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    WÜRZBURG

    Nach der Party mit dem Bus nach Hause

    Ein Besuch in der City und dann spät nach Hause mit dem ÖPNV? Das geht ab November. Dann gibt es Nachtbuslinien in die Stadtteile. Foto: T. Obermeier

    Es wird demnächst wohl ein ganzes Netz an Nachtbussen im Würzburger Stadtgebiet geben. Der Hauptausschuss des Stadtrates befürwortete mit breiter Mehrheit dessen Einführung. Nun muss noch der Stadtrat am Donnerstag zustimmen.

    Es war ein langes Unterfangen für die Studierendenvertretung, denn der Wunsch nach besserer nächtlicher Anbindung kam von den vielen Würzburger Studenten. Die Nachtschwärmer wollten eine günstige Möglichkeit haben, um von der City in die Stadtteile zu kommen.

    Nach einer Probephase vom Dezember 2010 bis März 2011 hieß es noch von der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH, solche Nachtbuslinien rechneten sich nicht. Doch eine Petition der Studierenden brachte den Stein 2015 erneut ins Rollen.

    Und nun integriert die WVV die Linie 90 in das neue Nachtliniennetz. Ab November sollen sieben weitere Strecken im Fahrplan stehen. Sie heißen 91, 92, 93, 94, 95, 96 und 99.

    Und wie sieht das nun mit den Kosten aus? Immerhin werden künftig die Busse nach WVV-Schätzungen, die aus der Verwaltungsvorlage des Rathauses stammen, 41 821 Kilometer im Jahr mehr in zusätzlichen 1695 Stunden fahren. Der erweiterte Service wird durch einen zweckgebundenen, direkt der WVV zugeordneten Zuschlag innerhalb des Semestertickets gegenfinanziert.

    Bereits seit längerem wurde seitens der Studierenden der Wunsch nach einer besseren ÖPNV-Erschließung durch ein Nachtbussystem geäußert. Im Sommer 2015 initiierte die Hochschulgruppe „Fachschaftsmitglieder – Erfahrung wählen“ eine Online-Petition.

    Die Studierenden hatten auch einen eigenen Konzeptvorschlag für ein Nachtbusnetz ausgearbeitet und weiterentwickelt, der insbesondere die Anbindung von Wohnheimen und Ausgehmöglichkeiten berücksichtigt. Dieser Vorschlag, so die Vorlage weiter über die Entstehungsgeschichte, wurde zwischen Studierenden und WSB auf technische Umsetzbarkeit geprüft, mit dem Ergebnis, dass er im Fahrbetrieb umgesetzt werden könnte.

    Der jetzige Fahrplanentwurf, den die Mitglieder des Hauptausschusses vorliegen hatten, stellte so laut Stadtverwaltung das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen einer Nutzergruppe des ÖPNV und den Verkehrsbetrieben dar: Die ausgestaltenden Elemente kamen von den Studenten, die WSB nahm sich die technische Umsetzbarkeit vor.

    Bei den Verhandlungen über die Tarife, also die Kosten, mit dem Verkehrsunternehmens-Verbund Mainfranken GmbH (VVM) und der Studierendenvertretung wurde ein Zuschlag innerhalb des Semestertickets vereinbart. So soll das neue Nachtbusnetz gegenfinanziert werden.

    Dieser Aufschlag wird vom VVM direkt an die WSB weitergereicht und soll dazu dienen, dass die Fahrleistungen im Rahmen des Konzepts zum Nachtbusnetz bei der WSB zu keiner Ergebnisverschlechterung führen. Der Aufpreis im Semesterticket, das für jeden Studenten in Würzburg verpflichtend ist, soll drei Euro betragen.

    Ein kleines Problem galt es noch zu lösen: Auf Wunsch der Studierenden soll das Nachtbusnetz bereits im November, also zu Beginn des Wintersemesters 2016/2017 starten. Der neue Semesterticketbeitrag greift jedoch erst zum Sommersemester 2017.

    Um den vorzeitigen Start dennoch möglich zu machen, wurde für den neuen Vertrag zum Semesterticket, mit Laufzeit für das Sommersemester 2017 und Wintersemester 2017/2018, vereinbart, den Zuschlag jeweils auf 4,50 Euro festzulegen.

    Durch diesen Mehrbetrag in Höhe von 1,50 Euro pro Semester ist das Nachtbusnetz bereits ab November gesichert.

    Die Busse fahren in unterschiedlichen Taktungen bis in die frühen Morgenstunden von der Innenstadt in die Würzburg Stadtteile und zurück. Natürlich können nicht nur Studenten die Linien nutzen, sondern jeder mit einem gültigen VVM-Ticket.

    Das genaue Konzept der Nachtbusse mit Routen und Fahrzeiten wird in einer der folgenden Ausgaben gesondert und ausführlich vorgestellt.

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