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    BOLZHAUSEN

    Nach überstandener Krise allen Grund zum Feiern

    Die Weihe ihrer neuen Fahne setzte für die Freiwillige Feuerwehr Bolzhausen ein Glanzlicht auf die Feier zum 130-jährigen Gründungsjubiläum. Laut Pfarrer Klaus König der den Festgottesdienst hielt, ist die Fahne das Symbol, mit dem sich die Vereine in der Kirche vor Gott verneigen.

    Dem Totengedenken vor dem Gotteshaus, bei dem Elmar Kuhn, Jonathan Kemmer und Manuel Kemmer das neue Schmuckstück der Wehr präsentierten, folgte der Zug in die Festhalle von Richard Jörg.

    Der bunte Festzug wurde von Bianca Reuß sowie hoch zu Ross von den Reiterinnen Sophia Karl, Luisa Müller und Anastasia Ilinski angeführt. Gefolgt von den Mitgliedern der Jubelwehr und den Wehren aus Osthausen, Gelchsheim, Rittershausen, Sächsenheim und Sonderhofen, die von ihren Ehrendamen begleitet wurde.

    Die „Alten Dorfmusikanten“ aus Sonderhofen, die unter der Leitung von Walter Flury für die Marschmusik gesorgt hatten, eröffneten auch die Feierlichkeit mit der „Festmusik“ von Richard Wagner.

    Nach der Begrüßung durch Kommandant Florian Baier ging Bürgermeister Heribert Neckermann mit der Redewendung „Totgesagte leben länger“ auf die Geschichte der Wehr in dem kleinen Sonderhöfer Ortsteil ein. Neckermann erinnerte damit an die Situation vor einigen Jahren, als es nicht gelungen war, einen neuen Kommandanten für die Bolzhäuser Wehr zu finden.

    Ein paar Jahre lang wurde die Wehr damals vom aktiven Dienst abgemeldet. Der Gedanke an eine Auflösung der Wehr stand ebenso im Raum, wie der Wechsel interessierter Mitglieder zur größeren Wehr nach Sonderhofen. Es waren nicht mehr als eine Handvoll aktiver Wehrleute, die sich von der Krise nicht beeindrucken ließen und auch ohne Führung weitergemacht haben.

    Unter der Anleitung des Sonderhöfer Kommandanten Tobias Müller hielten sie weiterhin ihre Übungen ab. Ihr Können und die Notwendigkeit einer Ortsteilwehr konnten die Bolzhäuser Feuerwehrleute schließlich im Winter 2015 bei einem Großbrand im Ort und beim Hochwasser im Vorjahr nachdrücklich unter Beweis stellen.

    „Was verloren geglaubt war, erscheint jetzt wieder in neuem Glanz“, umschrieb deshalb auch Bürgermeister Heribert Neckermann die Situation der Bolzhäuser Wehr. Gerade solche Schadensereignisse zeigten, wie wichtig eine Ortsteilwehr ist, deren zeitlicher Vorsprung ebenso unersetzbar sei wie die Kenntnis der örtlichen Gebäude und der Löschwasserversorgung.

    Nach seinen Worten praktiziert die Bolzhäuser Wehr auch eine hervorragende Jugendarbeit. Die Nachwuchs-Wehrleute üben zusammen mit der Sonderhöfen Jugendgruppe. Hierdurch werde der Grundstein für eine gute Zusammenarbeit der Wehren in der Zukunft gelegt.

    Der besondere Dank des Bürgermeisters galt vorrangig Florian Baier und Sebastian Jörg, die die Führung der Feuerwehr übernommen haben. Neben Patrik Reuß und Gernot Kleinhenz, die als Vorsitzende fungieren, amtieren Udo Landsmann als Schriftführer und Anton Menth als Kassierer.

    Als „lebendige und motivierte Wehr“ lobte Kreisbrandinspektor Christian Neeser (Aub) die 20 aktiven Mitglieder in dem 115 Einwohner zählenden Dorf. Er ging in seinen Grußworten ebenfalls auf die im Jahr 2011 drohende Auslösung der Wehr ein.

    Der großartige Gedanke, auf freiwilliger Basis mit Tatkraft und Gemeinschaftssinn Not und Gefahr von den Nächsten abzuwenden, gelt heute noch genauso wie bei der Gründung vor 130 Jahren.

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