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    Aub

    Neue Friedhofsgebühren in Aub

    Der Erweiterung eines landwirtschaftlichen Betriebes in Baldersheim stellte sich der Auber Stadtrat nicht in den Weg. Der Landwirt möchte nahe seiner bestehenden Hofstelle zwei neue Bullenställe errichten, dazu zwei Fahrsilos und zwei Güllegruben.

    Dem Antrag auf Vorbescheid zufolge sollen die neuen Ställe zweihundert beziehungsweise dreihundert Tiere beherbergen. Das Anwesen liegt nordwestlich des bestehenden Industriegebietes Hirschäcker im Außenbereich. Die Wasserversorgung soll durch einen eigenen Brunnen gewährleistet werden, Abwässer werden in die Güllegruben geleitet. Der Abstand zum Ortsrand wird noch geprüft, ebenso emissionsrechtliche Fragen.

    Bürgermeister Robert Melber bezeichnete es als sinnvoll, dass sich die landwirtschaftlichen Hallen und Gebäude in dieser Region konzentrieren. Da öffentliche Belange dem Bauprojekt nicht entgegenstehen gab der Stadtrat einmütig seine Zustimmung.

    Gegen den Antrag auf Baugenehmigung für ein Wohnhaus mit Carport und Nebengebäude am Krötenberg in Aub hatte der Stadtrat ebenfalls keine Einwendungen. Die Bauwerber wollen ein Grundstück zwischen zwei bestehenden Wohnhäusern bebauen. Einen Bebauungsplan gibt es für dieses Grundstück nicht, der Stadtrat genehmigte den Antrag auf Neubau des zweigeschossigen Wohnhauses einstimmig.

    Die Stadt Creglingen informierte die Auber als Nachbargemeinde darüber, dass die Pläne für ihre Erweiterung und Änderung des Bebauungsplanes "Craintaler Weg" nunmehr öffentlich ausliegen. Der Auber Stadtrat nahm die Information zur Kenntnis.

    Mit einem Nachtragshaushalt für das laufende Jahr 2018 musste die Stadt Aub darauf reagieren, dass im städtischen Kindergarten immer mehr Kinder betreut werden. Betroffen von dem Nachtragshaushalt war nur der Stellenplan. Wie Jürgen Rhein, Kämmerer und Verwaltungsleiter der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Aub informierte, musste die Arbeitszeit der Kindergartenleiterin aufgestockt werden, um auf den höheren Personalbedarf zu reagieren. Der Stadtrat beschloss einstimmig den geänderten Stellenplan.

    Sowohl die Friedhofsbenutzungs- als auch die Friedhofsgebührensatzung setzte der Auber Stadtrat auf den Prüfstand. Beide Satzungen stammen aus dem Jahr 1981 und bedürfen nach Auffassung der Verwaltung der Aktualisierung. Insbesondere müsse die Neukalkulation der Kosten für die Friedhöfe berücksichtigt werden.

    Jürgen Rhein, Kämmerer und Verwaltungsleiter der VG, erläuterte dem Gremium die Änderungen in den neuen Satzungsentwürfen.

    Der Friedhof in Aub wird als offener Friedhof geführt, kann sogar befahren werden. Dem Stadtrat war es wichtig, dass auch künftig die Angehörigen der Toten, die die Gräber pflegen, in den Friedhofsbereich fahren können.

    Nach der neuen Friedhofsbenutzungssatzung werden künftig Einzelgräber, Familiengräber, Urnenreihengräber und Urnensammelgräber angeboten. In letztere können Verstorbene beigesetzt werden, die keine Angehörigen mehr haben, die sich um die Grabpflege kümmern. Ratsmitglied Gertraud Rappert schlug vor, auch dort Namensschilder mit den Namen der dort Beigesetzten anbringen zu können.

    Die bisherige Nutzungsdauer von zwanzig Jahren bleibt bestehen. Aus wichtigen Gründen kann die Nutzungsdauer künftig aber auch vorzeitig beendet werden. Dann müsse aber das Grab abgeräumt, die gesetzliche Liegedauer dennoch eingehalten werden. Wird die Nutzungsdauer verlängert, muss dies für wenigstens fünf Jahre geschehen.

    Die Neukalkulation der Kosten für die Friedhöfe macht nach Auffassung der Verwaltung neue Gebührensätze erforderlich. So wurden in jüngster Zeit Wege überarbeitet und Unterhaltsmaßnahmen durchgeführt. Im Stadtrat herrschte jedoch von Anfang an Einvernehmen darüber, dass nicht die gesamten Kosten auf die Gebühren umgelegt werden können sondern die Friedhofsgebühren auch nach der Neufestsetzung nur moderat steigen sollten.

    Insbesondere zweiter Bürgermeister Claus Menth führte aus, man dürfe die Gebühren nicht zu stark erhöhen, man stehe im Wettbewerb mit anderen Einrichtungen. Bei zu starker Gebührenerhöhung sei man nicht mehr konkurrenzfähig. Da könne man erhöhen so viel man wolle, wenn den Friedhof niemand nutze, habe man keine Einnahmen.

    Kein Einheimischer werde in einer anderen Gemeinde beerdigt, nur weil dort die Gebühren niedriger seien, erhielt er Widerspruch von anderen Ratsmitgliedern. Menth schlug vor, für die Urnengräber einheitliche Gebühren festzusetzen. Nach reger Diskussion einigte sich das Gremium darauf, die Gebühren für Urnenreihen- und Urnensammelgräber auf einheitlich 300 Euro festzusetzen. Einzelgräber kosten künftig 400 Euro, Familiengräber 750 Euro.

    Neu festgesetzt wurden auch die Gebühren für die Leichenhausnutzung. Der bisherige Tagessatz von vierzig Euro wird auf künftig 55 Euro erhöht.

    Menth stellte abschießend den Antrag, die neue Gebührensatzung erst zum 1. Dezember in Kraft zu setzen und die bevorstehende Gebührenerhöhung rechtzeitig vorher zu veröffentlichen. So können Grabnutzer, deren Nutzungsdauer ausläuft noch zu den alten Tarifen die Nutzung verlängern lassen.

    Einstimmig hob der Stadtrat die aus dem Jahr 1981 stammenden Friedhofs- und Bestattungsatzung sowie die Friedhofsgebührensatzung auf und ersetzt sie zum 1. Dezember dieses Jahres durch die neuen Fassungen.

    Melber bedankte sich im Namen der Stadt Aub bei den Veranstaltern der Auber Kirchweih. "Wir hatten eine traumhaft schöne Kirchweih", so der Bürgermeister. Er bedankte ich auch bei den Stadtratsmitgliedern, die mitgewirkt haben.

    Theo Theuerkaufer wies darauf hin, dass der Brunnen im Park am Kriegerdenkmal mehr und mehr zu einem "sozialen Brennpunkt" werde. Dort säßen häufig Leute, die viel trinken und ihren Unrat liegen ließen.

    Gertraud Rappert erkundigte sich nach dem Stand des Hotspots für elektronische Medien, den die Stadt Aub einrichten wolle. Melber machte darauf aufmerksam, dass die Einrichtung doch nicht so kostengünstig sei, wie ursprünglich angeboten. Es würden nicht unerhebliche laufende Gebühren berechnet. Er wolle sich aber noch einmal erkundigen.

    Karlheinz Krieger informierte, dass hinsichtlich der künftigen ärztlichen Versorgung Gespräche bei der kassenärztlichen Vereinigung stattgefunden hätten. Man sei dort fachkundig beraten worden, wie die vakante Arztstelle gehalten werden könne. Es gäbe auch schon Interessenten. Die Stadt strebe auf jeden Fall an, den Arztsitz in Aub zu halten. Es werde sich in naher Zukunft etwas tun.

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