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    TAUBERRETTERSHEIM

    Öchsner-Villa: Keine Extrawurst für Bürgermeistertochter

    Die Bauherren der Öchsner-Villa in Tauberrettersheim müssen die Herstellungsbeiträge für die öffentliche Entwässerungs- ... Foto: Gerhard Meißner

    Auch die Tauberrettersheimer Bürgermeistertochter und ihr Mann müssen die Herstellungsbeiträge für die öffentliche Entwässerungs- und Wasserversorgungseinrichtung bezahlen. Insgesamt belaufen sich die entsprechenden Bescheide der Verwaltungsgemeinschaft Röttingen auf 32.000 Euro.

    Die Bauherren der Öchsner-Villa hatten Widerspruch eingelegt. Das Landratsamt hat die Bescheide daraufhin geprüft und hält sie für rechtmäßig. Die Widersprüche wurden zurückgewiesen, teilt die Behörde mit.

    Fehlerhafter Beschluss wurde aufgehoben

    Um die Villa, die in einem ehemaligen Landschaftsschutzgebiet an einem der schönsten Hänge des Taubertals gebaut wurde, an das Wasser- und Kanalnetz anzuschließen, mussten extra Leitungen verlegt werden. Die Kosten dafür haben die Bauherren übernommen. Weil der Kanal und die Wasserleitung anschließend in das Eigentum der Gemeinde übergingen – diese ist damit auch für den Unterhalt zuständig – vertrat der Tauberrettersheimer Gemeinderat einstimmig die Meinung, dass die Bauherren verglichen mit der Höhe der Anschlussbeiträge damit eine deutlich höhere Leistung für die gemeindlichen Einrichtungen erbracht haben. Die Bauherren wurden von der Zahlung der Herstellungsbeiträge befreit. Bürgermeister Hermann Öchsner wirkte an dem Beschluss nicht mit, weil er persönlich beteiligt war.

    Der überörtlichen Rechnungsprüfung fiel dieser „fehlerhafte“ Beschluss schließlich auf. Denn es sei nicht Aufgabe einer Kommune, Außenbereichsgrundstücke zu erschließen. Der Tauberrettersheimer Gemeinderat hat daraufhin den fehlerhaften Beschluss aufgehoben. Mittlerweile hat Bürgermeister Hermann Öchsner auch seinen Rücktritt erklärt.

    Statt Pferde werden Alpakas gehalten

    Die Villa im schönen Taubertal ist nicht unumstritten. Für Aufsehen sorgte die Baugenehmigung des Landratsamtes. Das Wohnhaus wurde nur genehmigt, weil die Bauherren Pferde halten wollten. Und dies sei am besten im Außenbereich des Dorfes möglich. Im ehemaligen Landschaftsschutzgebiet, auf einem Grundstück des Bürgermeisters, wurde die Villa schließlich gebaut. Aber Pferde sind bis heute dort nicht zu sehen. Stattdessen hat sich die Bürgermeistertochter Alpakas angeschafft.

    Ob die Bauherren nun die Herstellungsbeiträge in Höhe von 32 000 Euro an die Verwaltungsgemeinschaft Röttingen überweisen oder den Klageweg bestreiten, bleibt abzuwarten. Für eine Stellungnahme waren sie telefonisch nicht zu erreichen.

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