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    LINDLEINSMÜHLE

    Naturwissenschaften lebendiger erfahren

    Praxisnaher Schulunterricht: Schüler erklären einen Elektronikversuche anhand einer Zitrone und zwei Drähten.
    Praxisnaher Schulunterricht: Schüler erklären einen Elektronikversuche anhand einer Zitrone und zwei Drähten. Foto: Frederike Holewik

    Sarah-Lee hält einen schwarzen und einen roten Draht in der Hand, während Michael die Zitronen präpariert. „Und gleich leuchtet das dann“, erklären die beiden. Um sie herum stehen Stadträte und Schulleiter. Am Nebentisch zeigt eine Gruppe Schüler mit lautem Knall und etwas Sauerei interessierten Eltern, was passiert, wenn man Backpulver und Essig mischt. Die Mädchen und Jungen sind Schüler der Gustav-Walle-Mittelschule. Die ist seit diesem Schuljahr als einzige Schule in Bayern Modellschule für „Lernen durch Engagement in den MINT-Fächern“.

    Das Projekt sieht vor, dass Inhalte aus dem naturwissenschaftlichen Unterricht in sozialem Engagement nach außen getragen werden sollen. Für die Klasse 6G stand am Anfang des Jahres „Wasser“ auf dem Lehrplan. Gemeinsam mit einer Kita-Gruppe besprachen die Schüler die verschiedenen Aggregatzustände und versuchten den nahegelegenen Wasserspielplatz wieder in Gang zu setzen.

    Es sei viel Eigeninitiative der Kinder gefragt, sagt Lehrerin Karin Dietzsch. Besonders wenn es darum geht passende Partner für das Engagement zu finden. Mit der Freudenberg- und der Siemens-Stiftung stehen der Schule aber auch zwei Kooperationspartner zur Seite, die das Projekt fördern. So fehlen der Schule Fachräume für die naturwissenschaftlichen Fächer. Da kamen die von der Siemens-Stiftung gesponsorten „Experimento-Kästen“ gerade recht. Darin befinden sich Materialien für einfache Versuche, die kompakt verstaut und mitgenommen werden können.

    Deutschlandweit sind 10 Schulen an dem Projekt beteiligt. Die Gustav-Walle-Mittelschule ist die einzige in Bayern. Lehrerin Gudrun Reiners sagt: „Wir verändern Unterricht, die Schüler sollen den Stoff lebendig erfahren.“ Die Modellschulen werden vom Lehrstuhl für empirische Forschung an der Universität Würzburg begleitet, der über das Jahr hinweg die Haltung der Schüler zum Ehrenamt abfragen werden. Dietzsch glaubt, dass die Modellschule dabei helfen kann, mangelndes ehrenamtliches Engagement wieder anzuregen. Die Schüler würden hier lernen, ihre eigenen Stärken für andere einzusetzen und das Gefühl bekommen das Gelernte auch außerhalb der Schule zu nutzen.

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