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    Ulsenheim

    Neues Weingut präsentierte sich der Öffentlichkeit

    Zwei mittelfränkische Weingüter treten nun als gemeinsames Weingut auf. Bei einer Pressekonferenz wurde nun auch der erste Wein präsentiert.
    Das neue Weingut aus Südfranken präsentierte sich erstmals der Öffentlichkeit. Das Bild zeigt (von links) Lucie Pasenau (Vorstandsmitglied der Mittelstands-Union), Winzer Lukas Schmidt, Landtagsabgeordnete Gabi Schmidt, die Fränkische Weinkönigin Klara Zehnder, Europaabgeordnete Ulrike Müller und Winzer Markus Meier. Foto: Gerhard Krämer

    Von einem "historischen, großen Tag" sprach Markus Meier (Weinerlebnis Ulsenheim) und Lukas Schmidt (Weingut Schmidt Bullenheim) vom Bewahren dessen, was ihre Familien über Generationen erschaffen hatten. Seit 1. März heißen beide Weingüter "Meier Schmidt - Das Weingut aus Südfranken". Für die beiden Winzer ein einzigartiges Konzept in der Weinbranche. Frankens Weinkönigin Klara Zehnder öffnete beim Startschuss des gemeinsamen Weges der Weingüter den mit Riesling-Bocksbeuteln gefüllten Schrank und lüftete damit das Geheimnis des neue Logos.

    "Wir haben unsere Heimat Südfranken in die Flasche gebracht", sagte Lukas Schmidt. Ein Stück vom Paradies, nämlich einen Riesling, durfte jeder mit nach Hause nehmen. Sehr reife gelbe Früchte schmeckte Klara Zehnder aus diesem heraus. "Ich habe gemerkt, dass die beiden Jungs Bock drauf haben", gab sie ihren Eindruck wieder.

    "Wir haben unsere Heimat Südfranken in die Flasche gebracht."
    Lukas Schmidt, Winzer

    Auch europäisches Lob gab es für die beiden "motivierten, risikofreudigen Jungunternehmer" aus dem Munde der Europaabgeordneten Ulrike Müller von den Freien Wählern. "Ihr bereitet wunderbaren Wein und bringt Emotionen zu den Menschen rüber", sagte Müller. Da sie aus dem Allgäu stammt, versäumte sie es nicht, darauf hinzuweisen, dass Allgäuer Käse gut zu fränkischem Wein passe. Aus Europa berichtete sie von Bestrebungen, alte Rebsorten wieder zuzulassen und von "entalkoholisierten Weinen". Wichtig dabei sei ihr die Rückkoppelung mit den Winzern.

    Weingut setzt auf Eigenproduktion

    Markus Meier erzählte den Gästen, darunter unter anderem auch die Landtagsabgeordneten Gabi Schmidt und Hans Herold, Landrat Helmut Weiß und Vertreter des Weinbaus und Weingüter, vom Werden des gemeinsamen Weges (wir berichteten). Aber auch von der Philosophie, die ihn mit Lukas Schmidt verbindet. "Für uns im Weinbau ist die Natur das Nonplusultra", sagte Meier. "Bei jedem Wein in der Flasche können wir sagen, was da passiert ist", setzt Meier auf reine Eigenproduktion ohne Zukäufe.

    Seit über 20 Jahren arbeiteten die Familien zusammen, sagte Lukas Schmidt, der nunmehr in der elften Generation tätig ist. 50 Jahre alte Weinstöcke erfüllten ihn mit Ehrfurcht, denn die seien zwei Generationen zuvor mit Händen gepflanzt worden. Deshalb möchte er auch immer zurückblicken und die Tradition bewahren, erhalten, aber auch weitergeben. Das sei mit der Doppelführungsspitze und starken Familien dahinter möglich, sagt Schmidt. Er ist sich sicher, dass es auch in Zukunft weitergeht.

    Gemeinsame Vermarktung

    "Meier Schmidt, das sind wir beide", erläuterte Meier, deswegen habe man auch keinen neuen Namen erfinden müssen. So wird das Weingut auftreten und Anbau, Ausbau sowie die Vermarktung gemeinsam gestalten. Im Angebot des "Weinguts aus Südfranken" werden Gutsweine, Rebsortenweine, Lagenweine und Große Gewächse sein. Letztere präsentiert das Weingut zu einem späteren Zeitpunkt. Und: Ab der Rebsortenlinie aufwärts wird alles im neuen Bocksbeutel abgefüllt. Denn dieser ist nach der Ansicht von Meier und Schmidt die "einzige Flasche der Welt, wo man gleich weiß, wo sie herkommt".

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