• aktualisiert:

    Estenfeld

    Netze statt Gitter für das Mini-Spielfeld

    Im September vergangenen Jahres hatten die Estenfelder mit einem Promi-Fußballspiel ihr Minispielfeld am Baugebiet Triebweg eingeweiht. Nicht einmal ein Jahr später sorgt dieses Spielfeld nun für Ärger. Anwohner beschweren sich über den Lärm, weitere Nachbarn monieren, dass sich die Anwohner ärgern und die Kinder die Freizeitanlage nicht adäquat nutzen können.

    Nach einem Gespräch zwischen Bürgermeisterin Rosi Schraud, direkten und benachbarten Anwohnern sowie Kindern und Jugendlichen bahnt sich jedoch eine Lösung an: Die Gitter der Fußballtore werden durch Netze ersetzt, ebenso wie die Gitter hinter den Toren, die sich als Hauptlärmquelle entpuppt hatten. Die Kosten für diese bauliche Änderung, Bürgermeisterin Schraud spricht von gut 6000 Euro, müssen den üblichen "Genehmigungsweg" über den Gemeinderat nehmen.

    Zum Fußball gehört ein Lederball

    Die gesamte Situation am Spielfeld ist nicht gerade als "einfach" zu beschreiben, wie sich in der Runde aus gut 40 Personen aller Altersgruppen herausstellte. Die Fläche, auf der sich neben dem Minispielfeld auch ein kleiner Bolzplatz, ein viel genutzter Beachvolleyballplatz und eine gut geordnete Sitzgelegenheit befindet, ist geografisch in einer kleinen Senke untergebracht. Bei ungünstigem Ostwind weht der beanstandete Lärm zu Anwohnern westlich des Platzes, während die Anwohner nördlich und auch östlich davon weniger Lärm abbekommen.

    Doch was genau eigentlich den Lärm auslöst oder, anders ausgedrückt, was am Spiel der Kinder der Lärm ist, darüber diskutierten sich die Erwachsenen die Köpfe heiß. Das Spielen mit Lederbällen hatte die Gemeinde zwar untersagt und Softbälle zur Verfügung gestellt, damit das Schießen gegen die Bande nicht zu laut werden sollte. Doch Fußball, argumentierten die Fußballer unter den Anwohnern, könne nur mit Lederbällen richtig gespielt werden, was die Nicht-Fußballer bestritten und die Softbälle als gleichwertig ansahen. Weiterer Punkt in der Debatte: sind nur zwei oder drei Kinder auf dem Spielfeld, wäre es viel lauter als wenn es mehr wären. "Dann spielen sie auch Fußball, zu zweit oder zu dritt knallen sie die Bälle gegen die Bande, dass es nur so kracht", schildert einer der Bürger.

    Keine Spielfeld-Paten gefunden

    Letztlich wurden ein paar Kinder und ein Jugendlicher zum Lärmtest aufs Spielfeld geschickt. Der Schuss gegen die Bande mit Soft- und Lederball klang ungefähr gleich, dann jagte der Jugendliche den Ball mit voller Wucht ans Gitter hinter einem der Tore. Das wurde von allen in der Runde als Lärmauslöser Nummer eins erkannt. Nun also sollen diese Gitter hinter den Toren wie auch die Metalltore durch Netzte ersetzt werden. "Das beobachten wir zwei Monate lang, und wenn der Lärmpegel geringer wird, können wir die Öffnungszeit des Spielfeldes auf 21 Uhr im Sommer verlängern", so die Bürgermeisterin.

    Ungeklärt bleiben zwei Aspekte: das Abschließen des Spielfeldes nach 20 Uhr und Parties von Nicht-Estenfeldern nach 22 Uhr. In Kürnach sorgt ein Polizeibeamter für das Auf- und Abschließen des Platzes, in Estenfeld bleibt es aktuell bei Appellen an die Nutzer und deren Eltern. Denn der Vorschlag einer Anwohnerin "Spielfeld-Paten" einzuführen, fand zwar Beifall, aber keinen wirklichen Interessenten an diesem "Job". Wegen des Lärms in der Nacht, so die Bürgermeisterin, müssten die Anwohner die Polizei informieren.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!