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    Burggrumbach

    Mit sichtbarer Spielfreude ins 12.Jahrhundert

    Gruppenbild vor dem Burgtor. Foto: Rainer Weis

    Kürzlich erlebten rund 200 Schüler des Siebold Gymnasiums und anderer Schulen in einem Theaterstück die Geschichte derer von Grumbach hautnah.

    Autor und Regisseur des Stückes, Martin Mais, hat die Familiengeschichte der im 12.Jahrhundert so bedeutsamen  Marquarde von Grumbach so nah an den historischen Quellen wie möglich und dennoch lebensnah umgesetzt. 

    Die Geschichte beginnt im kalten Winter 1171.  Der in die Jahre gekommene Marquard II. macht sich von der Burg "Gruonbach" auf den Weg zum Kaiser nach Kaiserslautern. In den folgenden Szenen werden die verschiedenen Lebensstationen Marquard II. dargestellt. So der Bau der Burg als Stammsitz des Edelfreien  Marquard von Grumbach, die Reise mit König Konrad III. durch das Land und die vom Schreiber des Theaterstücks vermutete Teilnahme des Bruders von Marquard II. ,  Otto von Wickershausen, am Kreuzzug ins Heilige Land.

    Ebenso wird die enge Zusammenarbeit des Sohnes Marquard II.,  Marquard III. zu Kaiser Friedrich Barbarossa beleuchtet. Bei den Italienfeldzügen in den Jahren 1160, 1161 und 1162 unterstützte er als gefürchteter und erfolgreicher Feldherr den Kaiser gegen das aufständische und reiche Mailand. Als Statthalter des Kaisers in Norditalien führte er den Einfluss der Grumbacher auf den Höhepunkt.

    Manchen Fragen konnte das von elf  Unterstufenschülern, Schauspielern vom Verein Rollywood und zwei Rittern des Chors Castellum Hospitalis mit Begeisterung gespielte Stück keine eindeutige Antwort geben. Warum erscheint Otto nach 1144 in keinen Quellen mehr? Weshalb überlebt Marquard II. seinen eigenen Sohn Marquard III., Statthalter des Kaisers in Norditalien, um so viele Jahre?

    Der Autor und Stückeschreiber Martin Mais versucht darauf mögliche Erklärungen zu finden.

    Vielleicht liegt die Antwort darin, dass Marquard II, treuer Freund zweier Könige über Jahrzehnte hinweg, die Angelegenheiten des Reiches mit diplomatischen Mitteln löste, während sein ungestümer Sohn Marquard II das Schwert "als Mittel der Wahl" betrachtete, wie es der zum Krieg gerüstete Marquard III seinem Vater, den von ihm verachteten "Feigling" entgegenschleudert. Diesem bleibt nur die resignierende Feststellung. "Warum immer nur Krieg?"

    Nach 40 spannenden Minuten stellten die Zuschauer fest: "Wer mit dem Schwert kämpft, wird durch dieses fallen."

    Die Schüler des Siebold Gymnasiums versetzten die Besucher mit sichtbarer Schauspielfreude in das 12.Jahrhundert. Ritter Otto von Wickershausen und dessen Widersacher zeigten anschaulich den Kampf in damaliger Zeit.  Die Kirchenstiftung Burggrumbach stellte Flächen und Räume zur Verfügung. Die eingenommen Spenden fließen dem Projekt "Burg Grumbach lebt" zu.

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