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    Würzburg

    Neues Uni-Bootshaus: Warum zuerst die Region am Zug ist

    Ende April wurde die Crowdfunding-Aktion für die Ruderer im Uni-Sportzentrum vorgestellt. Mit dabei waren (von links) Lando Lotter (Juristischer Betreuer), Sina Schäfer (Botschafterin und erfolgreiche Ruderin), Philo Holland (Zweiter Vorsitzender des Fördervereins), Andreas Petko (Vorsitzender des Fördervereins) und Jochen Henzel (Dozent für Rudern, ehemaliger Vorsitzender des Fördervereins). Foto: Silvia Gralla

    "Stell dir vor, deine Sportart ist plötzlich an der Uni nicht mehr vorhanden!" Mit diesem Slogan wirbt seit Anfang Mai der Förderverein Hochschulsport für eine bislang einmalige Aktion zusammen mit der Universität Würzburg. Denn in dieser Situation befinden sich die Uni-Ruderer. Ihr Bootshaus aus den 1950er Jahren ist, wie bereits berichtet, so marode, dass es nicht mehr saniert werden kann. Es muss abgerissen werden. Die Ruderer wären damit heimatlos.

    Bereits am 30. April fiel deshalb der offizielle Startschuss einer Crowdfunding-Aktion für ein neues Domizil. Der Begriff Crowdfunding kommt aus dem Englischen und bedeutet nichts anders als eine Schwarm- oder Gruppenfinanzierung, bei der viele Einzelpersonen als Kapitalgeber wirken. Diese Methode des Geldsammelns gibt es schon sehr lange, auf diese Weise wurden zum Beispiel die Stuhlpatenschaften für die Neubaukirche und die Buchpatenschaften der Universitätsbibliothek von den Alumni der Universität finanziert.

    Warum die Unterstützung der Region jetzt wichtig ist

    Das Ziel ist laut Holland bis zum 24. Juli um 12 Uhr zunächst 25 000 Euro auf regionaler Ebene zu sammeln. "Das würde für spezielle Bootsregale und die Lagertechnik ausreichen. Dafür ist es auch bestimmt", erläutert er. Auf der Webseite der VR-Bank haben sich bereits rund 150 Unterstützer eingetragen. Mehr als 4500 Euro der insgesamt benötigten 25 000 Euro kamen dadurch bis dato zusammen. 1350 Euro trägt die VR-Bank bei.

    "Ich bin sehr froh darüber, wir mussten ja irgendwie anfangen und der Anfang ist gelungen", sagt Holland. "Erst wenn die Region zeigt, dass ihr das Thema wichtig ist, können wir weitermachen. Besonders dankbar sind wir für die Unterstützung seitens der Universität und ihres Kanzlers, die den Pachtvertrag bis 2040 erneuert haben und es ermöglichen, dass 45 000 Alumni eine solch wichtige Tradition an ihrer Universität am Leben erhalten können“, fährt er fort.

    Jochen Henzel, ehemaliger Vorsitzender des Fördervereins und ehemaliger Fachgebietsleiter Rudern am Sportzentrum der Uni zeigt eines der T-Shirts, die die Geldgeber bekommen können. Foto: Silvia Gralla

    Eine Million Euro sollen in drei Stufen gesammelt werden

    Insgesamt benötigen die Ruderer für ihr neues Bootshaus in der Mergentheimer Straße wie berichtet eine runde Million Euro. Und das soll in drei Stufen geschehen: "Nach der VR-Bank beginnen wir national mit der Einwerbung von Geldern, anschließend international", erläuterte er. "Aber es macht keinen Sinn, die Menschen im In- und Ausland zu fragen, wenn die Region und ihre Unternehmen nicht in der Lage sind, einen so kleinen Betrag wie diese 25 000 Euro aufzubringen“, sagt Holland.

    "Besonders dankbar sind wir für die Unterstützung seitens der Universität und ihres Kanzlers."
    Philo Holland, Förderverein

    "Wir haben die Top-50-Firmen in der Region über die Aktion informiert. Da es sich um ein einzigartiges Projekt handelt, erhoffen wir uns von den Unternehmen, dass sie dies als Chance sehen, ihre Zusammenarbeit mit der Universität zu vertiefen“, fährt er fort. Aber auch die über 30 000 Uni-Studenten selbst können ihr Scherflein zur Aktion beitragen.

    Auch die Uni-Studenten können zum Erfolg beitragen

    Die ersten 500 Studenten, die sich als Projekt-Botschafter auf der Webseite des Fördervereins und als Spender auf der VR-Bank-Webseite eintragen, können ihre Unterstützung bald öffentlich zeigen. Für einen Beitrag von fünf Euro gibt es für immatrikulierte Studenten ein T-Shirt und für 25 Euro einen Kapuzenpulli, versehen mit dem Logo der Ruderabteilung des Sportzentrums.

    "Die Menschen tragen dann das Projekt als Botschafter weiter", freut sich Holland. "Es gibt auch ein zweites T-Shirt für Nicht-Ruderer und alle Sportbegeisterten mit einem anderen Motiv", sagt er. Ausgeliefert werden sollen die Shirts und Pullis, sobald die Aktion abgeschlossen ist und die 25 000 Euro erreicht sind. Gelingt das nicht, bekommen die Unterstützer ihr Geld zurück.

    Mitglieder des Uni-Ruderteams und die Initiatoren der Kampagne hoffen auf eine erfolgreiche Zukunft des Rudersports an der Uni (von links): Sebastian Hessler, Philo Holland, Julia Wolf, Sina Schäfer, Sophia Wolf, Jochen Henzel und Patrick Hofmockel. Foto: Daniel Peter

    Marketingexperten arbeiten den weiteren Plan aus

    "Es gab vor kurzem auch einen Marketing-Workshop mit einem auf Crowdfunding spezialisierten Steuerberater und Wirtschaftsstudenten der Uni", weiß Holland. "Sie werden nun einen Marketingplan erstellen, wie das Projekt auf studentischer Ebene noch weiter verbreitet werden kann. Denn 114 Jahre Rudertradition an der Universität Würzburg dürfen nicht sterben." 

    Wer die Crowdfunding-Aktion unterstützen möchte, findet alle Informationen auf der Webseite des Fördervereins Hochschulsport e. V. unter https://www.fv-sport-uni.org.

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