonanzspulen ist dies der Firma Rapid Biomedical hervorragend gelungen. Das Unternehmen, das sich seit 2004 im Rimparer Technologiepark befindet, beschäftigt heute gut 50 Mitarbeiter und gehört zu denen bedeutendsten Herstellern in diesem Nischenmarkt. "Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft heraus, sind für Mainfranken ein zentraler Aspekt", beschrieb Professor Ralf Jahn, Hauptgeschäftsführer der IHK Würzburg, die Firma beim Festakt zum 20. Jubiläum im Rittersaal des Rimparer Schlosses als ermutigendes Beispiel. Flächen, auf denen sich große Industrieunternehmen ansiedeln könnten, seien in der Region kaum vorhanden. Um so wichtiger sei als Ressource das Wissen von den Hochschulen.

    Die Idee stammt von Professor Axel Haase, damals Inhaber des Lehrstuhls für Biophysik, und seiner Ehefrau Ulrike, die als Verwaltungsangestellte in der Regierung von Unterfranken arbeitete. Der Forscher hatte erkannt, dass es für maßgeschneiderte und in Einzelstücken oder Kleinserien hergestellten Spulen unter den großen Herstellern für Medizintechnik kaum geeignete Anbieter gibt. Dabei setzte er von Anfang an auf eine enge Zusammenarbeit mit der Würzburger Uniklinik. Wichtig war ihm, dass das schließlich 1998 gemeinsam mit drei Doktoranden gegründete Unternehmen außerhalb der Universität entsteht, sich jedoch in der Nähe befindet: In einem früheren Bauernhof in der Keesburg-Straße 11, ersten Büromöbel und Einrichtungsstücken für eine Mechanikerwerkstatt, die ersteigert wurden, startete das junge Unternehmen. Um Versuche mit den Spulen in einer strahlenfreien Umgebung durchzuführen, bauten die Forscher mit Materialien aus dem Baumarkt ein Experimentierthäuschen.

    Für die Radiologie der Uniklinik hat die Kooperation einen hohen Stellenwert: "Wir stehen in engem Kontakt miteinander und schätzen den kurzen Weg in die klinische Anwendung", beschrieb Professor Thorsten Bley die Bedeutung. So wurde etwa eine Brustspule für den Kernspintomografen, die dem jungen Unternehmen den Durchbruch gebracht hat, zunächst in der Würzburger Radiologie getestet und dann entsprechend weiterentwickelt. Die Brustspule ist heute in über 900 Instituten im Einsatz. Eine weitere gemeinsame Entwicklung ist eine Spule für Patienten in der Strahlentherapie, bei der es besonders darauf ankommt, dass die Patienten exakt gelagert werden, und eine weitere, die in der Lage ist, die Tiefenausdehnung eines Hautkrebses zu erfassen.

    2015 wurde das Unternehmen an die auf Elektrotechnik spezialisierte Fastron Gruppe verkauft, die die Firma mit weitgehend dem gleichen Personal und gleicher Strategie fortführt. Noch immer sei es zentral "dem Anwender zuzuhören, den Anwender zu verstehen und dann das Passende für den Anwender produzieren", fasste der heutige Geschäftsführer Florian Odoj, der von Anfang an dabei ist, das Erfolgsgeheimnis zusammen. Bis heute hat Rapid Biomedical über 1200 verschiedene Spulen entwickelt und auch gebaut. Seit 2006 werden sie über eine Schwesterfirma auch in Nord- und Südamerika vertrieben.

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