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    Höchberg

    Neue Planungen für Lebensmittelmarkt am Hexenbruch

    Auf dem Parkplatz zwischen Manilandhalle und Hausmeisterhäusern soll ein Lebensmittelmarkt mit Café entstehen. Damit wir...

    "Ein Novum in meiner Zeit als Bürgermeister, erstmals sind mehr Zuhörer im Saal, als Gemeinderäte", zeigte sich Bürgermeister Peter Stichler (SPD) überrascht von der hohen Zahl der Bürger, die sich neue Informationen über einen künftigen Lebensmittelmarkt im Ortsteil Hexenbruch erhofften.

    Dem Marktgemeinderat wurden im November 2017 mehrere Möglichkeiten zum Bau eines Lebensmittelmarktes auf dem Parkplatzgelände des Mainlandzentrums präsentiert. Hintergrund war die bevorstehende Schließung des Lebensmittelgeschäftes Ganz im Derag-Zentrum. Ende April hatte Winfried Ganz seinen Laden aus gesundheitlichen Gründen schweren Herzens schließen müssen. Seitdem klafft eine große Lücke in der Nahversorgung der Bürger des Ortsteils, aber auch eine Begegnungsstätte fehlt den Anwohnern. Nun berichtete Stichler den Marktgemeinderäten auch noch, dass die Apotheke im Derag-Zentrum im September schließt. Damit nimmt die Zahl der Dienstleister weiter ab, einige Bürger sprechen bereits von einem "Sterben der Lebensstruktur".
    Der Bürgermeister berichtete nochmals, dass man seitens der Gemeinde alles unternommen habe, um einen Nachfolger für Herrn Ganz zu finden. Aber alle Versuche seien nicht von Erfolg gekrönt gewesen.

    tegut signalisiert Interesse

    Daher habe man sich frühzeitig nach einer Alternative umgesehen. Eine in Auftrag gegebene Standortanalyse für die Nahversorgung habe nur den Standort am Mainlandzentrum als sinnvoll ergeben, sodass man diesen Platz eingehender geplant hat. Als Interessent konnte die Firma "tegut" gewonnen werden, die signalisierte an diesem Standort einen Lebensmittelmarkt mit Café zu eröffnen zzu wollen. Gleichzeitig wurde überlegt, die Enge der Schulräume der benachbarten Leopold-Sonnemann-Realschule und der Mittelschule Höchberg durch einen Neubau beheben zu können.

    Die damaligen Pläne gingen davon aus, dass auf dem bisherigen Parkplatz der Mainlandhalle zwischen Halle und Hausmeisterhäusern im Untergeschoss ein Parkplatz für die Besucher des Mainlandbades und der Halle untergebracht werden, im Erdgeschoss dann der Lebensmittelhändler einzieht und im Obergeschoss Räume für die Schulen gebaut werden. Zusätzlich benötigt der Lebensmittelhändler rund 80 Parkplätze. Deshalb werde das bisherige Multifunktionsspielfeld weichen müssen. Es wird sowohl von den Schulen, als auch von Kindern und Jugendlichen genutzt. Deshalb solle es unbedingt erhalten werden. Allerdings nicht an der bisherigen Stelle. Als neue Standorte sind aktuell der ehemalige Rollschuhplatz in Richtung Kinderwelt St. Norbert oder die Wiese an der Eduard-Buchner-Straße angedacht, berichtete Bauamtsleiter Alexander Knahn. Alternativ könne er sich auch einen Bolzplatz auf einem Parkdeck am bisherigen Standort vorstellen.

    Bolzplatz muss bleiben

    Das werde allerdings nicht billig. Einig war man sich im Marktgemeinderat, dass der Bolzplatz  erhalten werden müsse, wenn der Neubau kommt. Man habe aus der Vergangenheit gelernt, so Stichler, und will bei dem Bau als Bauherr auftreten, damit nicht dasselbe Schicksal wie beim Derag-Zentrum droht.

    Vorgestellt wurde auch eine Variante mit einem Parkhaus als Ständerbauweise auf dem gemeindlichen Parkplatz vor dem Seniorenzentrum, um die wegfallenden Parkplätze am Mainlandzentrum zu ersetzen. Auch eine zweite Zufahrtsrampe an das Gelände gehört zu den vorgestellten Plänen, denn der Mehrverkehr, da sind sich alle Fraktionen einig, wird ein Problem werden bei der Realisierung.

    Grundsatzentscheidung im Herbst

    Für die 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche sieht man noch viele Probleme auf die Gemeinde zukommen, weshalb die vorgestellten Varianten in den Fraktionen beraten werden sollen, bevor man im Herbst eine Grundsatzentscheidung für oder gegen den Neubau beschließt. Im nichtöffentlichen Sitzungsteil wurden den Marktgemeinderäten weitere Details der vorliegenden Verträge mit dem Projektplaner und dem möglichen Betreiber vorgestellt.

    In Kürze soll auch ein Verkehrskonzept für den Ortsteil Hexenbruch vorgestellt werden, das in die Entscheidung mit einfließen wird. In diesem Zusammenhang brachte Bürgermeister Peter Stichler auch wieder einen Kreisverkehr an der Kreuzung Albrecht-Dürer-Straße/Seeweg ins Gespräch, um den Schulbussen die Anfahrt zur Aufstellfläche zu erleichtern. Doch da sei noch nichts entschieden. Der Kreisverkehr sei nur eine mögliche Alternative. Auch wie es mit den Hausmeisterhäusern am Mainlandzentrum weiter geht, müsse noch beraten werden. Sie würden direkt an das neue Einkaufszentrum angrenzen und viel von ihrer Wohnqualität verlieren. Deshalb suche man auch hier Alternativen. Stichler gab sich vorsichtig optimistisch, dass der Lebensmittelmarkt "tegut" nach Höchberg kommt, auch wenn noch "einige Kröten zu schlucken sind".

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