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    Würzburg / Halle

    Nach Schüssen in Halle: Schuster übt heftige Kritik an Polizei

    Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, in seiner Würzburger Arztpraxis. Foto: Dita Vollmond

    Großes Entsetzen hat der Anschlag von Halle beim Zentralrat der Juden in Deutschland ausgelöst. Josef Schuster, der Präsident aus Würzburg, sagte am Abend, die Tat von Halle am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur habe die Gemeinschaft "auf das Tiefste in Sorge versetzt und verängstigt". Zuallererst sei man erschüttert, dass zwei Menschen von einem skrupellosen Täter umgebracht wurden. Ihren Angehörigen gelte Mitgefühl.

    Der Zentralrat gehe, so Schuster, von einem antisemitischen Tatmotiv aus, nachdem der Täter versucht habe, in die Synagoge einzudringen und auch den benachbarten jüdischen Friedhof angegriffen habe.

    Die Brutalität der Tat übersteige "alles bisher Dagewesene der vergangenen Jahre und ist für alle Juden in Deutschland ein tiefer Schock", so der Zentralratspräsident.

    Heftige Kritik äußert Schuster an den Sicherheitsbehörden. Dass die Synagoge in Halle an Jom Kippur nicht durch die Polizei geschützt wurde, sei skandalös. "Diese Fahrlässigkeit hat sich jetzt bitter gerächt. Wie durch ein Wunder ist nicht noch mehr Unheil geschehen."   

    Josef Schuster (65) steht seit 2014 an der Spitze des Zentralrats der Juden in Deutschland. Beruflich ist er als Internist in Würzburg tätig. 

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