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    Würzburg

    ÖPNV: Würzburgs Ferienfahrplan sorgt für Unmut

    Während der Ferienzeit fahren manche Busse und Straßenbahnen nicht wie gewohnt. Foto: Daniel Peter

    Für Schüler gibt es noch bis Anfang September Grund zur Freude: Denn erst dann beginnt die Schule wieder. Während die einen im Urlaub sind, geht für die anderen der normale Alltag weiter. Wer beispielsweise täglich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fährt, muss jedoch in der Sommerferienzeit mit Einschränkungen leben.

    In Würzburg sind mehrere Verbindungen davon betroffen. Bei den Bussen sind das die Linien 6, 10, 16, 214, die Omnibuslinie 114 entfällt komplett. Weitere Linien sind nicht von Fahrplanänderungen betroffen, werden aber dennoch im Sommerferienfahrplan veröffentlicht, wenn sich durch den geänderten Straßenbahnfahrplan Anschlüsse an den Umstiegs-Haltestellen verändern. Dies betrifft die Omnibuslinien 7, 8, 13 , 24, 33, 35 und 310 (Anrufsammeltaxi).

    Kritik wegen Straßenbahnreduzierung

    Während der Sommerferien verkehren die Straba-Linien 1, 2 und 3 beispielsweise gar nicht. Vor allem das sorgt bei der Grünen Jugend für Verärgerung. „Für uns junge Menschen ist der ÖPNV für die eigene Mobilität und damit Freiheit unerlässlich. Ausgerechnet während der freien Zeit diese einzuschränken, macht das Leben in Würzburg unattraktiv“, so Magdalena Laier, Spitzenkandidatin der Grünen Jugend für den Stadtrat Würzburg.

    Jungpolitiker fordert Abschaffung des Plans

    Gerade in den Sommermonaten stelle das Fahrrad bei Temperaturen bis zu 40 Grad und "fehlender sicherer Radinfrastruktur kein attraktives Fortbewegungsmittel dar", meint sie. Die Grüne Jugend sieht in der Taktausdünnung im Straßenbahnnetz eine "eklatante Einschränkung der Lebensqualität". Parteikollege Konstantin Mack fordert unter anderem deswegen die Abschaffung des Ferienfahrplans. Doch ist das eine mögliche Lösung?

    Nein, wenn es nach der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV) geht. "Viele Fahrgäste verreisen in den Ferien oder haben Urlaub, daher wird das Fahrtenangebot von Straßenbahnen und manchen Bussen an den Bedarf der Kunden angepasst. Dies ist effizienter und vermeidet unnötige oder halbleere Fahrten", sagt WVV-Sprecher Jürgen Dornberger auf Nachfrage dieser Redaktion. Die Fahrgastzahlen würden in den Sommerferien montags bis freitags knapp ein Drittel unter den Fahrgastzahlen in den Zeiträumen außerhalb der Sommerferien liegen.

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    Die Diskussion rund um den Ferienfahrplan des VVM ist nicht neu. Kritik gab es beispielsweise schon 2014 von der Interessengemeinschaft Würzburger Straßenbahn e. V. (IWS) und dem Verkehrsclub Deutschland (VCD). Der Vorwurf lautete damals, der Sommerferienfahrplan sei eine massive Angebotsverschlechterung und zudem eine falsche Herangehensweise beim Einsatz des Öffentlichen Nahverkehrs. Bemängelt wurde, dass als Folge immer mehr Menschen das Auto benutzen würden statt Bus und Straba zu fahren.

    Nachtrag: In der ursprünglichen Version des Artikels war im Bild ein Landkreisbus zu sehen. Beim Landkreis-ÖPNV wird das Angebot laut der stellvertretenden Betriebsleiterin der APG in den Sommerferien jedoch nicht eingeschränkt. Man verzichte nur auf verstärkende Schülerfahrten.

    Welche Busse und Bahnen fahren anders?
    Den Sommerferienfahrplan gibt es als pdf-Datei im Internet unter www.wvv.de oder www.vvm-info.de sowie in der Mein Franken-App und in der VVM App mit Echtzeitauskunft. Ein gedrucktes Fahrplanheft liegt im WVV-Kundenzentrum am Sternplatz kostenlos aus. Die Fahrpläne sind außerdem bei den Fahrern der Busse und Straßenbahnen erhältlich. Ab sofort können die Fahrpläne auch über Google abgerufen werden. Alle Fahrplanänderungen, auch der Sommerferienfahrplan, sind dort online zu finden.

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