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    Waldbrunn

    Ökologische Flurberreinigung mit Modellcharakter

    Zufriedene Gesichter bei der Übergabe der Pflegeempfehlungen für die Gewässerrandstreifen am Albach bei Waldbüttelbrunn und Waldbrunn von Bürgermeistern und Amtsvertretern Foto: Matthias Ernst

    Mit der Übergabe des "Bewirtschaftungs- und Sicherungskonzeptes" an die Gemeinden Waldbüttelbrunn und Waldbrunn endet die ökologische Flurbereinigung im Bereich des Albachs nach acht Jahren Laufzeit. Der Vorsitzende des Vorstandes der Teilnehmergemeinschaft Hilmar Volkamer übergab an Bürgermeister Klaus Schmidt (Waldbüttelbrunn) und dessen Amtskollegen Hans Fiederling (Waldbrunn) ein Nachschlagewerk mit Empfehlungen zu den Landschaftspflegearbeiten an den "ökologisch wichtigen und landschaftsbildprägenden Strukturen", die bei den Renaturierungsarbeiten an den verschiedenen Fließgewässern bei der landschaftlichen Neuordnung hergestellt wurden.

    Rund 1,07 Millionen Euro hat das gesamte Verfahren gekostet, hiervon tragen die beiden beteiligten Gemeinden zusammen 131 000 Euro. Der Rest wurde aus Steuermitteln finanziert, sodass für die Grundstückseigentümer keine Kosten entstanden. 2,1 Hektar mussten erworben werden und dann zusammen mit den bereits in gemeindlichem Besitz befindlichen Grundstücken auf die 67 Besitzer neu verteilt werden. So wurden aus ursprünglich 184 Flurnummern nur noch 169.

    Waldbrunn und Waldbüttelbrunn waren Vorreiter

    "Vorausschauend" nannte Baudirektor Otto Waldmann vom Amt für ländliche Entwicklung die ökologische Flurbereinigung entlang des Albachs. In Zeiten in denen Gewässerrandschutzstreifen in aller Munde sind, haben die beiden beteiligten Gemeinden schon vor Jahren dieses Thema aufgegriffen und einen mindestens fünf Meter breiten Streifen an beiden Seiten des Bachs durch die Flurneuordnung erworben. Mit dem Schutzstreifen will die Landesregierung das Einbringen von Pflanzenschutzmitteln und Kunstdünger in die Bäche und Flüsse verringern. Waldbüttelbrunn und Waldbrunn seien da echte Vorreiter. Nicht nur deshalb sei die Förderung auch so hoch gewesen. Auch, weil Waldbüttelbrunn oberhalb der jetzt abgeschlossenen Maßnahme bereits in früheren Jahren tätig gewesen sei.

    Die Ausbauarbeiten bestanden hauptsächlich aus Uferabflachungen, Aufweitungen des Gewässerbettes, Schaffung von Retentionsraum, Neuschaffung von Ufervegetation in Form von Gehölzpflanzungen und Gras- und Krautansaaten sowie der Förderung und Neugründung von Holzstaudenbeständen. Die davor vorhandenen Betonschalungen wurden entfernt. Insgesamt 75 Bäume, wie Feldahorn, Grauerlen, Weißweiden und Winterlinden und 720 Korbweidenstecklinge zur Büschungs- und Ufersicherung wurden gepflanzt.

    Neuregelung der Grenzen

    Mit der Flurneuordung wurde auch die Grenze wischen Waldbüttelbrunn und Waldbrunn neu geregelt. Vorher lag die Grenze hauptsächlich in der Bachmitte, nun sind beide Gemeinden je für eine Uferseite zuständig.

    Über die abgeschlossene Maßnahme freute sich auch Ernst Heinle von der unteren Naturschutzbehörde. Die Wiederansiedlung dies Bibers zeige, dass der Schritt in die richtige Richtung gegangen sei. Kürzlich wurde am Gewässer ein Eissturmvogel gesichtet, auch dies sei ein Indiz für die sinnvolle Einrichtung von ökologischen Rückzugsgebieten für Tier und Mensch.

    Waldmann wies darauf hin, dass die Neuverteilung der Grundstücke widerspruchslos erfolgte. Dies zeige, dass alle mit den neu zugeteilten Grundstücken zufrieden sind. Bürgermeister Fiederling lobte die abgeschlossene Flurbereinigung und versprach, die angeregten Pflegemaßnahmen zusammen mit den Kollegen aus Waldbüttelbrunn fortzuführen.

    Mit einer Unterschrift von Bürgermeister Hans Fiederling (links) ging die Pflege des Gewässerranstreifens au die Gemeinde Waldbrunn über, danach unterschrieb sein Amtskollege Klaus Schmidt für Waldbüttelbrunn Foto: Matthias Ernst

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