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    Gerbrunn

    Nächster Schritt zum Gewerbegebiet in Gerbrunn

    Der Gerbrunner Gemeinderat hat geschlossen die nächste Runde auf dem Weg zum neuen Gewerbegebiet am Kirschberg IV eingeläutet. In seiner Sitzung am Montagabend stimmten die Mitglieder sämtlichen Verwaltungsbeschlüssen ohne Gegenstimmen zu. Es war ein regelrechter Armhebe-Marathon. Rund 30 private und öffentliche Stellen sind an dem Verfahren beteiligt; knapp 20 brachten in ihren Stellungnahmen kleinere und größere Einwände zum Ausdruck.

    Daraufhin hat die Gemeinde den vorläufigen Bebauungsplan genau wie den Flächennutzungsplan angepasst. Es geht um das Gebiet auf der ortsfernen Seite der vielbefahrenen Kitzinger Straße in Richtung des Würzburger Müllheizkraftwerkes. Der Gemeinderat hat nun beschlossen, dass das Vorhaben von einem Industrie- zu einem Gewerbegebiet herabgestuft wird; ein Nachtbetrieb ist damit vom Tisch. Auch darf sich am Kirschberg IV kein Einzelhandelsbetrieb niederlassen.

    Tiefbauunternehmen hat keinen Alternativstandort gefunden

    Tatsächlich möchte dort ein örtliches Tiefbauunternehmen seinen neuen Betriebshof errichten. "Es hat auch andernorts nach alternativen Standorten gesucht, aber nichts gefunden", stellte Bürgermeister Stefan Wolfshörndl fest. Die Gemeinde habe, wie vom Bund Naturschutz angeregt, Kontakt mit der höheren Naturschutzbehörde bei der Regierung von Unterfranken aufgenommen.

    Wie der anwesende Landschaftsplaner Martin Beil erläuterte, wurden bislang in diesem Bereich vereinzelt Zauneidechsen und eine Springnatter entdeckt. Beide Arten sollen auf nahe Biotop-Gebiete umgesiedelt werden. "Bislang haben wir weder Haselmäuse noch Feldhamster feststellen können. Auch die Fledermausintensität ist nicht hoch", berichtete der Fachexperte.

    Beil stellte zudem das Lärmschutzgutachten vor: "Die Emissionsschutzrichtwerte werden deutlich unterschritten, was den Schall angeht." Lärmintensive Tätigkeiten wie das Brechen von Bauschutt, die Grobzerkleinerung von Altholz und Sieben von Humus dürften außerdem insgesamt nur drei Stunden am Tag durchgeführt werden – möglichst bei geschlossenen Toren, Türen und Fenstern.

    Bürger machen ihren Unmut kund

    Als Ausgleich für das knapp 1,3 Hektar große Eingriffsgebiet hat die Gemeinde in Abstimmung mit den übergeordneten Behörden vier Flächen ausgewählt. Dabei handelt es sich um einen Kiefernwald "Am Flürle", ein gemeindeeigenes Ackerlandstück, eine verbuschte Fläche oberhalb des Haslachtales und eine Kompensationsfläche an der Gemarkungsgrenze, die man gemeinsam mit Randersacker zu Magerwiesen entwickeln will. Wie aus Beils Vortrag deutlich wurde, übersteigt die anerkannte Ausgleichsfläche das Eingriffsgebiet um das Eineinhalbfache.

    Von einzelnen Gemeinderatsmitglieder kamen zu manchen Stellungnahmen durchaus kritische Fragen, die auch zu einigen nachträglichen Ergänzungen geführt haben. Doch am Ende hielt der Rat quer durch alle Parteien an seinem Kurs fest, das Gewerbegebiet in die Wege zu leiten. Schon zu Beginn der Sitzung hatten einzelne der 16 anwesenden Bürger erneut ihren Unmut über dieses Vorhaben kundgetan, darunter auch Vertreter der im April gegründeten Bürgerinitiative.

    Überarbeitete Dokumente werden ausgelegt

    Später äußerten mehrere Gemeinderatsmitglieder ihr Unverständnis über deren Einflussnahme während der Sitzung, aber auch die schwer lesbaren Werte des Lärmschutzgutachtens auf der Präsentation. So war mit bloßem Auge kaum zu erkennen, dass die Höchstwerte an den gegenüberliegenden Wohngebieten bereits deutlich unterschritten seien.

    Ob dies und die umfangreichen naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen die Wogen glätten, wird sich zeigen. Im nächsten Schritt sollen im Spätsommer die überarbeiteten Dokumente öffentlich ausgelegt werden. Dann geht es in die nächste Runde.

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