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    Frickenhausen

    Muschelkalk für 30 bis 50 Jahre

    Einem Bauantrag zur Neuanlage eines Muschelkalk-Steinbruchs auf Frickenhäuser Gemarkung hat der Gemeinderat sein Einvernehmen erteilt. Die dafür vorgesehenen Flächen befinden sich in einem Bereich östlich der Markgrafenhöfe, nördlich der Weinberge, wo bereits ausgebeutete alte Steinbrüche vorhanden sind, bis hin zur Autobahn A7.  Sie liegen in einem im Regionalplan so ausgewiesenen Vorranggebiet für den Muschelkalkabbau.

    Die Firma Borst Natursteinwerk aus Kirchheim möchte dort die Ausbeutung in fünf Hauptbauabschnitten vornehmen und dabei nach dem "Maulwurfsprinzip" vorgehen. Das heißt, dass der anstehende Abraum aus einem neu angegangenen Abschnitt sofort wieder in der zurück liegenden, bereits ausgebeuteten zur Verfüllung eingebracht wird. Die betreffenden Grundstücke seien im Besitz der Firma, sagte Geschäftsführer Josef Rumpel in der Gemeinderatssitzung. Sie seien zu einem großen Teil identisch mit denjenigen, für die ein anderes Unternehmen bereits Ende des vergangenen Jahres einen Abbauantrag gestellt hatte.

    Die Gesamtfläche beträgt rund 9,5 Hektar. Es handle sich um Wiesen und Feldgrundstücke. Wald sei nicht betroffen, führte Geschäftsführer Rumpel ergänzend gegenüber dieser Redaktion aus. Nach der Ausbeutung würden die Abbauflächen mit Abraum, unbrauchbarem Fels, Gesteinsresten und Mutterboden auf das frühere Geländeniveau gebracht und als Biotop oder Renaturierungsfläche der Natur zurück gegeben.

    In der Ratssitzung ging Rumpel auf die zeitlichen Perspektiven und das zu erwartende Transportvolumen ein. Wenn alle notwendigen Genehmigungen vorliegen, möchte man unverzüglich mit dem Abbau beginnen. Die zur Verfügung stehenden Lagerstätten würden für mindestens 30, möglicherweise sogar 50 Jahre ausreichen. Die Rohblöcke würden je nach Bedarf per Lastwagen abgefahren. Die Menge sei abhängig von der Nachfrage. Es werde also nicht dauernd gearbeitet. Es könnte auch einmal vorkommen, dass ein oder zwei Jahre nichts abgefahren wird. Selbst wenn nonstop gearbeitet würde, was aber eher theoretisch sei, würden pro Tag allerhöchstens rund eineinhalb Lkw-Ladungen anfallen.

    Wegen der möglichen Verkehrsbelastungen gibt es große Bedenken in der Nachbargemeinde Segnitz. Denn die Zu- und Abfuhr erfolge über die Staatsstraße in Richtung Segnitz und über vorhandene Flur- und Feldwege. Der zweite Bürgermeister von Segnitz, Achim Volkamer, der in der Sitzung Gelegenheit zur Äußerung erhielt, sagte, die Segnitzer hätten schwere Bedenken. Der Schwerverkehr im Ort sei jetzt schon massiv. "Jeder Lkw tut uns weh." Volkamer appellierte an die Frickenhäuser Ratskollegen: "Denken Sie auch an Ihre Nachbarn." Man wolle ein gutes Miteinander unter den Nachbargemeinden, die auch der gleichen interkommunalen Allianz angehören.

    Bei zwei Gegenstimmen erteilte der Gemeinderat Frickenhausen dem Bauantrag für den Steinbruch das gemeindliche Einvernehmen. Enthalten im Beschluss ist auch der Passus, dass zwischen Gemeinde und Antragsteller eine Vereinbarung über die Benutzung gemeindlicher Flur- und Feldwege zu treffen ist. Beim Abbau entfallende Wege sollen im Zuge der Rekultivierung wieder hergestellt werden.

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