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    KLEINRINDERFELD

    Nach fast drei Wochen endlich wieder erreichbar

    Wegen eines Kabelschadens blieben mehrere Haushalte in Kleinrinderfeld fast drei Wochen lang ohne Telefon und Internet. Foto: dpa

    Fast drei Wochen lang war die Telefonleitung der 81-Jährigen Elfriede Sippach lahmgelegt. Laut Telekom handelte es sich um einen Kabelschaden. Die Schwiegertochter der 81-Jährigen aus Kleinrinderfeld hatte sich vor Weihnachten besorgt an diese Redaktion gewandt, da sich das Telefonie-Problem auch nach mehrmaliger Nachfrage beim Telefonanbieter nicht beheben ließ (wir berichteten). Laut Marion Sippach konnte die alte Dame weder telefonieren noch angerufen werden. Auch der Hausnotruf, der mit dem Anschluss gekoppelt ist, war zeitweise betroffen.

    Anfragen hätten nicht viel gebracht und nur viel Zeit und Geduld in Anspruch genommen, berichtete Marion Sippach. Zudem sei ihr Interessenlosigkeit und Arroganz von Seiten der Hotline entgegengebracht worden. Wie Kleinrinderfelds Bürgermeisterin Eva-Maria Linsenbreder bestätigte, waren auch weitere Haushalte betroffen, insbesondere wohl im Wohngebiet „Hinter der Kirche“. Auch eine Allgemeinarztpraxis berichtete von Problemen mit dem Telefonanschluss.

    Problem auch zwischen den Jahren

    Sippach bekam von der Telekom zugesagt, zwischen den Jahren werde man sich darum kümmern. „Da ist aber erst mal nicht viel passiert“, erklärt Gerd Sippach. Das sieht auch ein weiterer Betroffener aus der Bayernstraße so: „Das Problem hätte mit Sicherheit schneller behoben werden können.“ Entweder ein Bautrupp sei vor Ort gewesen oder ein Techniker, aber nie zur selben Zeit, sagt er.

    Nun aber scheint Abhilfe geschaffen: Die 81-jährige Elfriede Sippach kann wieder telefonieren, auch weitere Betroffene bestätigen dies. In einer Mail an die Redaktion schreibt die Telekom von einem Kabelschaden, der aufwendig repariert werden musste. Insgesamt wurden 15 Meter Kabel erneuert, die Bauarbeiten dauerten bis zum 2. Januar an, heißt es in einer Pressemitteilung. „Anschließend mussten noch die einzelnen Anschlüsse geprüft werden“, so eine Pressesprecherin.

    Aufwendige Reparatur

    Zu seiner Entschuldigung gibt der Anbieter an, dass eine Entstörung, also die Reparatur von Kabeln, sehr aufwendig ist. Da die Kabel im Boden nicht frei zugänglich sind, müsse zunächst der Fehlerort durch Messungen lokalisiert werden. „Man kann ja nicht auf Verdacht mehrere Kilometer Straßen und Wege aufreißen.“

    Dann könne mit den notwendigen Tiefbaumaßnahmen begonnen werden. Sobald das Kabel freigelegt ist, könne das beschädigte Stück entfernt werden, schildert die Telekom das Prozedere. Aber: Auch hier müsse gemessen werden, auf welcher Länge das Kabel beschädigt ist. Erst dann kann der passende Kabeltyp in der nötigen Länge bestellt und zum Schadensort geliefert werden, so die Information des Anbieters.

    Echte Handarbeit ist gefragt

    Der nächste Schritt sei es, das neue Kabel auf beiden Seiten zu spleißen, das heißt, auf beiden Seiten müssen mehrere hundert Kupferadern miteinander verknüpft werden. „Das macht keine Maschine, das ist echte Handarbeit und ein Techniker muss in die Baugrube“, so die Aussage der Telekom.

    Zudem seien die Arbeiten von einer Reihe von Faktoren abhängig: Zum Beispiel können Regenfälle die Arbeiten behindern, es muss eine Baugenehmigung erteilt werden, Straßen/Kreuzungen/Wege gesperrt oder umgeleitet werden – und es braucht entsprechende Genehmigungen der jeweiligen Behörden und eventuell privater Grundstückseigner.

    Nicht-Telekom-Kundin immer noch betroffen

    Zwar ist für die Sippachs derzeit wieder alles Ordnung, weitere Betroffene haben aber wohl noch mit dem Ausfall des Netzes zu kämpfen. So meldete sich in der Redaktion eine 1&1-Kundin, die auch in der Bayernstraße wohnt. „Seit drei Wochen bin ich nun von dem Ausfall betroffen, habe kein Telefon und kein Internet. Das kann doch nicht sein“, sagt sie aufgeregt.

    Über ihren Anbieter habe sie erfahren, dass dieser die Kabel der Telekom nutzt, „die Behebung des Problems also in deren Händen liegt“. Warum die Leitung bei ihr immer noch lahm liegt, ist ihr nicht klar: „Bei meinem Nachbarn, der drei Meter neben mir wohnt, funktioniert doch auch wieder alles.“

    Nachgefragt bei 1&1 heißt es, dass es sich um eine größere Störung bei der Telekom handle, die vereinzelt schon behoben sei. „Bis heute abend um 20 Uhr sollten alle Kunden wieder am Netz sein“, so ein Unternehmenssprecher am Freitagnachmittag, den 5. Januar.

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