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    Estenfeld

    Neue Verbindungsstraße im Altort Estenfeld in Sichtweite

    Es war schon eine recht trockene Materie, durch die sich der Gemeinderat Estenfeld in seiner jüngsten Sitzung arbeiten musste: die Einwände und Auflagen von Behörden und Trägern öffentlicher Belange für den Bebauungsplan "Untere Ritterstraße". Dabei handelt es sich um eine neue Verbindungsstraße im Altort zwischen der Riemenschneiderstraße (in Höhe der Sparkasse) und der Unteren Ritterstraße. Sie soll die bisherige Verbindungsstraße zwischen der Metzgerei Wolz und dem Rathaus entlasten, die sehr eng ist und am Kindergarten St. Michael vorbei führt. Außerdem ist noch ein neuer Bauplatz vorgesehen.

    Tobias Schneider vom Planungsbüro ARZ ging in der Sitzung mit den Räten die eingegangenen Einwände und Auflagen Satz für Satz durch. 33 Behörden und Träger öffentlicher Belange waren anzuschreiben gewesen. Elf hatten keine Stellungnahme abgegeben, zehn ohne Bedenken zugestimmt. Blieben noch zwölf Schreiben plus zwei Einwände von Bürgern.

    Landwirt will Betrieb der Eltern weiterführen

    Ein wesentlicher Punkt ist der landwirtschaftliche Betrieb im Altort, direkt neben der geplanten Straße. Dort will ein junger Landwirt den Betrieb seiner Eltern weiterführen. Dieser Bestand solle geschützt werden, fordert der Bayerische Bauernverband. Und möglicherweise soll auch der derzeit ungenutzte Bullenstall wieder belegt werden. Weiterhin weist der Bauernverband auf "mögliche Gerüche und Emissionen von Güllegrube und Fahrsilo" hin. Ähnlich äußerte sich auch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF). Auf Anregung des Amtes heißt es nun im Bebauungsplan: "Von benachbarten landwirtschaftlichen Anwesen können Lärm-, Stau- und Geruchsemissionen sowie Beeinträchtigungen durch Insekten auch in Ausnahmen zu unüblichen Zeiten auftreten. Diese sind ortsüblich und hinzunehmen."

    Die Kreisgruppe Würzburg des Bundes Naturschutz wies darauf hin, dass die geplanten wassergebundenen Decken für Stellplätze und Wege nicht empfehlenswert seien. Daraufhin strich Tobias Schneider diese Empfehlung und ersetzte sie durch die Empfehlung, wasserdurchlässige und offenporige Beläge zu verwenden. Auch war ein Schallschutzgutachten notwendig geworden mit dem Ergebnis, dass der Einbau von schalldämpfenden Lüftungseinrichtungen für Schlag- und Kinderzimmer empfohlen wird. Die geplante Straße liegt übrigens in einer Tempo-30-Zone.

    Mögliche Folgeschäden sollen dokumentiert werden

    Ein benachbartes Ehepaar bat die Verwaltung vor dem Straßenbau um eine Beweissicherung ihrer Gebäude, die direkt an die geplante Straße grenzen, damit mögliche Folgeschäden dokumentiert werden können. Dem stimmte der Rat zu. Der zweite Bürgereinwand befasste sich mit dem Gehweg, den er gern auf beiden Seiten hätte. Weil die Straße eh so eng sei, so Schneider, werde es nur auf einer Seite einen Gehweg geben. Und die vom Bürger erbetenen Schutzstreifen für Radfahrer auf beiden Seiten seien keine planerische, sondern eine verkehrsregelnde Maßnahme, die durch die zuständigen Fachbehörden anzuordnen oder festzusetzen seien. Letztlich könne die Zufahrt zum Baugrundstück nicht verbindlich über die Riemenschneiderstraße angeordnet werden, "um die Überbaubarkeit des Grundstückes nicht einzuschränken", so Schneider auf den dritten Einwand.

    Schließlich stimmte der Rat fast durchgängig einstimmig den unterschiedlichen Empfehlungen und Einwänden zu und beschloss einstimmig, den Bebauungsplan in eine Satzung umzuwandeln.

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