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    Unterfranken

    Nach Aufschrei der Mitarbeiter: Bei Obi hat sich wenig getan

    Symbolbild Obi Foto: Waltraud Fuchs-Mauder

    Vor einem Jahr haben die Angestellten eines Obi-Markts in Unterfranken öffentlich um Hilfe gerufen. Sie beklagten ein "Klima der Angst" und warfen dem Marktleiter und seinem Stellvertreter Mobbing vor. Nach unserer Berichterstattung war der Fall sogar Thema in einer Plenarsitzung des bayerischen Landtags.

    Was ist seither geschehen? Peter König von Verdi sagt auf Anfrage, es habe im Obi-Markt interne Gespräche gegeben. Der kritisierte Marktleiter sei weiterhin auf seinem Posten, verhalte sich aber "ruhiger". Dem Betriebsrat, der sich an die Öffentlichkeit wandte, wurde laut König "nichts getan", das sei "sauber abgelaufen". Aber König kritisiert: "Wir hätten uns gewünscht, dass Obi konsequenter reagiert." Der Hilferuf sei ja kein privater Rachefeldzug eines Einzelnen gewesen.

    Johannes Hardenacke, Pressesprecher der Regierung von Unterfranken, sagt auf Anfrage, dass es einen angekündigten Ortstermin der Gewerbeaufsicht mit der Marktleitung gegeben habe. Nach Durchsicht der Unterlagen konnten keine arbeitszeit- und jugendschutzrechtlichen Verstöße festgestellt werden.

    "Angst und Druck weiterhin da"

    Obi-Angestellte wollten diesmal nicht mit der Redaktion sprechen. Andere, mit denen wir gesprochen haben und die die aktuelle Situation kennen, glauben, dass diese Angst haben. "Die Angst und der Druck sind weiterhin da", ist zu hören. Nur der Stellvertreter des Marktleiters sei von sich aus gegangen. Der Chef selbst halte "die Füße still", aber das Arbeitsklima sei nicht gut. Im vergangenen Sommer habe es während der urlaubsbedingten Abwesenheit des Marktleiters eine Unterschriftenaktion der Angestellten für dessen Ablösung gegeben, jedoch ohne Erfolg. 

    Marktleiter zu Vorwürfen: "So was gibt's bei uns nicht"

    Der Marktleiter antwortet auf unsere Frage, was sich seit unserer Berichterstattung getan habe: "Es ist gar nichts passiert, selbst der Artikel war ja überflüssig." Angst, Druck und ein schlechtes Arbeitsklima gebe es nicht. Die Obi-Zentrale antwortet trotz wiederholter Anfrage nicht.

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