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    Ochsenfurt

    Ochsenfurt bekommt seinen Schlössle-Schoppen

    Vor dem Schlössle in Ochsenfurt darf ab Juni geschöppelt werden. Foto: Gerhard Meißner

    Die Alte Mainbrücke in Ochsenfurt - so schön sie auch wieder aufgebaut wurde, für einen Brückenschoppen ist sie doch nicht brauchbar. Zumindest nicht, solange Autos darüber fahren. Weintrinkern bliebe nur ein schmaler Gehweg mit Blick auf den Main. Ideale Bedingungen für einenBrückenschoppen wie auf der Alten Mainbrücke in Würzburg, die an sonnigen Tagen überfüllt ist mit Menschen, die den ungestörten Blick auf Festung und Käppele mit einem Weinglas in der Hand genießen, gibt es in Ochsenfurt nicht. Trotzdem möchte der Stadtmarketingverein Ochsenfurt mithalten, schließlich gibt es auch in Kitzingen schon einen Stadtschoppen.

    Kein Weinbistro, sondern nur ein Ausschank

    In Ochsenfurt sollen Touristen und Einheimische vor dem Schlössle zusammenkommen und einen Wein aus Ochsenfurt genießen können. Der Stadtmarketingverein hat die Idee dazu und möchte das Schlössle erst einmal für ein Jahr von der Stadt für einen Euro je Monat pachten und an einen Betreiber weitervermieten. Geschöppelt werden darf vor dem Eingang zum Heimatmuseum, das im Schlössle untergebracht ist, und im Gleisbett dahinter. Um dorthin zu kommen, soll ein Durchgang in die Mauer geschlagen werden. Die Stadt Ochsenfurt hat die Bahnstrecke gekauft. Sie soll zu einer Stadtpromenade ausgebaut werden. 

    Als Weinbistro im Schlössle war die Idee des Stadtmarketingvereins in der Tagesordnung des Stadtrats niedergeschrieben und sorgte im Vorfeld der Sitzung bereits für Irritationen. "Ein Bistro ist etwas anderes als ein Ausschank", merkte Stadtrat Gerold Hohe (UWG/FW) an und äußerte seine Befürchtung, das Heimatmuseum, in dem "hochwertige Exponate" ausgestellt werden, würde nach und nach verschwinden.

    Neue Ausschreibung mit längerer Bewerbungsfrist

    Dem ist aber nicht so. Nur im ersten Bereich, gleich nach dem Eingang, soll es ein Lager geben, Kühlschränke werden dort aufgebaut und eine kleine Spülgelegenheit eingerichtet. Sitzgelegenheiten gibt es nicht. Zum Wein soll Partygebäck gereicht werden, mehr nicht. Geschöppelt wird vor dem Schlössle - und zwar von Ostern bis Oktober. Aber nicht jeden Tag, sondern voraussichtlich von Donnerstag bis Sonntag. "Wobei die tatsächlichen Öffnungszeiten dann mit dem künftigen Betreiber abgesprochen werden müssen", so Joachim Beck, Vorsitzender des Stadtmarketingvereins. 

    Im Ochsenfurter Schlössle ist das Heimatmuseum der Stadt untergebracht. Dieses soll auf jeden Fall erhalten werden.  Foto: Gerhard Meißner

    Hinter der Idee des Schöppelns vor dem Schlössle stehe ein ähnliches Ziel wie in Würzburg oder Kitzingen, führte Beck (CSU) im Stadtrat weiter aus. "Die Altstadt soll attraktiver, und der Eingangsbereich zu Stadt aufgehübscht werden." Von einem Bistro möchte er nicht sprechen.  Bürgermeister Peter Juks (UWG/FW) räumte ein, dass die Bewerbungsfrist für den Ausschank zu kurz angesetzt war. Daher sollen die Ausschreibungsunterlagen in den nächsten Tagen noch einmal versendet werden. Offiziell soll es dann am 1. Juni mit dem Schlössle-Schoppen losgehen. Übrigens: Schlössle-Schoppen ist erst einmal der Arbeitstitel dieser Redaktion. Einen offiziellen, marketingrelevanten Begriff gibt es noch nicht.

    "Die Altstadt soll attraktiver, und der Eingangsbereich zu Stadt aufgehübscht werden."
    Joachim Beck, Stadtrat und Vorsitzender des Stadtmarketingvereins

    Wolfgang Karl, Sprecher der CSU-Fraktion, spricht vom Brückenschoppen - und für diesen "wird es höchste Zeit". Er und seine Fraktion versprechen sich davon eine Belebung des Heimatmuseums und einen "Bonbon für Touristen und Einheimische".  Auch die SPD begrüßt den Einfall des Stadtmarketingvereins. "Eine sehr gute Idee", so Joachim Eck, und Volkmar Halbleib regte an, doch nicht nur Wein auszuschenken, sondern angesichts der beiden Brauereien in der Stadt auch Bier anzubieten. "Neben Wein wird es auch zwei Sorten Bier geben", beruhigte Beck. 

    Was wird aus den Drehschranken?

    Stadtrat Barsom Aktas möchte, dass die markanten Drehschranken verschwinden. Denn, "sie erfüllen keinen Zweck mehr, sind nicht besonders ansehnlich und würden das Areal öffnen". Doch Bürgermeister Juks möchte den "Charakter der Mainländebahn erhalten" - und dazu gehören auch die Schranken.

    Bis auf Renate Lindner (UWG/FW) stimmten alle Stadträte für die Idee des Stadtmarketingvereins. 

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