• aktualisiert:

    ERLABRUNN

    Nach Unfalltod: Zeiterfassung für Bauhofmitarbeiter

    Ein Streufahrzeug fährt im Winter über eine Bundesstraße. Foto: Carsten Rehder

    Nach der Verurteilung und fristlosen Kündigung des damaligen Bauhofleiters der Gemeinde Erlabrunn im November letzten Jahres gibt es technische Veränderungen in den Bauhöfen beider Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft (VG). In der jüngsten VG-Sitzung sprachen sich die Verbandsräte einstimmig für die Einführung eines digitalen Zeiterfassungssystems für Bauhöfe und Außenstellen aus. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 2000 Euro– ohne Endgeräte. Hinzu kommen jährliche Kosten von 300 Euro für Service.

    Wie VG-Vorsitzender und Margetshöchheim Bürgermeister Waldemar Brohm (CSU), erklärte erfolgt die Arbeitszeiterfassung per Smartphone.

    Aufsehen erregender Prozess

    Anlass für die Einführung ist der tragische Unfall, bei dem eine 71-jährige Bürgerin in Erlabrunn am 5. Januar 2016 von einem Streufahrzeug der Gemeinde überrollt und getötet wurde. In einem Aufsehen erregenden Prozess war der Bauhofleiter der Gemeinde Erlabrunn als Fahrer des Streufahrzeuges Ende letzten Jahres vom Amtsgericht Würzburg schuldig gesprochen worden.

    Die Verurteilung des Angeklagten erfolgte wegen fahrlässiger Tötung, Unfallflucht, unterlassener Hilfeleistung und Vertuschung zu einem Jahr und zehn Monaten Haft ohne Bewährung.

    Am Tag nach der Urteilsverkündung hatte die Gemeinde dem damaligen Bauhofleiter fristlos gekündigt. Das Urteil ist nach wie vor nicht rechtskräftig, da sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Beschuldigte fristgerecht Berufung eingelegt haben.

    Brohm: Vorteil für die Mitarbeiter

    Ein Problem bei der Urteilsfindung war, dass nicht klar belegt werden konnte, wann der Gemeindearbeiter mit dem Streuen begann und welche Strecke er fuhr.

    Voraussichtlich ab Juli werden die Tätigkeiten aller Bauhofmitarbeiter der Gemeinden Erlabrunn und Margetshöchheim elektronisch erfasst. In einer Übergangsphase von sechs bis acht Wochen sollen die Tätigkeiten zusätzlich wie bisher schriftlich erfasst werden.

    Das webbasierte Zeiterfassungssystem bezeichnet Brohm sowohl für die Verwaltungsgemeinschaft als auch für die betroffenen Mitarbeiter als Vorteil. Die General-Administration werde allerdings nicht bei einem der Bürgermeister liegen. „Zum Zugriff auf die Geräte wird nur die Abteilung Personalwesen innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft berechtigt sein“, versicherte Brohm.

    Zur Sicherheit der Mitarbeiter dient ein solches System nach Brohms Überzeugung insbesondere bei deren Einsatz im abgelegenen Außen- und Waldbereich.

    Als weitere Änderung für die Mitarbeiter beider Bauhöfe in Erlabrunn und Margetshöchheim kündigte Brohm eine einheitliche Tätigkeits- und Entgeltregelung an. Nach Brohms Schilderung habe sich die VG seit einem Jahr mit dem Thema Zeiterfassungssystem beschäftigt.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!